Englisch

Liebe/-r Experte/-in,
hallo,

ich habe folgende Frage zu den Relativsätzen:

Satz 1: Barbara works for a company that makes furniture.

Das ist ein notwendiger Relativsatz, aber warum??

Hier ist doch nicht wichtig an welchem Unternehmen sie
arbeitet???

Wie kann man sicher feststellen , ob ein Relativsatz
notwendig oder nicht notwendig ist???

Wie muss ich vorgehe???

Das ist wirklich ein schwere Thema.

Vielen Dank für die Hilfe

Gruss

Aurelio

Hallo Aurelio,

du hast mir vor einem Monat schon einmal eine Anfrage geschickt, und zwar zum ›accord‹ im Französischen. Leider habe ich von dir kein Feedback erhalten, ob meine Antwort hilfreich war. Vielleicht kannst du das nachholen; das würde auch meine Lust vergrößern, auf deine aktuelle Frage einzugehen.

Gruß
Christopher

Hallo noch mal,

der Unterschied zwischen notwendigen (defining oder restrictive relative clauses) und nicht notwendigen Relativsätzen (non-defining oder non-restrictive relative clauses) liegt, wie der Name schon sagt, in ihrer Relevanz für die Verständlichkeit des ganzen Satzes. Ein Relativsatz ist dann notwendig oder restrictive, wenn erst durch ihn klar wird, auf welche Person oder auf welches ›Ding‹ in der realen Welt sich die Aussage bezieht.

In einem Satz wie “My friend Tom is a boy who plays the piano very well.” lässt der Relativsatz erst erkennen, was für ein Junge Tom ist. Das allgemeine ›Junge‹ wird durch den Relativsatz so eingegrenzt, dass man weiß: Ah, okay, er ist ein Junge, der sehr gut Klavier spielt – und nicht etwa einer, der gerne abends weggeht oder blaue Sneakers hat. So verhält es sich auch bei deinem Beispielsatz: Das generelle Konzept ›Unternehmen‹ wird erst durch den Relativsatz so spezifisch, dass man die konkrete Firma, bei der Barbara arbeitet, zumindest einer Branche zuordnen kann. Bei Relativsätzen, die sich auf noch unbekannte Personen oder Gegenstände beziehen, handelt es sich meist um restrictive relative clauses. Auch der unbestimmte Artikel kann ein Indiz sein, dass das Nomen näher definiert werden muss.

Vergleiche den Satz oben mit folgendem: “My friend Tom, who plays the piano very well, has a cute sister.” Hier ist die nominale Gruppe ›My friend Tom‹ informativ genug, um den Bezugspunkt der Aussage genau zu bestimmen. Der Relativsatz gibt nur eine illustrierende zusätzliche Information über Tom, die nicht notwendig ist, um zu wissen, welcher deiner Freunde eine süße Schwester hat. Bei non-restrictive relative clauses ist es in der Regel möglich und inhaltlich sinnvoll, ein ›by the way‹ oder – in der Übersetzung – ein ›übrigens‹ einzufügen. In einem notwendigen Relativsatz wäre das deplatziert.

Du solltest dich also fragen, ob der Satz seine Aussage auch ohne den Relativsatz behält. Wenn ja, hast du einen nur ausschmückenden, nicht aber notwendigen Relativsatz.

Hilft dir das weiter?

Gruß
Christopher

Dieses ist ein notwendiger Relativsatz weil es viele Unternehmen gibt und nur eines dieser Unternehmen stellt Möbel her. Das Unternehmen wird näher bestimmt.
Tipp: Nicht notwendigen Relativsätze dürfen kein that enthalten
Beispiel 1
St. Mary’s Church, which we visited yesterday, is very old. d. St. Mary’s Church, die wir gestern besichtigten, ist sehr alt.
St. Mary’s Church ist sehr alt.
Das ist eine ganz bestimmte Kirche, der Relativsatz ist also nicht notwendig.
Beispiel 2
The church which we visited yesterday is very old. Die Kirche, die wir gestern besichtigten, ist sehr alt.
Die Kirche ist sehr alt.
Da es irgendeine Kirche sein könnte, müssen wir näher bestimmen, welche Kirche wir meinen. Der Relativsatz ist also notwendig.

Beipiel 3
Last year we spent our holidays in Scotland, which is in the north of Great Britain. Im letzten Jahr verbrachten wir unseren Urlaub in Schottland, das im Norden Großbritanniens liegt.
Das Bezugswort ist ‚Scotland‘,
Da das Bezugswort nicht näher bestimmt werden muss, sondern nur eine Zusatzinfo gegeben wird, handelt es sich um einen nicht notwendigen Relativsatz - Komma setzen; which darf nicht durch that ersetzt werden.
Beispiel 4
An old man we met there told us that he had seen Nessie.Ein alter Mann, den wir dort trafen, erzählte uns, er hätte Nessie gesehen.
Das Bezugswort ist ‚man‘,
Da das Bezugswort näher bestimmt werden muss (nicht irgendein Mann, sondern der, den wir kennen lernten), handelt es sich um einen notwendigen Relativsatz (keine Kommas setzen).

Hallo noch mal,

der Unterschied zwischen notwendigen (defining

oder

restrictive relative clauses) und nicht

notwendigen

Relativsätzen (non-defining oder non-

restrictive

relative clauses) liegt, wie der Name schon sagt,

in ihrer

Relevanz für die Verständlichkeit des ganzen Satzes.

Ein

Relativsatz ist dann notwendig oder

restrictive, wenn

erst durch ihn klar wird, auf welche Person oder auf

welches

›Ding‹ in der realen Welt sich die Aussage bezieht.

In einem Satz wie “My friend Tom is a boy who plays

the piano

very well.” lässt der Relativsatz erst erkennen, was

für ein

Junge Tom ist. Das allgemeine ›Junge‹ wird durch den
Relativsatz so eingegrenzt, dass man weiß: Ah, okay,

er ist

ein Junge, der sehr gut Klavier spielt – und

nicht etwa

einer, der gerne abends weggeht oder blaue Sneakers

hat. So

verhält es sich auch bei deinem Beispielsatz: Das

generelle

Konzept ›Unternehmen‹ wird erst durch den Relativsatz

so

spezifisch, dass man die konkrete Firma, bei der

Barbara

arbeitet, zumindest einer Branche zuordnen kann. Bei
Relativsätzen, die sich auf noch unbekannte Personen

oder

Gegenstände beziehen, handelt es sich meist um

_restrictive

relative clauses._

Auch der unbestimmte Artikel
kann ein

Indiz sein, dass das Nomen näher definiert werden

muss.

Vergleiche den Satz oben mit folgendem: “My friend

Tom, who

plays the piano very well, has a cute sister.” Hier

ist die

nominale Gruppe ›My friend Tom‹ informativ genug, um

den

Bezugspunkt der Aussage genau zu bestimmen. Der

Relativsatz

gibt nur eine illustrierende zusätzliche Information

über Tom,

die nicht notwendig ist, um zu wissen, welcher deiner

Freunde

eine süße Schwester hat. Bei non-restrictive

relative

clauses ist es in der Regel möglich und inhaltlich
sinnvoll, ein ›by the way‹ oder – in der
Übersetzung – ein ›übrigens‹ einzufügen. In einem
notwendigen Relativsatz wäre das deplatziert.

Du solltest dich also fragen, ob der Satz seine

Aussage auch

ohne den Relativsatz behält. Wenn ja, hast du einen

nur

ausschmückenden, nicht aber notwendigen Relativsatz.

Hilft dir das weiter?

Gruß
Christopher

Hallo,

hier noch ein Bsp:

Tom , who speaks Italian and English , is a tourist
guide.

hier könnte ich zB übrigens einfügen:

Also: Tom, der übrigens Ital. und Englisch spricht, ist
ein Reiseführer.
Aber wenn man nur den Relativsatz anschaut, dann
bezieht sich dieser auf den „unbekannten“ Tom, und
deshalb könnte es ja auch ein notwendiger Relativsatz
sein?? Oder nicht??

Vielen Dank

Genau, bei “Tom, who speaks Italian and English, is a tourist guide” könntest du ein ›übrigens‹ einfügen. Ein Eigenname ist üblicherweise ausreichend, um eine Person zu identifizieren. Nicht der Tom (von ingesamt vier oder fünf Toms), der zwei Sprachen spricht, ist Fremdenführer, sondern der einzige Tom, über den wir durch den Relativsatz ein bisschen mehr erfahren. Der Begriff ›unbekannt‹, den ich verwendet habe, ist vielleicht nicht der geschickteste: Es geht darum, ob der Relativsatz den entscheidenden Beitrag dazu leistet, aus einer Gruppe von Individuen das eine herauszupicken, von dem die Rede ist und das durch das Nomen bezeichnet wird. Ein Relativsatz, der das leistet, ist restrictive.

Ein Beispiel: Du schaust dir beim Autohändler zwei Modelle an, die beide blau lackiert sind. Wenn du nun sagst “The blue car that comes with air conditioning is quite expensive”, kann man erst durch den Relativsatz erkennen, welches der beiden blauen Autos teuer ist. Hast du dir hingegen ein rotes und ein blaues Auto angeschaut und sagst “The blue car, that comes with air conditioning, is quite expensive”, ist durch ›blue car‹ bereits ausgedrückt, über welches der beiden Autos du etwas aussagen möchtest; der Relativsatz liefert hier nur eine (begründende) Hintergrundinformation, die man weglassen könnte.

Übrigens, vielleicht ist es dir aufgefallen: Du erkennst auch an der Kommasetzung, ob ein Relativsatz restrictive ist oder nicht: Wird der Nebensatz durch Kommata eingeschlossen, handelt es sich um einen nicht notwendigen Relativsatz.

Ist’s dadurch etwas klarer geworden? Wenn nicht, frag ruhig noch mal nach.

Gruß
Christopher

Genau, bei “Tom, who speaks Italian and English, is a

tourist

guide” könntest du ein ›übrigens‹ einfügen. Ein

Eigenname ist

üblicherweise ausreichend, um eine Person zu

identifizieren.

Nicht der Tom (von ingesamt vier oder fünf Toms), der

zwei

Sprachen spricht, ist Fremdenführer, sondern der

einzige Tom,

über den wir durch den Relativsatz ein bisschen mehr

erfahren.

Der Begriff ›unbekannt‹, den ich verwendet habe, ist
vielleicht nicht der geschickteste: Es geht darum, ob

der

Relativsatz den entscheidenden Beitrag dazu leistet,

aus einer

Gruppe von Individuen das eine herauszupicken, von dem

die

Rede ist und das durch das Nomen bezeichnet wird. Ein
Relativsatz, der das leistet, ist restrictive.

Ein Beispiel: Du schaust dir beim Autohändler zwei

Modelle an,

die beide blau lackiert sind. Wenn du nun sagst “The

blue car

that comes with air conditioning is quite expensive”,

kann man

erst durch den Relativsatz erkennen, welches der

beiden blauen

Autos teuer ist. Hast du dir hingegen ein rotes und

ein blaues

Auto angeschaut und sagst “The blue car, that comes

with air

conditioning, is quite expensive”, ist durch ›blue

car‹

bereits ausgedrückt, über welches der beiden Autos du

etwas

aussagen möchtest; der Relativsatz liefert hier nur

eine

(begründende) Hintergrundinformation, die man

weglassen

könnte.

Übrigens, vielleicht ist es dir aufgefallen: Du

erkennst auch

an der Kommasetzung, ob ein Relativsatz

restrictive ist

oder nicht: Wird der Nebensatz durch Kommata

eingeschlossen,

handelt es sich um einen nicht notwendigen

Relativsatz.

Ist’s dadurch etwas klarer geworden? Wenn nicht, frag

ruhig

noch mal nach.

Gruß
Christopher

Guten Morgen

Noch die letzte Fragen:

  1. Mr Brown whose father was a general spends his
    summer sailing and walking.

Nach meiner Ansicht spricht man hier nur von einer
bestimmten Person(Mr Brown) und deshalb ist der Satz
ein nicht notwendiger Relativsatz.

Kann man so beim Subjekt /Objekt vorgehen? Also immer
entscheiden ob nur „einer“ gemeint ist oder noch
„mehrere“??

hier oben vielleicht: Mr Brown von England und der
andere Mr Brown von der USA ??’

Gruss

aurelio

Moin,

ob ein Relativsatz notwendig ist oder nicht, kannst du – wie gesagt – an der Kommasetzung erkennen und musst du ansonsten vor allem aus dem Kontext erschließen. Derselbe Relativsatz kann, je nach Zusammenhang, notwendig oder nicht notwendig sein.

Nehmen wir bei dem Satz “Mr Brown whose father was a general spends his summer sailing and walking.” mal an, davor hätte Folgendes gestanden: “At the conference last week I met two salesmen from Bristol; both were called William Brown. They told me about their fathers’ professions and their favourite leisure activities.” In diesem Fall ist der Relativsatz ›whose father was a general‹ notwendig, weil er den einen Mr Brown vom anderen, dessen Vater kein General war, unterscheidet. Im anderen Fall könnte folgender Satz vorausgehen: “I had a nice chat with two of my neighbours, Mr Brown and Mr Green, at yesterday’s party. They both like to pass their spare time in nature.” Hier ist der Nebensatz ›whose father was a general‹ lediglich eine Zusatzinformation über den als ›Mr Brown‹ eindeutig identifizierten Nachbarn; der Relativsatz ist daher nicht notwendig und müsste in Kommata stehen.

Ohne Kontext würde ich bei Personennamen davon ausgehen, dass der auf sie bezogene Relativsatz nicht notwendig ist, da meist nur eine Person mit einem bestimmten Namen anwesend ist. Das ist jedoch nur eine Faustregel, nicht zwingend so.

Leuchtet das ein?

Gruß
Christopher

PS: Achte mal drauf, nicht immer den ganzen Text der vorangegangenen Antwort zu zitieren, wenn du dich nicht darauf beziehst. Das nimmt nur unnötig Platz weg.

Sorry, da kann ich nicht helfen.