[eng] Grammatik verbogen?

Hallo zusammen,

ist der folgende Satz so grammatikalisch korrekt und einem Muttersprachler verständlich: „Just because you’re paranoid, doesn’t mean you are not being followed.“ Also ich find ja schon, aber ich muss auch gestehen, dass mein Englisch eher auf Gefühl denn auf fundierte Grammatikkenntnissen basiert :wink:

*wink*

Petzi

Hallo,

ist der folgende Satz so grammatikalisch korrekt

Ja.

und einem
Muttersprachler verständlich:

Ja.

Gruß
Elke

Hallo
Man hört den Satz auch öfters so: Just because you’re paranoid doesn’t mean they’re not out to get you.

mfg
Galadriel

Hallo

Man hört den Satz auch öfters so: Just because you’re paranoid
doesn’t mean they’re not out to get you.

nichtsdestotrotz lautet das korrekte Zitat: „Just because you’re paranoid doesn’t mean they aren’t after you“. Stammt aus Joseph Hellers satirischem Roman ‚Catch 22‘ von 1961 (großartiges Buch, btw) und wurde u.a. von Woody Allen und Curt Cobain geklaut.

Anyway - zwischen ‚to follow someone‘ und ‚to be after someone‘ bzw. ‚jemandem folgen‘ und ‚jemanden verfolgen / hinter ihm her sein‘ gibt es einen nicht unerheblichen inhaltlichen Unterschied. Mit ‚follow‘ ist mE die Pointe versaut - diese Version dürfte von einem Deutschen mit schlechtem Gedächtnis in die Welt gesetzt worden sein.

Freundliche Grüße,
Ralf

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Hallo,

ist der folgende Satz so grammatikalisch korrekt

Ja.

… halte ich eher für zweifelhaft. Müsste es nicht lauten „just being paranoid doesn’t mean…“? Dass man das umgangssprachlich so hören kann ist ja eine andere Geschichte …

Gruß,
Ralf

Hallo,

Müsste es nicht lauten
„just being paranoid doesn’t mean…“?

„Just because you’re paranoid, doesn’t mean you are not being followed.“

Kannst du es erklären? Dein Satz klingt falsch, der von Petzi nicht.
Gruß
Elke

Kannst du es erklären? Dein Satz klingt falsch, der von Petzi
nicht.

Ich kann es Dir übersetzen:

Just because you’re paranoid, doesn’t mean you are not being followed

Nur weil Du paranoid bist bedeutet nicht, dass man dir nicht folgt.

Just being paranoid doesn’t mean you are not being followed

Nur paranoid zu sein bedeutet nicht, dass man dir nicht folgt.

Gruß,
Ralf

Übersetzen brauchst du mir das nicht, ich finde die Konstruktion trotzdem nicht gelungen.

Gruß
Elke

Hallo Elke,
ich fürchte, wenn Dir selbst an der Übersetzung des Satzes nichts auffällt, nützen auch weitere Erklärungen nicht viel. Ich versuch’s mal trotzdem.

„Weil“ bzw. „because“ drücken eine kausale Bedingung aus. Darauf folgt - zumindest im Deutschen - regelmäßig eine Aussage über die Folge dieser Bedingung oder aber über die Bedingung selbst. Gleiches gilt übrigens auch für konditionale Bedingungen (z.B. „wenn“ oder „if“). Möglicherweise legt die englische Sprache da weniger Wert auf logische Folgerichtigkeit - was ich allerdings bezweifle.

Also:

Lediglich weil das Gras grün ist, schmeckt es den Kühen nicht. (kausale Bedingung - Aussage über Folge)

und

„Lediglich weil das Gras grün ist“ bedeutet, dass das Grün des Grases noch keine hinreichende Bedingung dafür ist, dass es den Kühen schmeckt. (kausale Bedingung - Aussage über diese Bedingung)

oder weniger umständlich:

Nur weil das Gras grün ist bedeutet das (= dass das Gras grün ist) nicht, dass es den Kühen schmeckt.

oder besser gleich:

Nur, dass das Gras grün ist, bedeutet nicht, dass es den Kühen schmeckt.

hingegen:

Nur weil das Gras grün ist, bedeutet nicht, dass es den Kühen schmeckt.

… ist logischer Müll - da werden zwei unterschiedliche Aussageformen fröhlich und sinnfrei miteinander vermengt.

Anders gesagt bzw. gefragt: was bedeutet nicht, dass es (das Gras) den Kühen schmeckt? ‚dass das Gras grün ist‘ oder ‚weil das Gras grün ist‘?

Als Stilmittel, um wörtliche Rede wiederzugeben, mag das Zitat mit dem verkürzten Prädikat (stilistisch eine missglückte Ellipse) ja durchgehen. Auch ein Satz wie „Gib mich mal ein Bier“ ist als Stilimittel - wo es denn passt - durchaus zitierfähig, weil in gewissen Landstrichen Deutschlands Umgangssprache und darüber hinaus für jeden, der Deutsch spricht, unmissverständlich. Das heisst jedoch nicht, dass er grammatisch korrekt ist.

Übrigens - auch wenn Du dieser Argumentation nicht zu folgen vermagst, wäre ich doch dankbar für eine Erläuterung, was Dir an der Formulierung
„Just being paranoid doesn’t mean they’re not after you“ missfällt.

Freundliche Grüße,
Ralf

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Hallo,

ich fürchte, wenn Dir selbst an der Übersetzung des Satzes
nichts auffällt, nützen auch weitere Erklärungen nicht viel.

Nur weil mir deine Schlussfolgerungen nicht gefallen, heißt noch lange nicht, dass „mir nichts auffällt“.

Übrigens - auch wenn Du dieser Argumentation nicht zu folgen
vermagst, wäre ich doch dankbar für eine Erläuterung, was Dir
an der Formulierung
„Just being paranoid doesn’t mean they’re not after you“
missfällt.

Ich bin im Englischen fast immer auf der Seite, der kürzeren Ausdrucksform, aber dein Satz ist einfach nicht idiomatisch korrekt. Es geht um eine direkte Ansprache: Just because YOU are being paranoid…
oder andersrum: es klingt einfach besser.

Gruß
Elke

PS: Du brauchst mir nicht zu glauben: Umfrage bei 11 native speaker hier hat mich bestätigt. Du solltest aber deine herablassende Art ein bisschen dämpfen.

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Hallo,

Ich bin im Englischen fast immer auf der Seite, der kürzeren
Ausdrucksform, aber dein Satz ist einfach nicht idiomatisch
korrekt.

was bitte soll daran „idiomatisch“ nicht korrekt sein? Die Konstruktion „being … doesn’t mean …“? Bemühe einfach mal Google mit der Anfrage ‚being „doesn’t mean you’re“ OR „doesn’t mean you are“‘. Alles idiomatisch nicht korrekt?

Es geht um eine direkte Ansprache: Just because YOU
are being paranoid…

Das schon mal gar nicht. Im Gegentum lässt sich der Sinn genauso gut durch die Aussage „Ich mag zwar paranoid sein, aber das bedeutet nicht …“ ausdrücken. So übrigens auch in der literarischen Vorlage, wo dieser Spruch Cpt. Yossarian in den Mund gelegt wird. Er spricht da über sich , nicht zu jemandem.

oder andersrum: es klingt einfach besser.

‚Kingt besser‘ ist kein grammatikalisches Argument.

Du solltest aber deine
herablassende Art ein bisschen dämpfen.

Merkwürdig - denselben Eindruck hatte ich von Dir. Zumal Du Dich vor dieser Antwort nicht im Geringsten bemüht hattest, Deine Ansicht („klingt falsch“, „Konstruktion nicht gelungen“) irgendwie zu begründen.

Freundliche Grüße,
Ralf

Hallo,

unerwarteterweise möchte ich Elke widersprechen.

Zum einen (da sind wir uns ja alle einig) haben wir ja schon erfahren, dass der Satz korrekt lautet:

„Just because you’re paranoid, doesn’t mean they’re not after you.“

Deine Variation war vermutlich eine fehlerhafte Rückübersetzung.

Zur Grammatik: der Satz ist meiner Ansicht nach NICHT korrekt, weil zu dem Verb „doesn’t“ das echte Substantiv fehlt. Korrekterweise könnte es z.B. heißen „The mere fact that you’re paranoid doesn’t mean …“.

Da es sich hier aber um ein Zitat handelt, ist es so zu übernehmen wie der Autor es geschrieben hat, und umgangssprachlich ist der Satz auch durchaus akzeptabel.

Gruß,

Myriam

Hallo Myriam,
danke für die Unterstützung.

Zur Grammatik: der Satz ist meiner Ansicht nach NICHT korrekt,
weil zu dem Verb „doesn’t“ das echte Substantiv fehlt.

Eben. Das Prädikat des Satzes ist verstümmelt.

Da es sich hier aber um ein Zitat handelt, ist es so zu
übernehmen wie der Autor es geschrieben hat, und
umgangssprachlich ist der Satz auch durchaus akzeptabel.

Auch das ist sicherlich richtig. Aber ich möchte doch einmal darauf hinweisen, dass eine Formulierung, auch wenn sie von ‚native speakers‘ verwendet wird, deswegen noch nicht notwendig grammatisch korrekt (und eben danach war gefragt) oder gar stilistisch einwandfrei ist. Auch deutsche Muttersprachler äußern sich allzuhäufig nicht gerade schriftreif - diverse Bretter hier bieten Beispiele zuhauf; meine derzeitige Lieblingsstilblüte ist die Frage nach den „bestverkauftesten“ Büchern …

Die kompetente Auskunft eines Anglisten oder aber eins, zwei beispielhafte Literaturzitate mit der Konstruktion „Just because … doesn’t mean …“ (bitte nicht wörtliche Rede einer Romanfigur wie bei Heller) wären da (zumindest für mich) wesentlich überzeugender als 11 native speakers …

Freundliche Grüße,
Ralf

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