Hab schon im Archiv geguckt und hab nichts zu meiner Fragestellung gefunden…
Wir wollen ein Haus kaufen und dafür evtl Kfw-Mittel beantragen. Nun steht in den Konditionen der Kfw u.a. drinnen, dass man einen vom Ingeneur oder Architekten unterschriebenen Energiepass vorlegen muss.
Wenn ich nun von den Verkäufern einen Energiepass verlange (was ja mein gutes Recht ist, nehme ich an, wenn ich §16 EnEV richtig interpretiert habe), muss das so ein „beglaubigter“ Pass sein? Im Netz gibts die Teile ja zum Downloaden für 20€, da wird wohl kaum jemand in dem Haus gewesen sein, um sich ein Bild zu machen…
abstrahiert, basierend auf eigenen erfahrungen mit dieser materie:
die 20euro-bestätigungen dürften kaum das papier wert sein, auf dem sie stehen. die kfw erkennt die eh nicht an. solche teile dürften nur dazu „taugen“, sich einen ersten überblick bzw. eine grobe einkategorisierung aufgrund bekannter daten wie baujahr, vollzogene dämmmaßnahmen, heizungszustand, energieverbrauch etc. zu machen.
wenn man eine energiedämmende maßnahme, gleich welcher art, durchführen will, empfiehlt es sich eh, einen ausgebildeten berater und/oder fachbetrieb zu rate zu ziehen.
was man selbst im kopf hat, muß nicht zwangsläufig das sein, was nachher taugt. je nach zustand der immobilie, nach sowieso zu tätigenden renovierungs- oder sanierungsarbeiten, nach sinnvoll erscheinenden dämmmaßnahmen, nach möglichkeiten der energetischen sanierung (ist z.b. wärmepumpe möglich und sinnvoll? (wasserschutzzone!) / rentiert eine warmwasseraufbereitung mit solar?), nach baujahr und bausubstanz, nach zusammenspiel aller o.g. faktoren etc.pp. kommen vielleicht dinge heraus, die sinnvoll sind, aber unrentabel bzw. eine äußerst lange amortisation haben. oder eben auch dinge, die notwendig und sinnvoll und kostensparend sind. als laie kann man das beim besten willen nicht überblicken.
die kfw verlangt sowieso bestimmte punkte als „gegeben“, bevor sie geld auszahlt:
die energetische maßnahme muß sinnvoll sein und einen mindest geforderten nutzen bringen. der nutzen muß nachweisbar (messbar!) sein. die maßnahme muß bestimmten voraussetzungen (im internet nachlesbar; das wissen aber auch etliche fachbetriebe, die sogar beratungen anbieten) genügen. die maßnahmen müssen von einem zertifizierten fachbetrieb durchgeführt werden. die maßnahmen müssen von einem zertifizierten berater (architekt, energieberater etc.) abgenommen werden (hier wird dann die geforderte energieeinsparung bestätigt). erst wenn all das gegeben ist, gibt´s i.a. geld. hört sich schlimmer an als es ist - aber ein bissl arbeit macht´s schon. viele banken und fachbetriebe unterstützen aber dabei.
empfehlung könnte sein: sich einen unabhängigen energieberater (sind oft architekten; siehe hierzu tel-buch oder internet) ins haus holen, der schaut sich bausubstanz etc. an, ermittelt den energetischen zustand und berät hinsichtlich maßnahmen (stufenweise oder „komplettpaket“, sinnvoll oder nicht). damit kann man dann gezielt auf fachbetriebe zugehen.
Hallo Boris!
Danke für deine ausführliche Antwort (und deinen Tipp bez. „Ratgeber“ im Thread unten)!
Im Klartext heißt es, dass man ersteinmal Geld (Berater, etc) reinstecken muss, um zu erkunden, ob Kfw-Mittel fließen.
Ich kann mir vortellen, dass es nicht „genügend messbar“ sein wird, was man bei der Immobilie verbessern könnte. Nichtsdestotrotz würden wir wohl einiges an Sanierung machen wollen, aber ob das für die Kfw reicht…?