Hey liebe Menschen,
ich will mir endlich das Essen von Süßigkeiten abgewöhnen, weil ich wirklich ganz schlimm nasche und damit gar nicht aufhören kann…
Welche Tipps habt ihr, damit man sich von dem ganzen Naschrakm entwöhnt? Wie habt ihr aufgehört, zu viel Süßkram zu futtern?
Ich danke!
Hallo,
ich bin auch so eine Süße. Wenn ich wirklich gar nichts Süßes mehr essen will, dann streiche ich auch rigoros alles Süße, weil bei mir ist es so, esse ich ein Stückchen, dann will ich mehr und immer mehr. Das ist so ähnlich wie beim Rauchen, entweder ganz oder gar nichts. Ich helfe mir schon mal mit Stevia, wenn es sehr schlimm ist, da ich keinen anderen Süßstoff mag. Da mache ich mir dann einen Pudding, Götterspeise, Quark mit Kakao oder was ähnliches.
Viel Erfolg.
Hallo Elke,
das ist ein prima Entschluß!
Betrachte (Haushalts-)Zucker wie eine Droge, dann weißt Du, was auf Dich zukommt. Das ist wie das Abgewöhnen des Rauchens. Kein Spaß.
Aber richtig gut.
Mittlerweile gibt es sogar Untersuchungen im MRT, die belegen, daß vom dauernden Zuckerkonsum aktiv negative Hirnveränderungen stattfinden!
Das ist erschreckend und auch nur die Spitze vom Eisberg. Ich könnte Dir da Stoffwechsel-Zusammenhänge nennen, da wird Dir schlecht.
In Kurzform fasste es mal ein amerikanischer Krebsforscher zusammen, der sagte: „Sugar scares me“.
Der Mann hat recht.
Ich lebe jetzt seit fast genau einem Jahr quasi Haushaltszuckerfrei. Quasi bedeutet, daß ich mir maximal die Menge von höchstens einem TL davon in einem Gericht zugestehe, aber wirklich sehr sehr selten. Wie gesagt, betrachte das Zeug als Droge und Du bist recht nah dran.
Dein Körper wird Entzug melden. Dein Hirn wird „Gib mir Süßes“ schreien. Dein Blutzuckerspiegel wird Berg- und Talbahn fahren. Letzteres musst Du unbedingt aushebeln, sonst kannst Du dem Süßkram nicht widerstehen. Das hat dann nichts mit Charakterschwäche zu tun, sondern mit physiologischer Steuerung.
Also. Sei gnadenlos und mach Dich auf Entzug gefasst. Es wird allerdings immer besser und einfacher und seit vielen Monaten fehlt mir echt garnichts, im Gegenteil, wenn ich beim Bäcker hocke und die Teilchen sehe, kriege ich eher ein inneres Schütteln, weil mir das Zeug zu süß ist. Ab und an beiße ich testhalber mal bei jemandem irgendwas ab und überzeuge mich davon, daß sich meine Zuckerrezeptoren wohl erholt haben und das für meine Verhältnisse alles viel zu süß ist und deswegen nicht schmeckt (!!!)
Hätte ich auch nicht für möglich gehalten, ich war immer ein echter Süßschnabel.
Also: Du mußt das Abstürzen des Blutzuckerspiegels abfangen. Da gibt es nur einen Weg, das langsam zu normalisieren. Hab immer ein paar Täfelchen Traubenzucker (Dosierung maximal 2 Stück auf einmal!) oder alternativ 20 Rosinen oder 20 Trauben griffbereit. Die Menge hab ich genau ausgerechnet, bei mir passt die.
Sobald Du keinen Zucker mehr futterst, normalisiert sich das schnell selber und Dein Stoffwechsel sollte dann wieder in der Lage sein, das selbst immer schön im Lot zu halten.
Du musst nicht auf „Süßes“ verzichten. Bei Obst musst Du auf die Menge achten, Fruktose macht nämlich unschöne Dinge in der Leber. Leute, die zu viel Obst essen, züchten sich eine Fettleber an. Ehrlich.
Also Obst ist gut, aber nicht übertreiben. Mal ein Apfel oder eine Banane und gut ist.
Honig genauso. Sehr feine Sache, aber wohldosiert bitte! Denn auch da ist unter anderen Zuckersorten Fruktose drin.
Das Fruktoseproblem in der Leber beginnt bei jedem individuell bei einer anderen Menge. Das ist nicht zu verwechseln mit einer Fruktose-Unverträglichkeit! Das Leber-Problem hat jeder! Es weiß nur keiner.
Ich erkläre es auf Wunsch gerne näher. Keine Hexerei. Reine Biochemie des Stoffwechsels. Ist auch keine „Glaubenssache“. Klassische organische Chemie.
Auf jeden Fall gehen manche Süßstoffe, aber auch nicht alle (manche werden im Körper zu Fruktose umgebaut…), Aspartam müsste gehen und Stevia geht allemal.
Mit Stevia hab ich letztes Jahr Weihnachtsplätzchen getürkt. Ging gut. Darf man nur keinem normalen Zucker-User anbieten, der kriegt es vermutlich nicht runter. Aber wenn man selber nicht mehr „auf Zucker“ ist, schmecken die erstaunlich gut.
Ich hoffe Dir ein bisschen weitergeholfen zu haben.
Wenn Dich ein Effekt genauer interessiert, kannst Du gerne nochmal nachhaken…
Liebe Grüße
Claudia Heike