Hi Nils,
Da sehe ich den Nachteil nicht so ganz. Bei marktengen Werten
besteht ja keine Verpflichtung, sondern lediglich das Recht
zur internen Ausführung. Die interne Abwicklung der Orders für
sämtliche Papiere ist sicherlich nicht das erklärte Ziel.
Bei dem DeuBA-System ist das das Ziel. Es geht darum ein Gegengewicht zum CCP an der FWB zu schaffen, weil dort die Kosten für Sicherheitsleistungen und Mitgliedschaft zu hoch werden. Das Cross-Margining gegen derivative Positionen wird in diesem Jahr nicht mehr eingeführt werden.
Die Vorteile bei viel gehandelten Werten liegen auf der Hand.
Der Kunde spart zwar ein wenig Provision, die wird aber
sicherlich für die Bank ertragreicher sein als die bei
Börsengeschäften berechnete. Viele Banken sind aber auch als
Emittenten von Optionsscheinen tätig. Das Hedging kann dann
sozusagen bankintern gegen Kundenaufträge gemacht werden.
Dax-Werte als OS-Underlying haben ein ausreichendes Volumen.
Dafür ist es schon wegen geringerer Kosten ein Vorteil für
sie.
Und genau da beginnt das Problem. Kundenorders, die passen werden gegen Nostro geschlossen und der Kunde hat keine Möglichkeit festzustellen, ob der Kurs marktgerecht war (es gibt ja immer noch zu viele unlimitierte Orders).
Vorteile für Bankkunden (Anleger)
- Schnellere Orderausführung
Schneller als Xetra geht bei umsatzstarken Werten wohl kaum.
Und bei umsatzschwachen ist die Chance einer quasi
nebenbörslichen Ausführung ohnehin gering.
Ich meinte damit, daß ein Kundenauftrag entweder Online oder vom Kundenberater in das Inhouse-System der Bank eingegeben wird. Ein internalisiertes Geschäft kann auch nachbörslich ausgeführt werden. In manchen Häusern ist auch das Orderrouting an Xetra nicht automatisiert und die Händler tippen die Orders noch einmal manuell ins XETRA-Frontend.
Nachteile für Bankkunden
- Keine Kontrollmöglichkeit, ob der Kurs einem 'Marktwert
entspricht
- Allgemeine Intransparenz
Bei XetraBest zumindest ist der Clou ja gerade, dass du nicht
schlechter gestellt wirst, als wenn deine Order tatsächlich in
Xetra ausgeführt würde.
Da war die hessische Börsenaufsicht anderer Meinung. Deshalb dürfen XETRA-Best-Trades auch nicht börslich sondern nur außerbörslich genannt werden.
Zum einen kann man anhand von
Intradaykursverläufen prüfen, ob die Order marktgerecht
ausgeführt wurde, zum anderen wird wohl keine Bank die
öffentliche Diskussion wegen Ausführung zum Nachteil des
Kunden wünschen. Oder sehe ich das zu blauäugig?
Das denke ich schon 
Sofern die Bank keine Selbstverpflichtung zur Orientierung am
Orderbuch der Börse hat, würde ich sie wechseln.
Wenn wirklich alle Pläne der Banken in Richtung Internalisierung erfolgreich umgesetzt werden, dann wird es in der Zukunft keine vergleichbaren Börsenkurse geben. Außerdem, was heißt „Orientierung an“? +/- 5 %, oder mehr, oder weniger, mit welcher zeitlichen Abweichung?
Und „Allgemeine Intransparenz“ ist nun wirklich kein
sachliches Argument.
Da hast Du natürlich recht 
Aber ich denke, daß Du auch bei der DeuBa weiterhin den
Börsenplatz für Deine Orders vorgeben kannst und damit das
ganze explizit umgehen kannst.
Anscheinend ja nicht. Die behalten sich doch eine
Eigenausführung vor, wenn ich das richtig verstanden habe?
XetraBest kannst du auch nicht verhindern, sofern deine Bank
das anbietet, hast aber auch keinen Nachteil dadurch.
Ich kenne die neuen AGBs nicht. Meiner Auffassung nach kann man als Kunde den Börsenplatz vorgeben. XETRA-Best ist aber kein Börsenplatz, sondern eine OTC-Plattform. Wenn ich XETRA vorgebe, dann darf die Order nicht in XETRA-Best ausgeführt werden.
Mal sehen ob das NASDAQ-Deutschland-System als Börse anerkannt wird.
Ciao,
Uwe