Hallo!
Da ich in der Schule immer wieder eingebläut bekommen habe, das „im englischen“ so gut wie alles klein zu schreiben ist (und das im übrigen beim Maschinenschreiben auch viel praktischer ist, weil man einen „Anschlag“ spart), habe ich mich auch bei discogs dazu entschieden verschiedene kleine Wörterchen klein zu schreiben. Nun bekomme ich immer wieder Mecker, weil ich zu viele Wörter kleinschreibe, weil dies nicht den Regeln entspricht. Daher wollte ich mal nachfragen, was denn eigentlich genau alles englische Artikel sind?!
Bereits vielen Dank im voraus!
Gruß, Torsten
Hallo Torsten,
falls ich deine Anfrage richtig verstanden habe, geht es dir darum, wie man englische Titel (Buch-/CD-/Filmtitel etc.) schreibt und welche Sonderstellung Artikel einnehmen. Wie du dir vorstellen kannst, gibt es auch im Englischen keine verbindliche Regelung, sondern höchstens Vorschläge, von denen der eine eben populärer ist als der andere.
Das gängigste System funktioniert nach folgenden Regeln:
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Erstes und letztes Wort groß.
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Nomina, Pronomina, Adjektive, Verben, Adverben und unterordnende Konjunktionen (“as”, “although”, “because”) groß.
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Alle Artikel (“the”, “a”), beiordnende Konjunktionen (“and”, “or”, “nor”) und alle Präpositionen klein, außer sie sind das erste oder letzte Wort.
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Das zu einem Infinitiv gehörige “to” klein.
(Quelle: http://www.writersblock.ca/tips/monthtip/tipmar98.htm)
Es gibt Regeln, die besagen, dass Präpositionen über drei (n. a. A. fünf) Zeichen Länge trotzdem großgeschrieben werden sollen. Andere behaupten, Konjunktionen sollten generell klein geschrieben werden. Wieder andere gehen überhaupt nicht auf die Wortart ein, sondern geben nur eine Zeichenzahl, bei deren Unterschreitung der kleingeschrieben wird. Außerdem liest man bisweilen die Aufforderung, man solle jedes Wort, das man für inhaltlich wichtig hält, unabhängig von den oben genannten Regeln großschreiben – oder am Besten gleich jedes Wort.
Du kannst dich durch das Regelwirrwarr mit dem Begriff “capitalization” ja einmal durchgooglen. Dokumentiert werden die mehr als ein halbes Dutzend Varianten auch in der englischen Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Capitalization#Headings….
Da ich sämtliche oben genannten Regeln (außer: alles groß) relativ willkürlich finde, schreibe ich Titel privat so, als seien sie ein gewöhnlicher Satz, also “sentence case”.
Gruß
Christopher
Hallo Christopher,
nee ich meinte was anderes - dennoch Dank für den doch schon sehr ausführlichen Artikel von dir. Habe mich wohl auch nicht so eindeutig ausgedrückt (hätte wohl doch besser schon letztens den folgenden Verweis einfügen sollen: http://help.discogs.com/wiki/AddReleaseForm)
Bei dieser Website wird grundsätzlich jedes Wort großgeschrieben, egal ob das nun in Wirklichkeit gut oder schlecht ist. Nun könntest du natürlich sagen dann schreib doch jedes Wort ganz einfach immer groß, aber da stehen wie schon im 1. Artikel erwähnt andere Dinge dagegen, außerdem trägt das ja letztlich auch nicht zur Lösung der Frage bei.
Also ich will eigentlich nur alle englischen Artikel (so viele sind es ja wohl nicht, oder?) aufgezählt haben. Ich dachte z. B. immer „to“ und „that“ wären Artikel und habe sie deshalb klein geschrieben - was aber bemängelt wurde - zu recht?
Gruß, Torsten
Hallo Torsten,
nee ich meinte was anderes - dennoch Dank für den doch schon
sehr ausführlichen Artikel von dir.
nu ja, so schwätzt man eben aneinander vorbei 
http://help.discogs.com/wiki/AddReleaseForm
Ich zitiere mal eben:
On Artist names, Label names, Release titles, and Track titles, all words must be capitalized except articles (capitalization is optional on a, and, the, etc, unless it is the first word).
Inklusive der Beispiele stellt man schnell fest, dass die Kollegen sich unklar ausdrücken oder keine Ahnung haben. Weiter unten steht, die Schreibweise “The Sound of Now” sei richtig. Kann ja sein, dass ich rammdösig bin oder kein Englisch kann, aber meines Wissens gibt es nur drei Artikel im Englischen, zwei indefinite (“a” und “an”) und einen definiten (“the”). “Of” hingegen halte ich für eine Präposition, die nach deren Regeln großgeschrieben werden müsste. Die gewünschte Formatierung ist wohl die, die ich andeutete, nämlich, dass Nicht-Nomen/-Verben/-Adjektive/-Adverben bis zu einer gewissen Buchstabenzahl (drei? fünf?) kleingeschrieben werden.
Ich dachte z. B. immer „to“ und „that“ wären Artikel und habe sie
deshalb klein geschrieben - was aber bemängelt wurde - zu recht?
Wie ich bereits schrieb, widersprechen sich die Herrschaften innerhalb von zehn Zeilen selbst (okay, schafft mancher bei w-w-w locker in fünf). “To” ist eine Präposition (viele verschiedene Verwendungen) oder selten ein Adverb (“push the door to”) sein. “That” kann ein Pronomen (“That is right”), eine Konjunktion (“The car that …”) oder ein Adverb (“that small”) sein. Artikel sind beide Wörter nicht.
Gruß
Christopher
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Um die Sacher weiter zu verkomplizieren: da gibt’s einen Unterschied zw. dem amerikanischen und dem britischen Gebrauch:
vgl. z.B.
http://www.nytimes.com/pages/pageone/index.html
und
http://www.independent.co.uk/ oder http://www.ireland.com/
Wie man sieht, schreiben die Amerikaner in Überschriften viel mehr groß als diesseits des Atlantiks.
sha
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