EMV-Maßnahmen, Schirmung von Leitungen und Kabeln

Hallo nochmal,

ich habe gelesen, dass man elektrische Signal- oder Antriebsleitungen je nach Art der Störbeeinflussung auf eine andere Art und Weise Schirmen muss, da ansonsten die Schirmmaßnahme unwirksam sein kann.

Zwei Beispiele und Fragen:

Die Störgröße der kapazitiven Störbeeinflussung ist die elektrische Spannung. Kapazitive Störbeeinflussung wird von elektrischen Wechselfeldern einens Systems verursacht.
Das typische Beispiel für eine kapazitive Störbeeinflussung sind zwei über eine Strecke parallel verlegte Leitungen, die sich wie zwei gegenüberliegende Kondensatorplatten verhalten und in dierser Funktion für hochfrequente Signale einen Kurzschluss darstellen.

Beispiel einer Schirmung von Kabeln, bevor diese in den Schaltschrank eingeführt werden.

http://img527.imageshack.us/my.php?image=img3948az3.jpg

Gegenmaßnahme z.B.
der Schirm der Leitung darf nur einseitg aufgelegt werden.
Meine Frage lautet: Wieso darf der Schirm nur einseitg aufgelegt werden? Darüber wird im Buch nichts gesagt.
Könnt ihr mir bitte noch ein anschauliches praktisches Beispiel für die Anwendung dieser Schirmmaßnahme in Verbindung mit elektrischen Geräten nennen?

Ursache für eine induktive Ströbeeinflussung ist ein magnetisches Wechselfeld. Um einen stromdurchflossenen Leiter bildet sich ein Magnetfeld aus, das auch benachtbarte Leiter durchdringt. Eine Stromänderung bewirkt auch eine Magnetfeldänderung, wodurch dann eine Spannung in den benachbarten Leiter induziert wird.

Gegenmaßnahme z.B. die Verwendung von geschirmten beidseitig aufgelegten Leitungen.

Aus welchem Grund müssen hier beide seiten aufgelegt werden? Das interessiert mich und wenn ich das verstanden habe, kann ich es mir auch gut merken.
Könnt ihr mir bitte auch hier ein anschauliches praktisches Beispiel für die Anwendung dieser Schirmmaßnahme in Verbindung mit elektrischen Geräten nennen?

Wenn ich das richtig verstehe, dann muss bei der kapazitiven beeinflussung wohl nicht mal strom durch den leiter fließen, es reicht, wenn schon die Spannung anliegt, um eine Kapazität aufzubauen.

Sind die induktiven Störung aber nicht auch immer verbunden mit einer kapazitiven Störung? Denn wenn ein strom durch den leiter fließt und das magnetfeld eine Spannung im anderen leiter induziert, dann muss doch zwischen den beiden leitern auch eine kapazität bestehen, die wie ein Kurzschluß bei hohen Frequenzen wirken kann.

Die Schirmung hat den Sinn, dass in beiden Störfällen die Störung nur auf den Schirm wirken und auch andersherum können benachbarte Leiter nicht von der geschirmten Leitung beeinflußt werden. Die in die Schirmung gebrachte Spannung und der Strom wird zur Erde hin abgeleitet.

Mit freundlichen Grüßen,
Matthias Hamann

Hallo,

In dem PDF-Dokument ist es sehr anschaulich erklärt.
Abschnitt 4.2 Verkabelung

EMV in der Praxis – Ausführung und Wirkungsweise von EMV-Maßnahmen
http://corporate.sew-eurodrive.com/download/pdf/1053…

Mit freundlichen Grüßen,
Matthias Hamann

mfg
W.

Guten Abend Wolfgang,

danke für die weiterführenden Infos. Jetzt kann ich erstmal „weiterstudieren“.

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