Hallo,
Nach der allgemeinen Formel von Einstein E=m*c^2 und den
anderen Formeln welche Wikipedia hat, Masse soll steigen, wenn
die Energie steigt.
der dieser Aussage zu Grunde liegende Massebegriff (also die `geschwindigkeitsabhängige Masse’
m(v) := \frac{p}{v}
mit dem 3-Impuls-Betrag p und dem Geschwindigkeitsbetrag v) verursacht eigentlich nur Probleme, weshalb man ihn lieber sein lässt. Mit den Worten von S. Carroll: `The mass is a fixed quantity independent of inertial frame; what you may be used to thinking of as the “rest mass.” It turns out to be much more convenient to take this as the mass once and for all, rather than thinking of mass as depending on velocity.’
E = mc^2
ist nur ein Spezialfall (Ruhesystem eines massiven Teilchens) der einsteinschen Energie-Impuls-Beziehung:
E^2 = m^2c^4 + p^2c^2.
- Hat man das in den Beschleunigern in CERN experimentell
beobachtet, oder sind dort die Geschwindigkeiten doch nicht so
groß, das man einen Unterschied in der Masse merkt.
Moderne Teilchenbeschleuniger beschleunigen zumindest leichtere Teilchen (Elektronen, Protonen) so stark, dass ihre Geschwindigkeit nahezu sogar Lichtgeschwindigkeit beträgt. Würde man nicht schon bei der Konstruktion die speziell-relativistische Mechanik berücksichtigen (und damit die einsteinsche Energie-Impuls-Beziehung), so würden die Geräte nie funktionieren.
Dies zeigt auch, wie unsinnig das Beharren auf der Geschwindigkeit als Größe zur Beschreibung von Bewegungen ist. Die Geschwindigkeit ändert sich bei der Beschleunigung eines hochenergetischen Teilchens praktisch nicht mehr – der Impuls ist eine viel geeignetere Größe um die Bewegung zu beschreiben.
Effekte der Gravitation, also der allgemeinen Relativitätstheorie treten aber in Beschleunigern nicht auf.
- Falls man es beobachtet hat, wie wird dies in der
Elementarphysik erklärt?
Wenn man das Standardmodell der Elementarteilchenphysik aufstellt, ergibt sich interessanterweise, dass aus Gründen der mathematischen Konsistenz keines der Teilchen, die darin vorkommen (Elektronen, Neutrinos, Quarks), eine Masse haben kann. Wir beobachten aber, dass diese Teilchen eine Masse haben (Energie und Impuls verhalten sich genau so, wie in der obigen Beziehung mit m ungleich 0).
Gibt es ein Partikel wie Photon, Boson oder Graviton, welches nur
Energie/Masse transportiert?
Eine Lösung dieses Problems hat Herr Higgs gefunden: wenn es ein Feld gibt, welches das Universum ganz ausfüllt, kann ein ähnlicher Effekt auftreten, wie man ihn auf einer Party erleben kann: wenn ein beliebter Gast den locker gefüllten Raum betritt drängen sich alle um ihn herum, weil sie sich mit ihm unterhalten wollen – das bremst ihn in seinem fortkommen; er hat das Gefühl, er sei viel schwerer, weil er die Wolke von Bewunderern mit sich schleppt.
Das was wir als Masse von Teilchen wahrnehmen ist also bloß die Wechselwirkung mit dem allgegenwärtigen Higgsfeld. Die Existenz dieses Feldes erklärt also die Massen der Teilchen. Wenn es aber so ein Feld gibt, dann müsste man quasi darin Wellen schlagen können, wenn man nur fest genug hineinschlägt – diese Wellen erscheinen uns dann als Higgs-Teilchen. Daraus folgt, dass, wenn der Higgs-Mechanismus für die Massen verantwortlich ist, wir in der Lage sein müssen, Higgs-Teilchen zu erzeugen (d. i. Wellen im Higgs-Feld zu schlagen).
Der LHC am CERN dringt in neue Energiebereich vor, um z. B. das Higgsteilchen erstmals zu beobachten, von dem man sich ziemlich sicher ist, dass man es finden wird – interessant wird aber sein, wie es genau aussieht.
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PHvL