Lieber CaroGan
Aus meiner eigenen Studienzeit kenne ich das nur zu gut. Ich habe darum wenn immer möglich, qualitative Untersuchungen bevorzugt. Braucht zwar oft etwas gründlichere Vorbereitung und einiges an Mehraufwand, dafür viel weniger Response.
Wenn ich die Arbeiten von Kommilitonen, (ehrlicher weise auch meine) betrachte, muss man sich schon eingestehen, das bei den meisten quantitativen Erhebungen innherhalb der engen zeitlichen Grenzen von Studienarbeiten, meist einige deutliche Fehler im Bereich der Stichprobengrösse und -selektion oder der Signifikanz bestehen.
Zu deiner konkreten Frage:
Was kurzfristig helfen könnte, sind Netzwerke.
Xing und Linkedin geben besonders in der angewandten Forschung, und ganz besonders im Bereich KMU, einiges an Kontakten her!
Ich habe mit 27 direkten Kontakten in Xing ganze 10940 Kontakte von Kontakten.
Wenn von diesen knapp 11’000 nur 10% in KMU sind, und davon nur die Hälfte irgendwie mit dem Personalbereich zu tun haben (was im KMU ja eher schnell der Fall ist) hast du noch immer über 500 Treffer. wenn nur 20% Antworten, hast du 100 zusätzliche Datensätze. Aus meiner Sicht für angewandte Forschung schon ganz ordentlich.
Die Rechnung dient nur zur Illustration, meine Kontakte bekommst du natürlich nicht. Aber wenn du Freunde, Familie, Kollegen aus Studium und Militärdienst (auch ein Top-Netzwerk, insbesondere im Kader) nimmst, solltest du auch auf ein beachtliche Menge kommen!
Bin zwar nicht auf Facebook, aber könnte mir vorstellen, dass du dort zwar schnell viel mehr Kontakte hast, aber die Selektion fast nicht möglich ist.
PS: Die Antwort kommt aus der Schweiz: Ob das mit dem Militär in D so stimmt, kann ich nicht beurteilen.
- Punkt, ist leider ev. schon zu spät: Ich habe drei der grösseren Arbeiten mit empirischen Untersuchungen jeweils mit (und für) Partner aus der Wirtschaft gemacht. Dadurch ist es oftmals möglich, mit etwas Fingerspitzengefühl, eine Erlaubnis für eine Befragung unter den Kunden/Lieferanten etc. der Unternehmung zu bekommen. (z.B. gekoppelt mit einer Zufriedenheitsumfrage, welche die Unternehmen nach ISO9001 ja sowieso machen müssen) --> Super-Einfache-Gratis Adressen und meist ist die Teilnamebereitschaft grösser, weil man aus einem bestehenden Geschäftskontakt ableiten kann. Dem Unternehmen nützt es auch etwas, weil ich „gratis“ die Befindlichkeitsuntersuchung mache, was mich nur wenig Zeit kostet.
Stolperfalle ist dabei aber die Verzerrung der Stichprobe, weil ja nur noch z.B. eine Branche vertreten ist. Kann aber, mit entsprechend angepasster Scope, durchaus gewünscht sein.
Wünsche dir viel Erfolg beim Abschluss deines Studiums.
Florian