Energie sparen durch Reduktion auf 200V

Ich habe gehoert, dass die Regierung von Chile wegen der Energiekrise plant, die Spannung der Hausanschluesse von 220V/50Hz auf 200V/50Hz zu reduzieren um damit Energie zu sparen.

Irgendwie verstehe ich das nicht so ganz. Eine Gluehbirne wird wahrscheinlich weniger hell leuchten aber eine 1000W-Mikrowelle oder ein 500W-Netzgeraet werden ja trotzdem 1000W resp. 500W ziehen?!

Wer macht den Denkfehler?

Ich habe gehoert, dass die Regierung von Chile wegen der
Energiekrise plant, die Spannung der Hausanschluesse von
220V/50Hz auf 200V/50Hz zu reduzieren um damit Energie zu
sparen.

Unsinn. Das spart keine Energie. Denn P=I*U.

Hallo,

Irgendwie verstehe ich das nicht so ganz.

Ich auch nicht.

Eine Gluehbirne wird wahrscheinlich weniger hell leuchten

Mit Sicherheit. Und sie lebt auch wesentlich länger.

aber eine
1000W-Mikrowelle oder ein 500W-Netzgeraet werden ja trotzdem
1000W resp. 500W ziehen?!

Je nachdem - ein geregeltes Netzteil sollte das ausregeln, aber ich glaube nicht, dass jede Mikrowelle eine Spannungsregelung drin hat. Aber falls nicht, dauert das Kochen etwas länger - wobei man durch die auftretenden Verluste mehr und nicht weniger Energie benötigt. Was genauso bei einem Elektroherd und bei jeder elektrischen Heizung auftritt.
Elektromaschinen haben dagegen weniger Kraft - es ist dann fraglich, ob man für die Arbeit länger benötigt oder ob man sie vielleicht gar nicht mehr erledigen kann. Energie kann man so aber auch nicht sonderlich viel einsparen.

Man müsste halt man ganz genau hinschauen, wieviel elektrische Energie im Land wofür verbraucht wird. Vielleicht werden dort tatsächlich nahezu ausschließlich Glühlampen als elektrische Verbraucher verwendet?
Bis zum Beweis dessen halte ich das für eine Schnapsidee.

Gruß
loderunner

Schuss in den Ofen
Das kann nur nach hinten losgehen:

Irgendwie verstehe ich das nicht so ganz. Eine Gluehbirne wird
wahrscheinlich weniger hell leuchten

Richtig. Die Leute werden dann mehr Lampen einschalten, um genügend Licht zu bekommen -> Mehr Energieverbrauch.

aber eine
1000W-Mikrowelle

Die Leistung der Mikrowelle verringert sich, da das Magnetron i.d.R. nicht leistungsgeregelt ist -> längere Kochzeit mit geringerem Wirkungsgrad -> mehr Energieverbrauch

oder ein 500W-Netzgeraet werden ja trotzdem
1000W resp. 500W ziehen?!

Ein Schaltnetzteil wird die Ausgangsleistung konstant halten, aber i.d.R. einen niedrigeren Wirkungsgrad haben und entsprechend mehr Leistung aufnehmen -> Mehr Energieverbrauch
Fazit: Die Leistungsreduktion der Stromverbraucher durch geringere Netzspannung wird entweder durch geregelte Netzteile oder durch das Verbrauchsverhalten der Menschen über höhere Stromaufnahme kompensiert. Wegen höherer Leitungsverluste und geringerem Wirkungsgrad der für 220V optimierten Geräte erhöht sich der Energieverbrauch langfristig. Wirksam währe die Maßnahme allenfalls kurzfristig, z.B. um den unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch des Netzes abzuwenden

Jörg

Ich habe gehoert, dass die Regierung von Chile wegen der
Energiekrise plant, die Spannung der Hausanschluesse von
220V/50Hz auf 200V/50Hz zu reduzieren um damit Energie zu
sparen.

Unsinn. Das spart keine Energie. Denn P=I*U.

Juchu dann nehmen die Endverbraucher im Ausgleich mehr Strom ab, und der Spannungsabfall über die versorgungsleitungen wird größer…

Spannungs erhöhung würde eigentlich dauerhaft zu einem Einsparen an Energie führen.

Ich denke deswegen hat die EU alle Versorgungsnetze auf 230V angehoben, und nicht auf den niedrigsten Wert gesenkt.

Was Geld kostet, ist der Betrieb der Kraftwerke.

Bei Reduzierung der Hertzzahl auf 48 Hz wird gespart. Das ist eine gängige Praxis.

Hat Chile nicht 60 Hz??

mfgConrad

Hallo,

Was Geld kostet, ist der Betrieb der Kraftwerke.

Ach so.

Bei Reduzierung der Hertzzahl auf 48 Hz wird gespart.

Was wird denn da gespart?

Das ist eine gängige Praxis.

Wo, bitte?

Hat Chile nicht 60 Hz??

Nö: http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A4nder%C3%BCbersic…

Gruß
loderunner

Bei Reduzierung der Hertzzahl auf 48 Hz wird gespart.

Was wird denn da gespart?

Kohle, Gas oder Öl. Die Generatoren önnen langsamer laufen.

Das ist eine gängige Praxis.

Wo, bitte?

Habe ich selbst zwei jahre mitgemacht.

Hat Chile nicht 60 Hz??

Nö:
http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A4nder%C3%BCbersic…

Wer ist wikipedia??

Bei Reduzierung der Hertzzahl auf 48 Hz wird gespart.

Was wird denn da gespart?

Kohle, Gas oder Öl. Die Generatoren önnen langsamer laufen.

Ach? Und warum spart das Öl?
Ich glaube, Du hast da irgendwas nicht ganz verstanden mit Energie, Leistung und Wirkungsgrad.
Oder ich habe nicht verstanden, wovon Du eigentlich redest.

Das ist eine gängige Praxis.

Wo, bitte?

Habe ich selbst zwei jahre mitgemacht.

Wo denn? Im Gartenhaus? Und was genau hast Du da gespart? Abnutzung beim Radiowecker?

Hat Chile nicht 60 Hz??

Nö:
http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A4nder%C3%BCbersic…

Wer ist wikipedia??

Wikipedia ist die in diesem Fall glaubwürdige Quelle des Wissens, nach der es Dir verlangt hat. Such Dir doch eine andere, wenn Du es besser weißt.
Gruß
loderunner

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Na, damit hast Du Dich aber selbst disqualifiziert.

Polpaare x Drehzahl
Frequenz = ------------------------------
60

Wie du siehst, ist die Frequenz abhängig von der Drehzahl des Generators.
Polpaare sind feste Werte. Die 60 ebenfalls.

Drückt man die Drehzahl, wird die Frequenz geringer.

Drückt man die Drehzahl, wird weniger Dampf benötigt.

Wird weniger Dampf benötigt, verbraucht man weniger Öl, Kohle, Gas, Holz oder Torf oder Kuhfladen.

Eine Verringerung der Frequenz um 2 - 3 Hertz ist durchaus in den 3.Welt-Ländern üblich. Z.B. in Südamerika, wo es kein verbindendes Stromnetz gibt, sondern jede Stadt seinen eigenen Powerplant hat. Selbst auf deutschen Seeschiffen mit E-Leistungen von mehreren 1000 kW wird auf vielen Schiffen die Frequenz aus Ersparnisgründen verringert.

Hallo,

Na, damit hast Du Dich aber selbst disqualifiziert.

Wir werden sehen.

Wie du siehst, ist die Frequenz abhängig von der Drehzahl des
Generators.

Ja. Und?

Drückt man die Drehzahl, wird weniger Dampf benötigt.

Unsinn.
Die Energie, die man rausholt, ist die, die man reinsteckt abzüglich der Verluste im Generator. Und da die Generatoren für eine bestimmte Drehzahl optimiert sind, steigen die relativen Verluste, wenn sie mit anderen Drehzahlen betrieben werden.
Und selbstverständlich ist die Drehzahl nicht nur einfach vom Dampf abhängig, sondern genauso von der Belastung. Wenn Du die Belastung komplett wegnimmst, ‚sparst‘ Du also richtig Dampf. Mit dem kleinen Nachteil, dass dann der Wirkungsgrad gleich Null ist - es gibt jetzt nur noch Verluste. Und umgekehrt sinkt eben die Drehzahl, wenn die Belastung bei konstantem Dampfdruck zunimmt. Eine gute Regelung gleicht das aus.

Eine Verringerung der Frequenz um 2 - 3 Hertz ist durchaus in
den 3.Welt-Ländern üblich. Z.B. in Südamerika, wo es kein
verbindendes Stromnetz gibt, sondern jede Stadt seinen eigenen
Powerplant hat.

Nö. Das Problem ist nicht die gar nicht vorhandene Energieersparnis, sondern schlicht die unzureichende Regelung. Das ist keine Absicht, sondern eine unerwünschte Nebenerscheinung. Die aber ohne Verbundnetz (da würden gewaltige Ausgleichströme fließen) toleriert werden. Man spart sich das Geld für Regler und Puffer.

Und wer hat sich nun disqualifiziert?

Gruß
loderunner

Lass es doch endlich sein!

Ich könnte Dir die schriftliche Order einer Firma zeigen, die vorschreibt, die Frequenz aus Kostengründen zu Reduzieren.

Aber auch da würdest du gegenan stinken.

Und zu recht. Denn was für eine bestimmte Anlage gelten KANN, wird nicht für ein ganzes Netz gelten.

Mal nen paar Beispiele:
Straßenbeleuchtung: Weniger Frequenz = Mehr Leistung (zumindest bei den meist verbauten VVGs)
Wärmeerzeugung: Frequenzunabhängig
Motoren (Drehstromasynchron, Kondenstaormotor): Weniger Leistung durch weniger Frequenz.
Motoren (Universalmotor): Frequenzunabhängig.

Dass eine Turbine effizienter läuft, wenn ihre Drehzahl unter der Nenndrehzahl liegt, ist ne Mildmädchenrechnung.
In Straßenbeleuchtungen kann man durch Frequenzerhöhung Energie sparen, solche Geräte werden angeboten.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Lass es doch endlich sein!

Ich wüsste nicht, warum.

Ich könnte Dir die schriftliche Order einer Firma zeigen, die
vorschreibt, die Frequenz aus Kostengründen zu Reduzieren.

Mach doch. Vielleicht bringst Du dann auch gleich eine physikalische Begründung, warum diese Order auch einen Sinn hat.

Aber auch da würdest du gegenan stinken.

Bis zum Beweis des Gegenteils.

Ich sehe nicht ganz, warum Deine Behauptung, die Du mit angeblichen Aussagen anderer zu stützen versuchst, glaubhafter sein sollte als meine, die ich versucht habe, mit logischen, physikalischen Argumenten zu stützen.

Motoren (Drehstromasynchron, Kondenstaormotor): Weniger
Leistung durch weniger Frequenz.

Muss mich mal korrigieren, soo einfach ist das natürlich nicht.
Weniger Leistung gibts nur, wenn der Motor durch die niedrigere Drehzahl auch weniger Leistung abgibt.
Eine Pumpe, die X Liter Wasser zu fördern hat, braucht bei niedrigerer Drehzahl natürlich länger dafür - Ersparnis ist somit 0 oder weniger :wink:

Hallo.

Ich denke deswegen hat die EU alle Versorgungsnetze auf 230V
angehoben, und nicht auf den niedrigsten Wert gesenkt.

Also soviel ich weiß, hat man sich auf den Mittelwert geeinigt.

Bsp.:
France/DDR/Italia/Bundesrepublik Deutschld./Schweiz/Finnland/Dänemark/Spanien/Norwegen:
220 früher.

GB:
240 früher.

Mittelwert.

Gruß, Michael

Hallo.

Bei längsgeregelten Netzteilen wird der Verlust am Längstransistor ein kleines bisschen geringer. Aber um die Kraftanlagen umzustellen, benötigt man Dieselkraftstoff (jemand muß HINFAHREN), es sei denn, man schiebt den LKW :smile: Das dürfte dies ziemlich genau wieder wettmachen.

Bei SNT wird der Verlust nicht auf so einfache Weise mit der Netzspannung zusammenhängen. Es trifft wohl eher das Gegenteil zu, wie schon an anderer Stelle geschrieben wurde.

G.,

Michael Z.!

Politsch gewollter Unsinn?

Ich habe gehoert, dass die Regierung von Chile wegen der
Energiekrise plant, die Spannung der Hausanschluesse von
220V/50Hz auf 200V/50Hz zu reduzieren um damit Energie zu
sparen.

Das halte ich für absolut plausibel. Nicht weil es Energie sparen würde, sondern weil Politiker durchaus mit solchen blödsinnigen Maßnahmen - ja, was auch immer, sich profilieren, Aktivität zeigen wollen oder müssen, 'ne gute Presse bekommen wollen…

Was hier diskutiert und an technischen Fakten und Zusammenhängen erörtert wird, würde noch nicht mal unbedingt in der deutschen Politik entscheidend sein, warum denn in der Chilenischen.

Beispiel? Habt ihr die Geschichte mit dem Kraftstoff aus „umweltfreundlichen“ erneuerbaren Energien (Palmöl) mitbekommen?

Diese Art Beispiele gibt es sicherlich viele. Zum Glück gibt es auch „richtige“ Maßnahmen.

Grüße

Uwe

Nein loderunner,
Chile hat 50 Hz, 220V
Aber das Diskussionsthema ist doch hier die Frequenz, oder?
Mit höherer Frequenz >50Hz steigt logischerweise auch der Blindstrom, also Müll der nur die Leitung (indirekt) beeinflusst. Das entspricht ja auch der Meinung unseres Users, wonach gefragt wurde.

Was ist mit niederer Frequenz? [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

Eine Pumpe, die X Liter Wasser zu fördern hat, braucht bei
niedrigerer Drehzahl natürlich länger dafür - Ersparnis ist
somit 0 oder weniger :wink:

Wirk-Energieersparnis ist Null. Leistung ‚spart‘ man schon dabei ein. Ob es aber tatsächlich eine Energieersparnis beim Gesamtverbrauch gibt, hängt vom Wirkungsgrad der Pumpe unter der jeweiligen Belastung und Versorgung ab. Eine generelle Aussage für alle Motoren / Pumpen kann man da nicht machen.
Gruß
loderunner