Enbedded Sexuality

Lieber Gandalf,

es ist ein unausrottbarer Mythos, daß das Christentum (als eine
der „Buchreligionen“) ein negatives Verhältnis zur Sexualität
habe. Essentiell sagen nämlich alle Religionen das Gleiche zur
Sexualität, ob sie nun verschriftlicht oder anders tradiert wur-
den:

  1. Seid fruchtbar und mehret euch (sorgt für die euren, expandiert
    genetisch);
  2. Haltet Maß (macht Sexualität nicht zum Mittelpunkt eures Lebens,
    wie ihr die anderen Urinstinkte auch nicht zu selbigen machen sollt);
  3. Liebt euren nächsten wie Euch selbst (der Erhalt der Gesellschaft
    ist wichtiger als die Ausprägung sexueller Extravaganz).

Interessant ist, daß die Abendländer meinen, mit dem Christen-
tum eine besonders rigide Form sexualitätsfeindlicher Religion
zu haben. Und eben: dies meinen auch nur die Abendländer! Hin-
sichtlich sexueller Normierung stellt die Realität im christli-
chen Abendland und dessen geistigen Kolonien (USA, Rußland…)
die wohl libertärste Gesellschaft dar die der blaue Planet je
sah. Keine andere Religion hat so wie das Christentum sexuelle
Toleranz ermöglicht (Daß dies im Rahmen des Auflösungsprozesses
selbiger geschieht tut der Tatsache keinen Abruch). Die Hinduis-
ten verbrennen ihre Ehefrauen, wenn sie wollen; die Moslems wür-
den gerne mehrere Frauen heiraten, dürfens, könnens sich aber
in der Regel nicht leisten - und wenn sie unkontrolliert einen
One-night-stand haben, sehen sie den Morgen danach eventuell nicht
mehr, weil Jungfräulichkeit höchstes Gut ist (es kann kein Zufall
sein, daß die muslimischen Länder in ihrer Sodomiequote mit Abstand
führend sind - Ausdruck freier Sexualität?); die Rigidität des Shin-
tuismus ist redensartlich; der Buddhismus ist ohnehin eine Askese-
religion, die in stetiger Maßregelung den Menschen knechtet, weil
sie Wert darauf legt, ihm sein Ungenügen zum Maßstab seines Seins
zu machen; die Juden sind schwer von den Christen zu trennen, ver-
eint sie doch mehr, als das AT - als „auserwähltes Volk“ jedoch
sind sie in sexueller Hinsicht die Könige der Doppelmoral: Als Goi
darf man geliebt und gefickt werden, wie man als AfroKnecht von ei-
ner Südstaatenprinzessin geliebt und gefickt wird; sozial ist das
Judentum eine Abgrenzungsreligion, von besonderer Toleranz der Ju-
den innerhalb ihrer selbstgewählten Ghettos ist mir nichts bekannt
und es erscheint mir auch so, als ob sie den Christenländerlifestyle
interpretieren…
Ich kenne nun nicht alle Religionen, doch daß sie alle dasselbe Be-
dürfnis im Menschen befriedigen : Transzendenz - ist klar. Daß auch
hinsichtlich Sexualität alle führenden Religionen auf gleiche, wenn
nicht gar identische Antworten kommen - noch klarer. Daß sich aber
gerade dort, wo die größte sexuelle Freiheit auf dem Erdenrund
herrscht ständig irgendwelche Schlaumeier daranmachen ihre eigene
traurige Sexualität zur Generalkritik an ihrer christlichen Kultur
zu machen - ein Phänomen. Zumal: Ist es nicht so, daß Sexualität im
Abendland eine Überbewertung erfährt, wie im Einzugsbereich keiner
anderen Religion? Daß es sich hierbei um ein Dekadenz-Problem han-
delt ist klar. Doch selbst im Rom Caligulas gab es keine so schich-
tenübergreifende Sex-Hysterie, wie in den Ländern mit christlicher
Grundlage heute. Eine sehr verspannte Grundhaltung trifft auf eine
sehr triste Realität - und das bei allen Möglichkeiten: Niemals
war es für einen Mann so leicht möglich mit einer Frau zu schlafen,
ohne daß es Nachfolgeschwierigkeiten gibt, wie im Jahr 2003. Und
es geht tatsächlich nicht um die Pille oder anderen praktischen
Kram, sondern um die grundsätzliche Einstellung der Christenmen-
schen - Sie sind unkomploizierter geworden, so unkompliziert, wie
sonst kein Kulturkreis! Niemals war es für eine Frau so leicht
möglich ein exessiv sexualisiertes Leben zu führen, ohne wirklich
sozial beeinträchtigende Folgen, wie im Jahr 2003 in Deutschland
(besser: in den Großstädten Deutschlands - die Stadt-Land-Proble-
matik ist mir durchaus bewußt).
Ich weiß nicht, wie Du, Gandalf, Dich mit den Religionen beschäftigt
hast und will das auch garnicht werten. Daß Du mit Deiner Einschät-
zung lediglich ein 68ger Klischee reanimierst soll auch nicht mein
Problem sein. Daß die Bibel Dir als sexualfeindliche Schrift gilt
finde ich aber komisch. Egal.

x-nada

p.s.: Übrigens bin ich durch und durch säkularisierter Katholik.

p.p.s.: NEBENBEMERKUNGEN ZU ZÖLIBAT
Es gibt keine Religion, in der die sexuelle Enthaltsamkeit nicht
als herausragende Leistung gefeiert wird. Denn das ist das Wesen
von KULTUR: seine Natur zu kontrollieren vermögen. Das Christen-
tum hat dieser Einsicht mit dem Zölibat administrativ Rechnung
getragen. Daß das Zölibat als Zwang empfunden wird, liegt in der
Wahrnehmung der an ihm gescheiterten (Nur weil jemand zum dritten
Mal betrunken Auto gefahren ist und dadurch seinen Führerschein
verliert, folge ich nicht seiner Forderung, die Promillegrenze
für Autofahrer abzuschaffen. Nur weil einige Pfaffen, nachdem sie
ihr Leben in „heiligem Schwur“ Gott widmeten, diesen Bund lösen
möchten, weil sie sich als zu schwach für die Einlösung des
Schwurs erwiesen und nun egoistische Prioritäten setzen, ist
doch das Prinzip des Zölibats nicht in Frage gestellt! Ich muß
an dem Glauben dieser Drewermännchen zweifeln, wenn sie ihr har-
tes Los bejammern: Sie scheitern nämlich an sich und nicht an ih-
rem Gott, nur können sie sich dies nicht eingestehen. Sie haben
Vorgaben zugestimmt, denen sie nicht zu entsprechen vermögen und
werden unsachlich, indem sie ihr Scheitern der Struktur - Amtskirche -
anlasten, welcher sie vor ihrem Scheitern bis hin zur Selbstaufgabe

  • heiliger Schwur - gefolgt sind. Als ob Rainer Calmund die inter-
    nationalen Fußballregeln ändern wollte um seinen Club vor dem
    Abstieg zu retten. Bei den Drewermännchen wie bei Calmund handelt
    es sich um Versagerträume. Und vielfach beschleicht mich der Verdacht,
    daß es sich bei den Versagerpfaffen um primitive Besitzstandswahrer
    handelt, die das Priesteramt nicht um Gottes Willen und dessen Schäf-
    chen inne halten wollen, sondern wegen der Privilegien die aus einem
    solchen Amt erwachsen. Daß die nicht sonderlich üppig sind ist mir
    klar, aber ohne den Religionsbezug sind diese Typen doch unterqualifi-
    zierte Streetworker ohne jegliche Privilegierung. Warum sonst kündi-
    gen diese Pfarrer mit der midlifekrisengeschüttelten Lust am ordinären
    Leben nicht einfach ihr Amt?!! Ich habe noch nie von einem Pfarrer
    gehört, der aus seinem Amt scheiden wollte, weil er sich ihm nicht
    mehr gewachsen sah und von seinen Kirchenoberen dazu gezwungen
    wurde weiter in Keuschheit und Abstinenz zu funktionieren. Es ist
    möglich als römisch-katholischer Priester zu kündigen und ein neues
    Leben anzufangen - ohne mit Gott, der Amtskirche oder dem eigenen
    Glauben in Konflikt zu geraten! Und dies geschieht auch, nur ist
    dies nicht sonderlich spektakulär. Spektakulär sind die wichtigtu-
    erischen Selbstdarsteller, die ein halbes Leben lang von der Kanzel
    gepredigt haben und von dieser VonObenNachUntenKanzelperspektivischen
    Schlaumeierei nicht lassen können, obgleich sie es sind, die versag-
    ten. Versager eben. - Es gibt genug Pfarrer die sich für ein weltli-
    ches Leben entschieden haben, ein zweites Leben begonnen haben und
    nicht damit nerven, daß die Struktur der Kirche unzulänglich ist, wo
    sie selbst den Balken im eigenen Auge nicht sehen.)

Entschuldigung,
der Text war als Antwort auf Gandalf (weiter unten)
gedaxht.

x-nada

x-nadas Sexualitism
Moin x-nada

die Rigidität des

Shin-
tuismus ist redensartlich; der Buddhismus ist ohnehin eine
Askese-
religion, die in stetiger Maßregelung den Menschen knechtet,
weil
sie Wert darauf legt, ihm sein Ungenügen zum Maßstab seines
Seins
zu machen;

Kannst du obiges durch einen Text der buddhistischen Lehre belegen (was ich bezweifle) oder denkst du dir das mal irgendwie so, ohne großartige Kenntnisse der buddhistischen Lehre zu haben (was ich stark annehme) ?

Der Shintoismus hat mit dem Buddhismus übrigens soviel gemeinsam wie Sushi mit Sauerkraut.

Wenn du bei denen Äußerungen hinsichtlich der andere Religionen soviel „Kenntniss“ zugrundelegst wie beim Buddhismus würde ich dir Raten, dein Posting nochmal unter „Stories“ zu posten :smile:

Gruss
Marion

Hallo.

es ist ein unausrottbarer Mythos, daß das

[…]

„auserwähltes Volk“ jedoch
sind sie in sexueller Hinsicht die Könige der Doppelmoral
Als Goi darf man geliebt und gefickt werden, wie man als
AfroKnecht von einer Südstaatenprinzessin geliebt und
gefickt wird

Ich dachte bis eben, dass es einem frommen Juden (und um den scheint es ja zu gehen) Sex mit Nichtjuden nicht erlaubt ist?!

Schalom,
Eli

hallo Eli,

… dann gab es und gubt es aber sehr viele nichtfromme Juden! :smile:)

Grüße
Raimund

Hallo Raimund,

… dann gab es und gubt es aber sehr viele nichtfromme
Juden! :smile:)

wohl kaum mehr als nichtfromme Christen :wink:

Gruss Harald

da hast Du auch wieder Recht! :smile: o.w.T.
.


Liebe Marion,

da der Buddhismus schwerlich als Schriftreligion be-
zeichnet werden kann, kann ich Dir auch schwerlich ver-
bindliche Psalmen liefern.
Da ich mich im sehr Allgemeinen halte, mit meiner Be-
wertung, dürfte es Dir aus Deiner Perspektive äußerst
leicht fallen, meine Behauptung zu widerlegen. Ich bin
gespannt.

Das Problem von „christentumgeknechteten Westlern“ ist
ihr Glaube in den gradliniger-einfacheren Weg ins Glück
in östlichen Religionen. Feierabend-Tibetianer aus Holly-
wood und Midlifecrisisesoteriker geben einen unrealisti-
chen Takt vor.
Da die atheistischen Religionen das menschliche Bedürf-
nis nach Transzendenz etc. gewissermaßen auf den Klienten
personalisieren, ist dieser selbst Herr über seine Er-
füllung - je nach Steigerung seines Bedürfnisses danach
invollvierter. Bei ganz plattem Anspruch kann man auch ein-
fach nur irgend einen altvorderen Meister zitieren und sich
damit begnügen, irgendwelchen Sprüchemeistern zu folgen oh-
ne die eigene transzendente Erfahrung gemacht zu haben.
Dies funktioniert auf dieser untersten Ebene auch mit Nos-
tradamus, Marx und Kübelböck. Desderwegen daderhalb ist
asiatische Religion so hip, wie sie „fast good“ ist: Während
ein Siddharta ein halbes Leben um Transzendenz in der Natur
mit nur seiner menschlichen Natur kämpft, um Buddha zu werden,
meinen „Westler“ schon Buddha zu sein, benötigen jedoch nur
den „theoretischen Unterbau“ um ihre im christlichen Abendland
verkannte Größe esoterisch zu beweisen. In der Regel müssen
es sich diese Spaßvögel ja nur selbst beweisen. Daß, wer ihnen
auf dem Eso-Trip nicht folgt garnicht verstehen könne, worum
es gehe, ist ein Standardspruch.

Im Grunde treffen die Ex-christlichen Esoteriker in anderen
Kulturreligionen auf das selbe Phänomen, wie in der abendlän-
dischen Religion, mit dem Unterschied: sie fangen ganz unten
an und erkennen nicht die Analogie zu ihrem Herkommen.
Der Dalaih Lama hat das sehr schön auf den Punkt gebracht, als
er in einem „Zeit“-Interview vor etwa acht Jahren (?) die Men-
schen dazu aufforderte, lieber etwas sorgsamer in ihrem eigenen
Kulturkreis und dessen Religionen zu agieren, als das Heil in
so exotischen wie unverstandenen Glaubenssystemen zu suchen.

x-nada

p.s.: Was heißt „x-nadas Sexualitism“?

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

1 „Gefällt mir“

… dann gab es und gubt es aber sehr viele nichtfromme
Juden! :smile:)

Für die hat aber das geschriebene auch keine grosse Bedeutung oder? Somit waren die Aussage ein Widerspruch in sich.

Schalom,
Eli

PS. Ausserdem wusste ich nicht, dass du Experte in Sexleben von Juden bist, solltest Du sofort in deinem Profil vermerken :wink:

Buddhismus und Askese
Moin x-nada

da der Buddhismus schwerlich als Schriftreligion be-
zeichnet werden kann, kann ich Dir auch schwerlich ver-
bindliche Psalmen liefern.

Zwar ist es nicht so, dass es im Buddhismus Texte gibt, an die der Buddhist nun zu glauben hat oder nicht, aber die Lehre Buddhas ist sehr gut dokumentiert. Allein der tibetisch-buddhistische Kanon unmfasst mehrere tausend Bände, du könntest ja mal einen davon lesen, bevor du dich über Buddhismus äußerst :smile: Insofern ist es grade beim Buddhismus nicht so leicht, sich einen Buddhismus quasi nach Belieben zurechtzubasteln, zumindest nicht in dem Moment, wo man auf jemanden trifft, der mit der Lehre vertraut ist.

Da ich mich im sehr Allgemeinen halte, mit meiner Be-
wertung, dürfte es Dir aus Deiner Perspektive äußerst
leicht fallen, meine Behauptung zu widerlegen. Ich bin
gespannt.

Nun ja, das ist in der Tat schon fast zu leicht, aber bitte :smile:
Du schreibst: der Buddhismus ist ohnehin eine Askese-
religion, die in stetiger Maßregelung den Menschen knechtet, weil
sie Wert darauf legt, ihm sein Ungenügen zum Maßstab seines Seins
zu machen;
.

In seiner Lehrrede vom Antrieb des Rades der Lehre (Dhammacakkappavatana-Sutta), die direkt dem Buddha zugeschrieben wird, heisst es in Vers 3:

„Da ist eimal die Hingabe an die Lust der Sinnesfreuden, niedrig, gemein, weltlich, unedel, nicht zum Ziel führend. Da ist zum anderen die Hingabe an die Selbstpeinigung, leidvoll, undedel, nich zum Ziel führend . Ohne diesen beiden Extremen, o Mönche, zu folgen, ist ein mittlerer Pfad vom Vollendeten entdeckt worden, der Sehen bewirkt, Wissen bewirkt, zur Beruhigung, zur Einsicht, zur Erleuchtung, zum Erlöschen hinführt.“

Siddharta Gautama hatte sich selbst jahrelang einem Leben der Askese verschrieben und sich dann von diesem Leben wieder abgewandt, weil es seiner Meinung nach nicht zu dem von ihm erhofften Erfolg führte. Obiges wird allgemein als mittlerer Pfad verstanden, also ein Pfad, ohne einem der beiden Extreme zu folgen (man soll sein Herz also auch nicht an Sinnesfreunden hängen/heften). Einem asketischen Leben zum Zwecke der Selbstknechtung (oder welchem Zweck auch immer), wie du es oben beschreibst, wird also eindeutig eine Absage erteilt. Dies findet sich auch in vielen anderen Äußerungen Buddhas wieder, grade weil es eines der grundlegenden Merkmale des Buddhismus ist. Wie der Pfad statt dessen aussehen könnte, davon ist dann im sogenannten „Achtfachen Pfad“ die Rede (und auch da steht nichts von Askese). So wird im Buddhismus Sex zum Beispiel nicht generell abgelehnt, sondern „sexuelles Fehlverhalten“ (ich hoffe dir ist der Unterschied bewusst).

Zwar meinen viel Menschen, dass es leichter ist, sich dem Anhaften an bestimmte Sinnesfreuden zu entziehen, indem man sich diesen gar nicht erst aussetzt (und somit leben viele buddhistische Ordinierte z.B. ohne Besitz) aber eine Grundvoraussetzung ist das nicht.

Das Problem von „christentumgeknechteten Westlern“ ist
ihr Glaube in den gradliniger-einfacheren Weg ins Glück
in östlichen Religionen. Feierabend-Tibetianer aus Holly-
wood und Midlifecrisisesoteriker geben einen unrealisti-
chen Takt vor.

Sorry, solche Leute kenne ich nicht, kann dazu also auch keine Aussage machen. Zudem ist es mir auch relativ egal. Die Buddhistsischen Lehren sind schließlich für jeden nachzulesen, der sich dafür interessiert und es gibt auch in europäischen Ländern z.B. kompetente, legitimierte buddhistische Lehrer, da braucht man sich nicht an irgendwelchen Hollywoodies zu orientieren.

Da die atheistischen Religionen das menschliche Bedürf-
nis nach Transzendenz etc. gewissermaßen auf den Klienten
personalisieren, ist dieser selbst Herr über seine Er-
füllung - je nach Steigerung seines Bedürfnisses danach
invollvierter. Bei ganz plattem Anspruch kann man auch ein-
fach nur irgend einen altvorderen Meister zitieren und sich
damit begnügen, irgendwelchen Sprüchemeistern zu folgen oh-
ne die eigene transzendente Erfahrung gemacht zu haben.

Klar, wems gefällt…
Buddhismus ist aber nur etwas, was sich auf die Lehre Buddhas bezieht und nicht auf die Lehre von Emil Müller von nebenan oder von vor 1500 Jahren.

Dies funktioniert auf dieser untersten Ebene auch mit Nos-
tradamus, Marx und Kübelböck. Desderwegen daderhalb ist
asiatische Religion so hip, wie sie „fast good“ ist: Während
ein Siddharta ein halbes Leben um Transzendenz in der Natur
mit nur seiner menschlichen Natur kämpft, um Buddha zu werden,
meinen „Westler“ schon Buddha zu sein, benötigen jedoch nur
den „theoretischen Unterbau“ um ihre im christlichen Abendland
verkannte Größe esoterisch zu beweisen. In der Regel müssen
es sich diese Spaßvögel ja nur selbst beweisen. Daß, wer ihnen
auf dem Eso-Trip nicht folgt garnicht verstehen könne, worum
es gehe, ist ein Standardspruch.

Ich denke eher, diese Lehren sind so „hip“, weil sich kaum einer die Mühe macht, sie überhautp kennenzulernen. Die meisten Leuten kennen nur irgendwelche flachen Schlagwörter und basteln sich ihr eigenes Verständnis (wie sie es denn gerne hätten) darum herum. Nichts anderes hast du mit deiner Aussage über Buddhismus (oben) ja auch gemacht. Aus irgend einem Grund hast du Buddhismus anscheinend mal mit „Askese“ in Verbindung gebraucht. Ob dies überhaupt haltbar ist, hast du aber offensichtlich nicht geprüft, weil der Askese-Gedanke deinem Verständnis von Buddhismus offenbar grade recht kam.

Der Dalaih Lama hat das sehr schön auf den Punkt gebracht, als
er in einem „Zeit“-Interview vor etwa acht Jahren (?) die Men-
schen dazu aufforderte, lieber etwas sorgsamer in ihrem
eigenen
Kulturkreis und dessen Religionen zu agieren, als das Heil in
so exotischen wie unverstandenen Glaubenssystemen zu suchen.

Das ist richtig. Manch ein Buddhist würde sogar noch weiter gehen und sagen: Das „Heil“ kannst du nur in dir selbst finden, und in gar keiner Religion. Religion kann dir lediglich dabei helfen, also allenfalls als Vehikel fungieren und nicht als „Heil an sich“. Zumindest entspricht das dem Selbstverständnis des Buddhismus.

Gruss
Marion

p.s.: Was heißt „x-nadas Sexualitism“?

Das heisst, dass das von dir in deinem Posting Erklärte wohl eher auf deinem eigenen Mist gewachsen ist als auf dem der religiösen Lehren, denen du es gerne zu ordnen wolltest :smile: