Hallo Tanja,
du stellst hier sehr „religiöse“ Fragen 
Ich habe mühsam gelernt, dass der Bereich Hausbau und -sanierung diskussionstechnisch sehr emotional geführt wird.
In Unkenntnis deiner genauen Situation, muss ich halt mal ein bischen was annehmen.
Wir besitzen ein Haus, das 1976 gebaut wurde. Im nächsten Jahr
soll eine Dachsanierung erfolgen (Wärmedämmung und
Photovoltaikanlage).
Der Bereich unter dem
Dach ist nur teilweise geheizt, die Decke zum Dachboden wurde
schon vor mehr als zehn Jahren gedämmt.
Wenn das Dach ausgebaut/geheizt genutzt werden soll, ist die neue Dämmung sicher eine Gute Idee. Wenn nicht, erscheint es mir als die falsche Priorität.
Bedenke, dass alte Dämmungen u.U. nicht mehr so „gesundheitsförderlich“ sind. Ich würde mir deswegen noch Gedanken um die bestehende Dämmung machen.
Deswegen waren wir beim Energieberater
der Stadt, der uns geraten hat, Holzweichfaserplatten als
Aufsparrendämmung zu nehmen und darunter die Sparren komplett
mit Zellulose ausstopfen zu lassen.
Also das geht sicher. Im web gibt es ohne Ende Infos. Bei Dämmstoffen ist der U-Wert bzgl. der Dämmung entscheidend.
Hast du viel Platz unter dem Dach, kannst du einen Dämmstoff mit hohem U-Wert nehmen (dann halt mehr), ansonsten muss es einer mit einem niedrigen sein.
Folgendes solltest du prüfen:
- also den U-Wert
- die mögliche Dämmdicke.
- was möchstest du an Dämmstoffen und was nicht?
- Entflammbarkeit
- Ungeziefer-Risiko (bei Naturstoffen, z.B. Motten)
- Verarbeitung (Kosten für Handwerker)
- Aufwand für dich (halligalli im Haus, Dreck, Staub, Dauer)
- wie verhält sich der Dämmstoff, wenn er mal nass wird (Dach wir undicht, gibt es dann Schimmel?)
- generelle Haltbarkeit
- Dämmung ist ein Thema - was passiert mit der Raumluftfeuchte eine andere. Beides muss man beachten (Taupunktproblematik, Schimmel)
- BAFA-Zuschüsse und Kreditprogramme der KfW
Wichter als das „Was“, empfinde ich das „Wer“ - welcher Handwerker macht das sorgfältig.
Da solltest du dir viel Zeit nehmen.
Unter den bei der BAFA antragsberechtigen
Energieberatern befinden sich Architekten, Bauingenieure aber
auch Absolventen einer Weiterbildung. Wen sollten wir am
besten beauftragen?
Architekten sind Leute, die Häuser eher von aussen nach innen bauen. Hier geht es vorwiegend um Gestaltung und Design.
Ich halte energetische Sanierung für ein vorwiegend technisches Thema (wenn das geklärt ist, kann man sich um das Design kümmern)
Persönlich würde ich jemanden mit einem technischen Hintergrund beauftragen.
Allerdings halte ich einen Heizungsbauer mit Weiterbildung im Bereich Dach dann auch für weniger geeignet.
Daher würde ich in der Tendenz zu einem Bau-Ing oder Dachdecker raten (aber auch hier sind nicht alle gut oder alle schlecht)
Ist auch wichtig, was der für einen Hintergrund hat.
Ich weiß nicht, ob wir jemanden brauchen,
der die Baumaßnahmen überwacht. Wir selbst haben von so etwas
keine Ahnung. Wie geht man am besten vor?
Je weniger Ahnung man hat und je teurer das ganze wird, desto sinnvoller ist, es einen guten(!) Bauleiter zu haben.
Denkt auch evtl. an eine Rechtsschutzversicherung.
Es ist nicht sinnvoll, nur auf den Preis zu achten
Ich hoffe, ihr habt euch das mit der Photovoltaikanlage sehr gut überlegt, da das Thema recht kontrovers diskutiert wird.
Grüße
Michael