Englischarbeiten Klasse 5

Hallo Eltern und Lehrer,

meine Kinder (5. Klasse) schreiben Arbeiten in denen nicht nur ihre Englischkenntnisse sondern auch Fakten aus gelesenen Texten abgefragt werden.
Beispiel:

Im Text werden namentlich Kinder erwähnt, deren Vorlieben (z. B. Fußball) beschrieben sind.
Insgesamt hat die Geschichte einen Umfang von ca. 1 DIN-A-5 Seite.

Eine Aufgabe war nun, Aussagen zu bestätigen oder zu korrigieren:

Aussage: Robert likes to play football.
Antwort: No, he doesn`t. Kenny likes to play football.

Aussage: The picture is for Angela
Antwort: No, it isn’t. It’s for Jenny.

Für die Aufgabe war max. je ein Punkt zu vergeben.
Meine Tochter erhielt je einen halben, da nicht Kenny sondern Paul derjenige war, der gern Fußball spielt, bzw. weil das Bild nicht für Jenny sondern für ihre Familie war. Sie hat schlicht zwei Namen verwechselt, was aber kaum Aufschluss darüber gibt, wie gut ihr Englisch ist.

Nun zu meiner Frage:
Ist es üblich, dass zu den reinen Englisch-Fähigkeiten auch das Faktenwissen von Gelesenem abgeprüft wird?
Die Antwort ist, was das Englische betrifft, zu 100% richtig.
Und nur darum sollte es doch eigentlich in erster Linie gehen.
Oder sehe ich das falsch oder gar zu engstirnig?

Gruß
R.

ihre Englischkenntnisse sondern auch Fakten aus gelesenen
Texten abgefragt werden.

Ich nehme an, dass der Text, aus dem die Fakten stammen, während der Arbeit vorliegt? (sie müssen das also nicht aus der Erinnerung machen?).

In dem Fall geht es ja nicht nur darum, einen grammatikalisch korrekten, sondern auch einen inhaltlich korrekten Satz zu produzieren. Welcher also ‚beweisen‘ soll, dass ich den englischen Text auch verstanden habe.

Dass man sich mal irren kann im Namen, OBWOHL man den Text verstanden hat, stimmt natürlich. Aber Pech gehabt, falsch ist falsch.

Denke ich. (die letztens bei wer wird millionär als die kleine schleswig-holsteinische Partei ‚SSV‘ statt ‚SSW‘ angekreuzt hat, weil ich englisch denke, und das englisch ‚v‘ wie das deutsche ‚w‘ ausgesprochen wird… Flüchtigkeitsfehler - er war natürlich nicht wichtig, aber für mich interessant, wie schnell man Flüchtigkeitsfehler macht).

Gruss, Isabel

Nachtrag
Es geht evtl. nicht genau aus dem von mir Geschriebenen hervor:

Der besagte Text stand den Kindern während der Klassenarbeit nicht zur Verfügung. Sie sind ihn nur in der Schule resp. bei den Hausaufgaben durchgegangen.

R.

Hallo, Rainer,

Nun zu meiner Frage:
Ist es üblich, dass zu den reinen Englisch-Fähigkeiten auch
das Faktenwissen von Gelesenem abgeprüft wird?
Die Antwort ist, was das Englische betrifft, zu 100% richtig.
Und nur darum sollte es doch eigentlich in erster Linie gehen.

hier handelt es sich um einen so genannten „Reading Comprehension Test“ (Leseverstehen), in dem es auch um das inhaltliche Verständis des Textes geht. Die Schüler sollen dem Text Informationen entnehmen und diese richtig wiedergeben können. Sie werden ja nicht nach Fakten gefragt, auf die sie keinen Zugriff haben.

In den höheren Klassenstufen und bei der Prüfung ist es (zumindest in Bayern) sogar so, dass für die Aufgabe 0 Punkte vergeben werden, wenn sie inhaltlich nicht mit der Aussage des Texts übereinstimmt - selbst wenn der Schüler dazu mehrere Sätze in völlig fehlerfreiem Englisch geschrieben hat.
In diesen Texten geht es sehr oft darum, verschiedene Personen, Gegenstände etc. auseinander zu halten bzw. richtig zuzuordnen. Es können auch mal Umformulierungen verlangt werden, z. B. es wird erwähnt, dass XY am Montag, Mittwoch und Freitag Fußball spielt und dann nach der Anzahl der Wochentage gefragt.

Solche Fehler lassen sich vermeiden, wenn der Schüler den Text schon beim Lesen entsprechend markiert, z. B. Personennamen und Angaben zu der jeweiligen Person farbig unterstreicht, ebenso Zeitangaben etc.

Gruß
Kreszenz

Der besagte Text stand den Kindern während der Klassenarbeit
nicht zur Verfügung. Sie sind ihn nur in der Schule resp. bei
den Hausaufgaben durchgegangen.

Deinen Nachtrag schriebst Du, während ich meine Antwort schrieb.
Ok, das ändert natürlich ein bisschen an der Sache.

Gruss, Isabel

Deinen Nachtrag schriebst Du, während ich meine Antwort
schrieb.

Das gilt auch für meine Antwort.

Gruß
Kreszenz

Hallo Rainer,

klingt wie die Tests, die meine Jungs jetzt in der
siebten Klasse in Franzoesisch schreiben (erstes
Jahr Franzoesisch, ist also vergleichbar).
Ja, die haben auch so Tests.

Die Logik dahinter (die ich sehe) ist folgende:

  1. Lesen die Texte so oft im Unterricht und beantworten
    dazu Fragen, dass die beinah auswendig gekonnt werden.
    Ich kann M. Lacombe nicht von Mme Delacroix unter-
    scheiden oder wer jetzt wen als Tochter hat, zumal
    es eine Julie und einen Julien gibt (nicht verwandt),
    eine Isabelle und eine Ivette usw. Meine Jungs wissen
    die Familienverhaeltnisse und wer neben wem wohnt
    eigentlich im Schlaf.

  2. Bei deinem Beispiel: wenn sie Kenny und John verwechseln
    wuerde (nur als Beispiel) wuerde sie z.B. schreiben:
    Yes, Kenny likes soccer.
    und haette nicht gezeigt, dass sie Verneinung nicht
    kann. Wird das in ihrem Fall (weil doch verneint) angerechnet,
    kommt der naechste und will nachgebessert haben ,weil er
    ja auch Namen verwechselt hat (mit anderem Ergebnis).
    Ein Lehrer muss sich auf eine Linie einschiessen, sonst
    hat er bei 30 Schuelern mind. 30 Diskussionen, wo um einen
    Punkt gefeilscht wird.

Und ein letztes: wieder frage ich mich, was diese Fixierung
auf Noten gerade auch in dieser Stufe soll? Bei meinen Soehnen
finde ich auch immer wieder Punkte, die offen fuer Interpretation
sind, ob man das noch haette durchgehen lassen sollen oder nicht.
Dafuer gibt’s andere, wo sie Punkte zuerkannt hat, die ich
nicht gegeben haette. Am Ende gleicht sich’s aus.

Gruesse
Elke

Hallo Rainer

bin zwar nicht Elter oder Lehrer, aber das ist eigentlich normal so.
Sowohl in Latein, Englisch und Französisch ging es im ersten Jahr darum ob Paul einen Hund hat, Markus im Colloseum ist oder Celine in Paris lebt.
Man geht diese Texte so oft durch im Unterricht, das man es eigentlich auswenig kennt, wer was macht.

Das ist ja auch das erste was man lernt:

  • This is Paul. Paul is 12. He has a dog.

  • Marcus in Colloseum est

  • Celine habite a Paris

Vieleicht siehst du das wirklich ein bisschen eng, ich kenns nicht anders.

LG

Julia

meine Kinder (5. Klasse) schreiben Arbeiten in denen nicht nur
ihre Englischkenntnisse sondern auch Fakten aus gelesenen
Texten abgefragt werden.

Gleich vorneweg: Das geht nicht, wie Sie selbst schon richtig vermuten. Das ist kein Namensquiz hier, sondern ein fremdsprachlicher Test. Alles andere ist Schikane. Oder pure Unwissenheit und Unkenntnis der schulrechtlichen Grundlagen. Selbstverständlich handelt es sich um ungültige Korrekturpraxis.

Aussage: Robert likes to play football.
Antwort: No, he doesn`t. Kenny likes to play football.

Aussage: The picture is for Angela
Antwort: No, it isn’t. It’s for Jenny.

Leider sehe ich hier nicht, wie der Test genau konzipiert war. Falls für die Antwort keine Teilvorgaben vorhanden waren - die Antwort also selbständig in voller Länge produziert werden mußte - sehe ich hier eine total andere Form der Wertung, den Willen zur Fairneß vorausgesetzt:

  1. Nicht klar ist, ob in jedem Falle verneint werden soll. Sollte die Entscheidung darüber dem Schüler überlassen sein, sich aber im Kontext der Vorlage als falsch erweisen, liegt Mißbrauch vor. M. a. W.: der Lehrer muß vorgeben, ob verneint werden soll oder bejaht. Das kann er natürlich auch pauschal tun, etwa mit dem Hinweis: „Verneine alle Aussagen“.

  2. Der Schüler muß entscheiden, ob ein Vollverb verneint wird oder ein Hilfsverb (hier die Form von „to be“). Bei letzterem wird die Umschreibung mit „to do“ überflüssig, wie jeder weiß.

  3. Im ersten Muster muß er erkennen, daß Robert männlich ist, also durch das Fürwort „he“ ersetzt wird. Sobald er das tut (er könnte auch „Robert“ wiederholen)hat er autonom die korrekte Form gewählt und verdient eine Würdigung dafür.
    Ob dies Teil der Aufgabenstellung war, weiß ich nicht, vermute aber eher nicht, weil der Lehrer sich über die anfallenden Schwierigkeiten nicht im klaren ist - wie meistens.

  4. Bei einer Verneinung mit „do“ muß der Schüler erkennen, daß er die 3. Person anwenden muß. Außerdem muß er das „do“ durch ein „e“ erweitern in diesem Falle.

  5. Weitere Formenbildungen kommen hier ins Spiel, z. B. in dem Satz „It’s for Jenny“. Denn auch hier muß beachtet werden, daß „it’s“ mit Apostroph versehen produziert wird.

Ich kenne die anderen Sätze nicht, vermute aber, daß in ihnen zusätzliche Schwierigkeiten versteckt sind. Zu vergeben sind pro komplett richtiger Lösung mindestens 3 Punkte. Die korrekte Namenswahl spielt dabei keine Rolle.

Meine Tochter erhielt je einen halben, da nicht Kenny sondern
Paul derjenige war, der gern Fußball spielt, bzw. weil das
Bild nicht für Jenny sondern für ihre Familie war.

In beiden Fällen hat der Lehrer seinen Ermessensspielraum verlassen und begeht damit einen Verfahrensfehler.

Sie hat
schlicht zwei Namen verwechselt, was aber kaum Aufschluss
darüber gibt, wie gut ihr Englisch ist.

So ist es.

jo perrey
Sachverständiger für Beurteilungsfragen

Vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Und danke auch an alle anderen, die hier geantwortet haben.

meine Kinder (5. Klasse) schreiben Arbeiten in denen nicht nur
ihre Englischkenntnisse sondern auch Fakten aus gelesenen
Texten abgefragt werden.

Gleich vorneweg: Das geht nicht, wie Sie selbst schon richtig
vermuten. Das ist kein Namensquiz hier, sondern ein
fremdsprachlicher Test. Alles andere ist Schikane. Oder pure
Unwissenheit und Unkenntnis der schulrechtlichen Grundlagen.
Selbstverständlich handelt es sich um ungültige
Korrekturpraxis.

Aussage: Robert likes to play football.
Antwort: No, he doesn`t. Kenny likes to play football.

Aussage: The picture is for Angela
Antwort: No, it isn’t. It’s for Jenny.

Leider sehe ich hier nicht, wie der Test genau konzipiert war.
Falls für die Antwort keine Teilvorgaben vorhanden waren - die
Antwort also selbständig in voller Länge produziert werden
mußte - sehe ich hier eine total andere Form der Wertung, den
Willen zur Fairneß vorausgesetzt:

Leider haben die Kids ihre Arbeiten gestern schon wieder abgeben müssen, daher kann ich leider nicht genau antworten.
Es war aber eine komplette Antwort zu formulieren, daran erinnere ich mich.

  1. Nicht klar ist, ob in jedem Falle verneint werden soll.

Jain, es wurde nicht explizit angegeben, dass verneint werden sollte, wenn man aber den Textinhalt kannte, war klar, dass die Aussagen falsch und somit zu verneinen waren.

Sollte die Entscheidung darüber dem Schüler überlassen sein,
sich aber im Kontext der Vorlage als falsch erweisen, liegt
Mißbrauch vor. M. a. W.: der Lehrer muß vorgeben, ob verneint
werden soll oder bejaht. Das kann er natürlich auch pauschal
tun, etwa mit dem Hinweis: „Verneine alle Aussagen“.

Ihre Ausführungen 2. - 6. waren (Gott sei dank) nicht das Problem.

Ich kenne die anderen Sätze nicht, vermute aber, daß in ihnen
zusätzliche Schwierigkeiten versteckt sind. Zu vergeben sind
pro komplett richtiger Lösung mindestens 3 Punkte. Die
korrekte Namenswahl spielt dabei keine Rolle.

Das mit der Punktevergabe ist interessant, aber gibt es Regelungen, die die Höhe der zu vergebenen Punkte klar formuliert?

Meine Tochter erhielt je einen halben, da nicht Kenny sondern
Paul derjenige war, der gern Fußball spielt, bzw. weil das
Bild nicht für Jenny sondern für ihre Familie war.

In beiden Fällen hat der Lehrer seinen Ermessensspielraum
verlassen und begeht damit einen Verfahrensfehler.

Wo kann ich so etwas nachlesen?

Und nun zur Frage an den ehemaligen Lehrer:

Lohnt es sich und hat es Aussicht auf Erfolg, dieses Thema bei der Lehrerin anzusprechen? Oder führt dies eher zu einem künftig ablehnendem Verhalten gegenüber der Töchter? Wie sind Ihre eigenen Erfahrungen als Lehrer, wenn man Ihnen Fehler (so Sie denn welche gemacht haben) aufgezeigt hat? Es sollte zwar nicht, aber ändert sich das Lehrer-Schüler-Verhältnis ins Negative, wenn die Eltern zu pingelig sind?

Meine Kinder haben in besagter Arbeit die Note 2, es ist also nicht dramatisch, dass sie die Punkte nicht bekommen haben, aber auf der anderen Seite will man als Elternteil natürlich auch, dass die Kinder die Punkte bekommen, die ihnen zustehen.
Wie also sollte ich mich verhalten?

Gruß
R.

  1. Nicht klar ist, ob in jedem Falle verneint werden soll.

Jain, es wurde nicht explizit angegeben, dass verneint werden
sollte, wenn man aber den Textinhalt kannte, war klar, dass
die Aussagen falsch und somit zu verneinen waren.

Nicht das Erinnerungsvermögen an Textinhalte ist Gegenstand des Testverfahrens, sondern lediglich die sprachliche Komponente.
Leider wird diese vorgegebene Norm immer wieder verletzt.

Ihre Ausführungen 2. - 6. waren (Gott sei dank) nicht das
Problem.

Weil Ihre Tochter bereits sichere Kenntnisse hat und deswegen nicht in die Falle gelaufen ist. Gemeint war dies: Hätte sie bspw. „it’s“ ohne Apostrof geschrieben, so bin ich ziemlich sicher, daß das zu einem Punkteabzug geführt hätte. Was nicht der Fall sein darf, denn es ging hier um korrekte Verneinung .

Der Test ist also so konzipiert, daß er Gelegenheit gibt zu weiteren Fehlern. Wenn das so ist, muß der Lehrer sich an die eigene Nase fassen und demnächst einen präziseren Test abliefern. Oder aber die nicht-relevanten Fehler mit einer sog. Positivkorrektur verwalten. Das heißt, er streicht an, macht auch evtl. aktive Korrektur, wertet aber nicht in diesem Falle.

Das mit der Punktevergabe ist interessant, aber gibt es
Regelungen, die die Höhe der zu vergebenen Punkte klar
formuliert?

Nein. Es bleibt der Erfahrung des Lehrers überlassen, wie er die Schwierigkeit einschätzt.

In beiden Fällen hat der Lehrer seinen Ermessensspielraum
verlassen und begeht damit einen Verfahrensfehler.

Wo kann ich so etwas nachlesen?

Unter anderem in der kommentierten Allgemeinen Schulordnung. Ebenso in den Richtlinien des Faches Englisch für diese Stufe. Die Schule dürfte sowas haben. Oder die örtliche Bibliothek.

Und nun zur Frage an den ehemaligen Lehrer:
ändert sich das Lehrer-Schüler-Verhältnis ins
Negative, wenn die Eltern zu pingelig sind?

Die Frage ist, was Sie als „pingelig“ bezeichnen.
Auf jeden Fall würde ich dem Lehrer meine Zweifel anmelden, damit er das nächste Mal etwas genauer hinschaut. Das muß er schlucken; es gehört zur normalen Kommunikation zwischen Schule und Elternhaus. Der Rest ist Diplomatie.
Im übrigen empfehle ich Kontaktaufnahme sowie Meinungsaustausch mit anderen Eltern

Gruß

jo perrey

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