Hallo Nordlicht, Auszug aus Spiegel.de, Wirtschaft von heute:
"Inflation schnellt auf höchsten Wert seit 13 Jahren
Rekordteuerung in Deutschland: Die Verbraucherpreise sind im November so stark gestiegen wie seit 13 Jahren nicht mehr. Zum ersten Mal seit Februar 1994 steht bei der Inflationsrate eine drei vor dem Komma.
Wiesbaden - Die Verbraucherpreise sind damit im November deutlich stärker gestiegen als erwartet. Nach vorläufigen Daten aus sechs Bundesländern beläuft sich die Teuerung im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 3,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Volkswirte hatten zuvor nur einen Anstieg von 2,8 Prozent erwartet. Im Oktober waren die Verbraucherpreise noch um 2,4 Prozent gestiegen.
Grund für den Preisanstieg waren vor allem die deutlich höheren Kosten für Heizöl, Benzin und Diesel sowie für Milchprodukte und Brot. Ohne Heizöl und Kraftstoffe ergibt sich den Statistikern zufolge eine Teuerungsrate von schätzungsweise 2,1 Prozent.
Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht die Preisstabilität ab einer Inflation von zwei Prozent gefährdet. Nach den aktuellen Novemberzahlen steigt damit der Druck auf die EZB, die Zinsen zu erhöhen. Dadurch könnte der Preisanstieg gedämpft werden - gleichzeitig würde allerdings auch das Wirtschaftswachstum gebremst.
Zuvor hatten schon einzelne Bundesländer enorme Preissteigerungsraten gemeldet. So mussten die Verbraucher in Sachsen im Jahresvergleich 3,4 Prozent mehr für Waren und Dienstleistungen zahlen. In Nordrhein-Westfalen betrug der Preisanstieg 3,2 Prozent, in Brandenburg und Bayern 3,1 Prozent, in Baden-Württemberg 3,0 und in Hessen 2,9 Prozent. In allen genannten Ländern stiegen die Teuerungsraten damit auf die höchsten Stände seit Anfang der neunziger Jahre.
Für Heizöl mussten Verbraucher bis zu ein Viertel mehr zahlen als vor einem Jahr. Tanken verteuerte sich um ein Fünftel. Nachdem der Ölpreis zuletzt auf ein Rekordhoch von knapp 100 Dollar gestiegen war, kostete Sprit so viel wie nie. Auch Milchprodukte rissen ein größeres Loch in die Haushaltskasse als noch vor einem Jahr. Allein Milch verteuerte sich je nach Bundesland um 20 bis 27 Prozent. Käse und Quark kosteten rund ein Fünftel mehr, Butter wurde um fast die Hälfte teurer. Die Mehlpreise stiegen um knapp ein Viertel.
Die Preise werden in diesem Jahr auch durch die Einführung von Studiengebühren in zahlreichen Bundesländern getrieben. Teilweise stiegen die Kosten für das Bildungswesen um die Hälfte. Zahlreiche Bundesländer hatten Studiengebühren im April eingeführt, im Oktober folgten auch Hessen und das Saarland.
Preissteigerung in Deutschland in Prozent
im Vergleich zum Vormonat im Vergleich zum Vorjahresmonat
November 07 0,4 3,0
Oktober 07 0,2 2,4
September 07 0,1 2,4
August 07 -0,1 1,9
Juli 07 0,4 1,9
Juni 07 0,1 1,8
Mai 07 0,2 1,9
April 07 0,4 1,9
März 07 0,3 1,9
Februar 07 0,4 1,6
Januar 07 -0,2 1,6
Dezember 06 0,8 1,4
November 06 -0,1 1,5
Quelle: Statistisches Bundesamt
Im Gegensatz dazu sanken in einigen Bundesländern die Preise für Obst und Gemüse wie Äpfel, Kartoffeln oder Kohl. Preiswerter als vor einem Jahr war den Angaben zufolge auch Heimelektronik wie Fernseher, Videorekorder oder Computer. Das Statistische Bundesamt berechnet aus den Daten von sechs Bundesländern die vorläufigen Inflationszahlen. Die endgültige Monatsrate weicht meist nur geringfügig von den vorläufigen Inflationszahlen der Statistiker ab.
Die Dynamik der Entwicklung überraschte sogar Experten. „Wir hatten eine Beschleunigung des Preisanstiegs für November erwartet, aber nicht ganz so stark“, sagte Roland Döhrn vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI). Die bisher für 2008 prognostizierte Teuerungsrate von rund zwei Prozent sei angesichts der jüngsten Entwicklungen zwar „noch im Bereich des Möglichen, aber weniger wahrscheinlich geworden“. Realistischer sei wohl die Annahme einer „etwas höheren Preissteigerung“.
Ausschlaggebend für den Anstieg der Inflationsrate ist nach Döhrns Worten die Preisentwicklung auf dem Weltmarkt. Das günstige Preisniveau vergangener Jahre bei Mineralöl und Nahrungsmitteln gehöre angesichts der boomenden Nachfrage aus Schwellenländern wie China oder Indien wohl der Vergangenheit an.
Dennoch sieht der Experte keinen Grund zur Panik. In diesem Jahr habe die Mehrwertsteuererhöhung die Inflationsrate angeheizt, im kommenden Jahr falle dieser Effekt weg. Schon dadurch werde die Teuerung um etwa einen Prozentpunkt gedämpft, betonte er.
Bundesweit sind die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Prozent gestiegen. Hier hatten Volkswirte einen Anstieg um 0,3 Prozent erwartet. Die endgültigen Ergebnisse für November wird das Bundesamt am 14. Dezember bekanntgeben.
wal/dpa-AFX/AP/AFP" Zitatende.
Damit lag ich mit meiner Schätzung von knapp drei Prozent nicht schlecht.
Gemeint waren drei Prozent oder etwas weniger. Der Satz „Von mir aus vielleicht auch noch etwas darüber.“ bezog sich auf darauf, daß die deutschen Lebensversicherer effektiv mit der garantierten Rendite etwas knapp über der Hälfte der von mir geschätzten knapp drei Prozent liegen.
Gruß, Waldschrat.
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