Hallo zusammen,
ich sitze gerade an einem Text von Pro Regenwald. Es geht hier um Richtlinien, die eine illegale Abholzung des Regenwaldes verhindern sollen. Und in diesem Zusammenhang taucht der Begriff „forestry“ auf, nämlich hier:
„The Equator Principles, agreed by ten of the world’s largest banks in 2003, include a commitment to respect the environmental and social safeguard policies of the International Finance Corporation in low- and medium-income countries, which currently include relevant policies on forestry , natural habitats and indigenous peoples.“
Ich habe ein Problem damit, diesen nun einfach mit „Forstwirtschaft“ zu übersetzen, da es hier ja um eine nachhaltige Nutzung (im Gegensatz zur illegalen Abholzung) des tropischen Regenwaldes geht. Und „Forst“, das sind für mich Fichtenstämmchen, die in Reih und Glied wachsen müssen, bis sie als Weihnachtsbaum, als IKEA-Regal oder als Harry Potter enden.
Sehe ich das zu eng, oder kann man auch bei einem tropischen Regenwald, sofern aus diesem Holz entnommen wird, von „Forstwirtschaft“ sprechen? Dieses Problem habe ich nicht zum ersten Mal, und jetzt habe ich mir gedacht, ich löse es mal. 
Schöne Grüße
Petra
Hallo, Petra,
Begriff „forestry“
Ich habe ein Problem damit, diesen nun einfach mit
„Forstwirtschaft“ zu übersetzen, da es hier ja um eine
nachhaltige Nutzung (im Gegensatz zur illegalen Abholzung) des
tropischen Regenwaldes geht.
kann man auch bei einem tropischen
Regenwald, sofern aus diesem Holz entnommen wird, von
„Forstwirtschaft“ sprechen?
ich denke schon, denn die Definition „Forstwirtschaft, beschäftigt sich mit der wirtschaftlichen Nutzung und Pflege sowie dem Anbau des Waldes“ (http://lexikon.meyers.de/meyers/Forstwirtschaft) entspricht ja durchaus der englischen von „forestry“
„1. The science and art of cultivating, maintaining, and developing forests.
2. The management of a forestland.“ (http://www.ask.com/reference/dictionary/ahdict/23982…).
Außerdem scheint der Begriff „nachhaltige Forstwirtschaft“ in Zusammenhang mit dem Regenwald durchaus gebräuchlich zu sein, siehe http://www.google.de/search?hl=de&rls=GGGL%2CGGGL%3A…
Gruß
Kreszenz
Hallo Kreszenz,
Außerdem scheint der Begriff „nachhaltige Forstwirtschaft“ in
Zusammenhang mit dem Regenwald durchaus gebräuchlich zu sein,
siehe
http://www.google.de/search?hl=de&rls=GGGL%2CGGGL%3A…
Nun ja … ok, da bin ich ja ein bisschen überzeugt.
So wirklich gefallen will mir der Begriff immer noch nicht, aber er scheint ja zumindest gebräuchlich zu sein.
Ich habe mich jetzt für „nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes“ entschieden.
Mann, hoffentlich ist der Text bald weg. Ich habe da leichtfertig zugesagt („sind ja nur 4 Seiten“) und erst nachher mal genauer hingeschaut, wie dicht diese Seiten beschrieben sind … na super, 8 Stunden ehrenamtliche Arbeit auf einem Gebiet, in dem ich mich nicht wirklich auskenne. Können die nicht einen Text über Netzwerksysteme übersetzt haben wollen? 
Na jetzt habe ich es ja bald geschafft. Eigentlich ist es ja ganz interessant. Die indonesische Regierung hat nun einen General a.D. eingesetzt, der gegen illegalen Holzeinschlag vorgehen und die Wiederaufforstung überwachen soll. Wenn da nämlich kein Wald mehr ist, kommt der ganze Hang den Berg runter -> massive Zerstörung mit vielen Todesopfern. Nun ja, jetzt pflanzt man lieber wieder Bäume. Ein weiser Entschluss.
Schöne Grüße
Petra
Servus,
So wirklich gefallen will mir der Begriff immer noch nicht, aber
er scheint ja zumindest gebräuchlich zu sein.
Das Problem liegt hier aber nicht an dem Begriff „Forstwirtschaft“, sondern an Deiner Auffassung von dem Begriff. Die beiden Extreme, die Dir aus D vorschweben, und die Du auf Indonesien überträgst - Fichten-Monokultur einerseits und Bannwald andererseits - machen minimale Flächenanteile am Wald in D aus. Neupflanzungen von Fichtenmonokulturen nach Kahlschlag sind seit wenigstens zwanzig Jahren gänzlich out, es werden in ungefähr sechzig Jahren auch keine wesentlichen Altbestände mehr da sein.
Ein Beispiel aus dem Südwesten: Derzeit wird der größte Wald Deutschlands in weiten Teilen zu einem selbstverjüngenden, standortgerechten Wald umgebaut. Das ist Gegenstand intensiver forstwirtschaftlicher Aktivitäten; wenn man ihn schlicht liegen ließe, wie er ist, wären die Folgen verheerend. Auf diese Weise aber wird mit Mitteln der Forstwirtschaft ein hochklassiges Biosphärenreservat entwickelt.
Ich habe mich jetzt für „nachhaltige Bewirtschaftung des
Waldes“ entschieden.
Das passt als modische Sprechblase ganz gut zu der von Dir beschriebenen Situation, wo man den Bock zum Gärtner General zum Förster macht. Wer daran glaubt, dass dabei irgendetwas Gutes rauskäme, möge gerne weiter dran glauben.
Es handelt sich (a) um eine Propagandaaktion zur nachhaltigen Sicherung internationaler Kreditzuflüsse und (b) um eine Aktion zur Lenkung der traditionellen Korruption in die richtigen Bahnen.
Wenn man da etwas Besseres erreichen wollte, müsste man mit forstwirtschaftlichen Mitteln rangehen, so wie z.B. Forstwirte von der ETH Zürich (der besten Försterschmiede Europas) in der Karibik und in Lateinamerika, die dort Konzepte zur ökologisch verträglichen Waldnutzung statt Brandrodung bereits mit ersten Erfolgen entwickeln und umsetzen.
Schöne Grüße
MM
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Guten Morgen,
Wer daran glaubt,
dass dabei irgendetwas Gutes rauskäme, möge gerne weiter dran
glauben.
Es handelt sich (a) um eine Propagandaaktion zur nachhaltigen
Sicherung internationaler Kreditzuflüsse und (b) um eine
Aktion zur Lenkung der traditionellen Korruption in die
richtigen Bahnen.
Du kennst den Text offenbar besser als ich und weißt genau, worum es darin geht. (Kleiner Tipp: Um Brandrodung geht es nicht.)
Wenn man da etwas Besseres erreichen wollte, müsste man …
Schön. Wenn du weißt, was zu tun ist, warum tust du es dann nicht?
Ich habe den Text jedenfalls anders verstanden. Du schreibst da etwas von „Propagandaaktion“ - so sehe ich das nicht. Die Kernaussage des Textes ist meiner Meinung nach: Illegale Abholzung drückt die Preise für Holz aus legalen Quellen - und das ist schlecht für diejenigen, die dieses legal geschlagene Holz liefern. Also unternehmen sie etwas dagegen.
Mir persönlich ist es egal, warum sie etwas gegen illegale Abholzung tun - Hauptsache, sie tun was. … Ich meine, läuft es denn auf anderen Gebieten anders? Man bezahlt seine Arbeitskräfte nicht unbedingt aus reiner Menschenfreundlichkeit besser, sondern auch, um einen Absatzmarkt für seine Produkte zu schaffen. (Wer kein Geld hat, kann nichts kaufen.)
Sodele, jetzt muss ich das Zeugs aber korrekturlesen und ausliefern.
Schöne Grüße
Petra