Hallo Stefanie,
meiner Meinung nach sind englische Fachbegriffe i.A. akzeptabel, solange sie nicht in solchem Umfang verwendet werden, daß man den Text nicht mehr als deutschen erkennt. Auch würde ich die englischen Begriffe vermeiden, wenn es *gebräuchliche* deutsche Fachbegriffe dafür gibt; siehe unten. Prinzipiell spricht aber nichts gegen englische Fachbegriffe; immerhin ist es eine wissenschaftliche Arbeiten von Physiker für Physiker.
Ich nehme an, deine Arbeit ist im Bereich der Halbleiterphysik angesiedelt; zumindest die Quantendots und das Confinement lassen den Schluß zu. Bei uns am Institut wird auch auf diesem Gebiet gearbeitet, insofern sind mir die Begriffe vertraut.
- Elektronen in Tight-Binding-Näherung
Der Ibach-Lüth verwendet dafür die Formulierung „Näherung von ‚stark gebundenen‘ Elektron her“; insofern wäre es sicher möglich, diesen (wohl etwas umständlichen) Ausdruck zu verwenden. Auch LCAO-Methode sollte eine akzeptable weitere Formulierung sein. Tight Binding sollte aber völlig in Ordnung sein.
- Quantendot
Quantentopf? Ginge eventuell, klingt für mich aber wie
Kochtopf oder so. Quanten-Potenzialtopf?
Nein, ein Quantentopf ist nur ein eindimensionaler Einschluß im dreidimensionalen Festkörper, während es sich bei einem Quantendot um einen dreidimensionalen Einschluß handelt.
In der deutschsprachigen Literatur hat sich die Bezeichnung „Quantenpunkt“ eingebürgert, die ich bevorzugen würde. quantum dot wäre der korrekte engl. Ausdruck, Quantenpunkt ist aber besser.
- Quantenconfinement
Ich denke, jeder Halbleiterphysiker und die meisten Festkörperphysiker verstehen, was mit Quantenconfinement (als eindeutschung von „quantum confinement“) gemeint ist.
Ich würde dir raten, es unverändert stehenzulassen.
Für die anderen: Quantenconfinement bezeichnet i.A. den 1-dimensionalen (oder auch mehrdimensionalen) Einschuß in einem Potentialtopf derart, daß die freie Weglänge der Elektronen/Löcher so groß ist wie die Ausmaße des Potentialtopfes. Dadurch ergibt sich in der Richtung des Potentialtopfes eine Quantisierung der Energieniveaus, eben ein Confinement.
- Auf Biegen und Brechen deutsche Ausdrücke suchen?
- Einfach englische Fachbegriffe im deutschen Text verwenden
- Deutsche Ausdrücke verwenden, aber beim 1. Auftreten die
englischen (bekannten) Begriffe in Klammern dahinter
schreiben?
Sofern es eingebürgerte deutsche Fachbegriffe gibt, würde ich diese immer vorziehen. Gerne kann man auch die englischen Begriffe in Klammern dahintersetzen.
Auf Biegen und Brechen nach dt. Ausdrücken zu suchen, würde ich tunlichst vermeiden. Die Verwendung engl. Fachbegriffe in einer wissenschaftlichen Arbeit ist OK.
Viele Grüße,
Markus
p.s. ein Bemerkung für Fritze: die Arbeit in engl. zu schreiben ist zwar im Prinzip eine gute Idee, scheitert aber zumindest an meiner Uni i.A. an der Prüfungsordnung bzw. an den viel zu strenge gehandhabten Ausnahmeregelungen. Und das ist nicht unbedingt eine Problem, an dem unsere Professoren im Fachbereich schuld sind…