Ich bin dabei mir Gedanken darüber zu machen, wie man mit einer „Schnellbleiche“ am besten Leuten, die mit technischem Englisch im Labor oder Fabrik umgehen müssen, jedoch mit nur schwachen oder mittleren Kenntnissen ausgestattet sind, helfen kann, die notwendigen Kenntnisse zu erwerben. Offensichtlich kann man nicht in wenigen Stunden in einem Kurs alle Finessen der Sprache vermitteln.
Hat jemand gute Hilfsmittel gefunden, die mit begrenztem Aufwand den Verständnis derart verbessern, dass man nach englischen Vorschriften, bzw. Handbüchern arbeiten kann.
Ich bin für alle Erfahrungen dankbar
Mike
Hallo Michael,
bei Mitarbeitern, die mit englischer Korrespondenz beschäftigt sind, läßt sich kein dünnes Brett bohren. Die müssen einfach fit sein und in Übung bleiben.
Diese Leute meinst Du aber sicher nicht. Deine Frage zielt auf die Verwendung fremdsprachlicher Handbücher, Normen, Fertigungsanweisungen u.s.w., deren Übersetzung mit hohem Aufwand verbunden wäre. Nach meiner Erfahrung stellen derartige Unterlagen eine dauerhafte Bremse im Betrieb dar und mit dem häufig gehörten Spruch „na, Englisch werdet ihr ja wohl können…“ wird das Problem nur unter den Teppich gekehrt. Ich habe Kunden (in Deutschland ansässige, aber international tätige Unternehmen), die ihren Schriftverkehr, z.B. Aufträge und Spezifikationen, in englischer Sprache abfassen. Ich halte das für gefährlichen Unfug, denn schon Unterlagen in der Muttersprache sind häufig nicht eindeutig und bedürfen der Erklärung. Obwohl ich einigermaßen Englisch spreche, weigere ich mich seit vielen Jahren (letztlich immer erfolgreich), solche Unterlagen anzunehmen.
Weil man sich die Mitarbeiter in der Fertigung nun einmal nicht primär nach Sprachkenntnissen aussuchen kann, führt an Übersetzungen kein Weg vorbei. Versäumnisse können dabei auch schwerwiegende rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, wenn Fehler passieren, weil der Mitarbeiter z.B. sicherheitsrelevante Anweisungen nicht eindeutig verstehen konnte.
Der Aufwand für die Übersetzung rechnet sich allemal, denn er ist nur einmalig fällig. Der Zeitverlust und die Fehlergefahr für mühselige Leseversuche der Mitarbeiter ist aber eine Dauerlast.
Spätestens bei der Zertifizierung nach ISO9000 muß da etwas getan werden, denn was nützt die ganze Doku, wenn sie von den Benutzern nicht verstanden wird?
Mit keinem Crachkurs sind die unbedingt erforderlichen Feinheiten der Sprache vermittelbar. Deshalb ist es im Ansatz falsch, bei den Mitarbeitern zu beginnen.
Gruß
Wolfgang
Lieber Wolfgang
Ich bin echt dankbar für Deine wohlüberlegten Bemerkungen. Es ist wohl die zweite Variante gemeint: Mitarbeiter, die mit Handbüchern usw. umgehen sollten.
Ich stimme mit Dir völlig überein, dass der Englisch-Fimmel unsinnig ist - Vermutlich sagten das auch die Germanen gegenüber Latein. Es hilft aber nicht allein zu klagen. Ich versuche diesen Themenkreis abzuklären, um keinen Unsinn zu fabrizieren.
Wer hat noch Erfahrungen mit der Verarbeitung von englischsprachigen Unterlagen, wo eine Übersetzung nicht beigestellt wurde. Hat es wirksame Hilfen gegeben?
Ich freue mich auf weitere Meldungen