Ohja, freilich, die Elemente sind aus der griechischen Sprache. Aber nicht die Griechen haben das Wort gebildet, sondern Franzosen haben das Kunstwort geschaffen, aus griechischen Teilen.
Auch das Automobil ist keine griechisch-römische Wortschöpfung, sondern eine moderne, wenngleich die Elemente aus dem Griechischen und dem Lateinischen stammen.
_ Auto
Substantiv Neutrum Standardwortschatz (20. Jh.) Kunstbildung. Kopfwort von Automobil, eigentlich: sich selbst Bewegendes, „Kraftfahrzeug“ (zuerst als Vorderglied von Komposita, seit 1913), wie das Vollwort (Automobil) nach etwas früherem französischem Vorbild (1910)._
Soll ich noch mehr Beispiele nennen? Grammophon, Telephon, Mikrophon, Phonograph, Oszillograph, Telgraph, Markgraph, Maulaphph, Ganzbaphph, Olaph.
Und überleg dir doch vorher, ob du einen meiner Beiträge unbedingt mit „Quark“ kommentieren musst!
nicht DU schriebst quark, sondern der „kluge“ (sic)! es stimmt
nicht, daß „helikopter aus dem französischen stammt“.
Wenn also der „Kluge“ Quark redet, so kannst du doch sicher angeben, woher der Helikopter kommt, oder nicht?
Ich hätte da noch den Pfeifer anzubieten, der in dem Artikel „Hub“ auch den Hubschrauber und den Helikopter erklärt. Darf ich zitieren?
_ Hubschrauber m. ‚senkrecht startenden Drehflügelflugzeug‘ (20. Jh.).
Dafür auch (internationalem Sprachgebrauch folgend) Helikopter m., eine künstliche Bildung zu griechisch hélix, Gen. hélikos = Windung, Kreislauf, Spirale und pterón = Feder, Flügel; zuerst wohl (angesichts der Bedeutungsentwicklung des gleichfalls aus dem Griechischen entstammenden frz. hélice = Schraubenlinie, Schiffsschraube, Propeller) frz. hélicoptère = Luftschiff, auch zweiflügliges, durch die Luft wirbelndes Kinderspielzeug (2. Hälfte 19. Jh.), danach auf das Flugzeug übertragen (etwa 1925)._
Die Bildung des Wortes „Helikopter“ geschah demnach - zugegebenmaßen aus griechisch-stämmigen Wortteilen - in Frankreich und von dort kam es nach Deutschland und in viele andere Sprachen.
Vielleicht glaubst du ja dem Pfeifer?
Auch der Duden sieht das so:
_ He|li|kop|ter , der; -s, - [engl. helicopter
Hallo, die Ihr alle an der Diskussion beteiligt seid!
In bezug auf die Bedeutung des Dudens bin ich wohl mißverstanden worden; ich wollte keineswegs sagen, daß die Herausgeber des Dudens von sich aus die Sprache bestimmen. Ich meinte, daß sich viele anglistisch angehauchte Neologismen im täglichen Wortschatz festsetzen, dann nach einer gewissen Zeit – teilweise unreflektiert (siehe das Verb „downloaden“, für das es scheinbar keine normierte Konjugation gibt) – in den Duden aufgenommen werden und diese Aufnahme schließlich als „überzeugendes Argument“ dafür gilt, daß diese Begriffe endgültig weithin als „deutsch“ akzeptiert werden. Deshalb habe ich auch nicht versucht, Eckards Theorie zu widerlegen, nach der den Leuten aufs Maul geschaut wird, wenn’s um die Weiterentwicklung der deutschen Sprache geht. Ich stimme der Theorie voll und ganz zu; das zeigen ja auch die indirekten „Eindeutschungsversuche“ der neuen Rechtschreibung, wonach sich z.B. „plazieren“ und „numerieren“ auf einmal nicht mehr von den französischen Verben „placer“ und „numérer“ herleiten, sondern von den Hauptwörtern „Platz“ und „Nummer“ und demnach mit „tz“ bzw. „mm“ geschrieben werden müssen.
@Eckard: Was gefällt Dir denn genau nicht an der Theorie mit dem CGTN? Natürlich werden über die Francophonie hauptsächlich ehemalige Kolonien an das alte „Mutterland“ gebunden (wobei anzumerken ist, daß auch Québec, die Schweiz, Luxemburg und Belgien Mitgliedsstaaten sind). Aber das hat doch – in bezug auf das CGTN – nichts Negatives an sich. Warum sollte man in jedem Land einzelne Kommissionen ins Leben rufen, wenn die Pariser Sprachwissenschaftler ihre Arbeit nicht schlecht machen? Es würde doch nichts bringen, wenn die Québécois einen komplett anderen Ersatzwortschatz erfänden als die Schweizer, die Schweizer als die Franzosen, die Franzosen als die Belger usw.
Ich persönlich bin der Meinung, daß die Institution des CGTN eine gute Sache ist. Wenn auch nicht alle Vorschläge sich durchsetzen konnten (z.B. „TAM/toile d’araignée“ anstatt „WWW“), ist die Idee, die fremdsprachlichen Einflüsse zu reduzieren, gut und richtig. Man muß es natürlich nicht so exzessiv wie die Isländer betreiben (die – gerüchtehalber – kein einziges fremdes Wort reinlassen), aber die Franzosen haben z.B. kein Problem mit der Vergangenheitsbildung des Verbes „télécharger“, während sich die Deutschen mit „downgeloadet“/„gedownloadet“ o.ä. rumschlagen müssen – auf die Version „heruntergeladen“ zuückzugreifen, kommen nur wenige, weil „downladen“ schließlich inzwischen ein deutsches Verb ist…
Hallo, Fritz,
ich habe das nicht nur von dieser Seite (die möglicherweise fälschlich von „Alben“ spricht). In der Tat sind es nur diese beiden Songs.
Felgen erzählte neulich in einer Radiosendung (WDR5) wie es dazu kam: Er wurde in einer Nacht- und Nebel-Aktion nach Paris beordert, wo er die Beatles in einer Konzertpause traf. Sie erklärten ihm, welche Vokale sie bevorzugten und bei welchen spezifisch deutschen Lauten sie Probleme hätten. Wärend der Rest des Konzertes lief, schrieb Felgen die Rohfassung. Nach dem Konzert wurde dann der Text zusammengebastelt und auch gleich geprobt. Und weil das mit dem einen Song so gut klappte, wurde er auch mit dem anderen beauftragt.
Ich nehme nicht an, dass C.F. den Nerv hat, in einem Radiointerview nachprüfbar die Unwahrheit zu sagen.
Siehe auch http://drachendeutsch.net/beatles/ http://www.flensburg-online.de/beatles/1-29.html
Hallo Fritz, hallo datafox!
Ich habe, so glaube ich, das entwaffnende Argument für diese Diskussion gefunden. Wo schlägt man nämlich nach, wenn ein Wort – entgegen sämtlicher Nachweise aus renommierten deutschen Wörterbüchern – als nichtfranzösischen Ursprungs angenommen wird? Genau: In einem französischen Wörterbuch, vornehmlich im neuesten Dictionnaire der Académie française. Und der spricht folgendermaßen:
_ HÉLICOPTÈRE n. m. XIXe siècle. Composé à partir du grec helix (voir Hélice) et pteron, « aile ».
Aéronef à décollage vertical dont la sustentation et les déplacements sont assurés par une ou plusieurs grandes hélices placées au-dessus de l’appareil, appelées rotors. Évacuer des blessés par hélicoptère. Un hélicoptère de combat._
Um das Wichtigste zu wiederholen: Das Wort wurde im 19. Jahrhundert auf der Grundlage der griechischen Wörter helix und pteron geschaffen. Ist also definitiv eine französische Kreation, wenn auch mithilfe griechischer Vokabeln geschaffen.
Fritz hat also definitiv recht! (Nicht, daß ich das jemals im geringsten angezweifelt hätte… )
Einmal für die Mühe, die du dir gemacht hast, um mich nicht unwissend zu lassen.
Zum anderen für die beiden Links, die ich noch nicht kannte. Da ist man seit vierzig Jahren Beatlesfan und hat noch solche Lücken! Unglaublich!
Da fällt mir noch was ein. Deine Glückwünsche im Plauderbrett sind ganz schön zweischneidig formuliert. Beim ersten Lesen fiel mir das gar nicht auf. Da hast du ja wieder einen „Riesenzwicker“ eingebaut! Schelm, der du bist!
Was sagst du dazu? Dein Artikel hat eine recht unerwartete Reihe von Antworten gezeitigt.
Ich hoffe, du bist mit den Windungen, die die Diskussion genommen hat, nicht unzufrieden.
Beste Grüße
Fritz (halb als MOD, halb als Benutzer)
angesichts der - wie ich höre - oft recht zweifelhaften Wirksamkeit der Sprachregulierung in Frankreich scheint mir die Arbeit der Akademie bisweilen ein Kampf gegen Windmühlen zu sein. Hat doch irgendeiner der früheren Kultusminister in einer Parlamentsrede gewaltig gegen die Sprachregulierung verstoßen. Und wenn das am grünen Holz geschieht, …
Und kein jugendlicher Franzose lässt sich den Gebrauch des Wortes „Walkman“ vergällen, obwohl es dafür eine offizielle Bezeichnung gibt.
Dennoch stimme ich dir zu, dass man nicht Tür und Tor zu öffnen braucht und die Wörter von den Wegen und Zäunen einladen muss.
Das:
während sich die Deutschen mit
„downgeloadet“/„gedownloadet“ o.ä. rumschlagen müssen – auf
die Version „heruntergeladen“ zuückzugreifen, kommen nur
wenige, weil „downladen“ schließlich inzwischen ein deutsches
Verb ist…
ist kein echtes Problem und lässt sich den Regeln entsprechend lösen:
„to download“ ist doch im Englischen ein „trennbares Verb“. He loaded down … .
oder heißt es: He downloaded … ? Dann wäre mein Ansatz im Ansatz verfehlt. -
Wenn aber meine erste Annahme stimmt, dann wird das deutsche Verb „downloaden“ ebenfalls als ein trennbares Verb betrachtet. Und dann heißt es eindeutigt: Ich habe die Daten downgeloadet.
frz. hélicoptère, zu griech. hélix (Helix) u. pterón= Flügel]:
Hubschrauber.
hi fritz,
so sieht das schon anders aus. darauf hätte ich nichts gesagt. der kluge behauptete ja doch was anderes. egal beenden wir diese etwas sinnlose debatte *g*
meine Meinung nach „download“ ist kein „trennbares Verb“. He loaded down auf Englisch in irgendwelche sinn mit Rechner zu tun geht nicht. Als Englisch Muttersprachler versuch ich immer „richtiges“ Deutsch zu sprechen und ich sehe kein guten grund herunterladen nicht zu nutzen.
Ich find es immer ein bisschen ärgerlich wenn ein Englisches wort (oder art davon) kommt in ein Deutsches satz wenn es gibt schon ein Deutsches wort dass passt viel besser darin. Weil ich musst manchmal mit Kunden oder eltere Leute reden vollte ich kein „slang“ oder „trendy“ worter misbrauchen.
Neil
PS Als beispiel:
shoppen (!) nein, ich hasse dass
kids
sorry
fine
und es gibt bestimmt viel mehr.
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ich bin sehr beeindruckt von wieviel antworten es gibt. Leider hatte ich bis jetzt kein zeit alles durchzulesen. Dass mach ich aber sofort wenn ich zeit finden. Ich bin aber ein kleines bisschen enttäuscht dass wir haben bis jetzt kein antwort von Heinz Augustin bekommen, er redet so gern über Englisch ich dachte er hatte bestimmt ein interessantes Perspektive dazu.
Gruß,
Neil
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Und jetzt kommt der Überhammer! (Bitte Gramm-atik und Schlechtschreibung entschuldigen - ich habe bei der Matura Englisch genommen, weil ich in Deutsch nie durchgekommen wäre…!)
Eigentlich müsste der Helicopter ja aus dem italienischen kommen, da ja Leo DaVinci schon an so einem Apparat gebastelt hat!
…aber nein, jetzt wird´s schwierig!
Vor dem Leonardo haben die Chinesen schon damit gespielt (vor mehr als 1000 Jahren), im wahrsten Sinn des Wortes: Sie spielten mit einem Holzstab (oder Bambus) der an einem Ende Vogelfedern „helicoptermässig“ angeordnet hatte. Wenn man den Stab in der korrekten Richtung schnell genug zwischen den Händen gedreht hat, stieg das ganze Spiel wie ein Helicopter in die Höhe!
Ob das jetzt auf Kanton oder Mandarin war weiss ich nicht!!
Aber im Ernst, für mich als Sprachenlaie sieht es aus, als ob der Hubschrauber nur ein ins Deutsch übersetzte Helicopter ist.
Wenn man schon diskutiert ob Wörter aus anderen Sprachen übernommen werden: Sollte man dann nicht die Originalwörter verwenden, wie sie in der Originalsprache verwendet werden?
Dann wäre die Salat Bar (salad bar) ja auch eigentlich ein Salat-tresen oder Salatanrichte oder Salatschenke, oder nicht?
Herzliche Grüsse aus Panama!
3top
PS: Hier spricht man Spanisch,…mehr oder weniger…
von kreation war aber nicht die rede, sondern das zitat lautete:
"das aus dem Französischen stammende Helikopter"
und das ist sachlich falsch. helix und pteron sind keine französischen worte. DAS habe ich gemeint. hält ihr mich für so blöd, daß ich den unterschied nicht erkennen kann…