Enkel (3,5) spricht wenig und kaum verständlich

Heute war wieder mein Enkel auf Besuch.
Er ist ein zartes Persönchen und auch öfter krank (Erkältungen).
Er spricht sehr wenig, bis 1,5 Jahre sagte er überhaupt nichts. Spielte fast nur mit seinen vielen kleinen Autos.
Verstehen kann man ihm ganz schlecht (leise, unartikuliert, keine kleinen Sätze).
Seine Schwester (8, eine richtige Quasselsstrippe) dient dann als Übersetzerin.
Ich dachte, mit dem Kindergartenbesuch (seit sechs Monaten) wird es besser; das Einzige ist, dass er jetzt ein wenig mehr spricht.
Ein Hörtest hat wohl keine Auffälligkeiten gebracht.
Die Eltern meinen, alles sei „im grünen Bereich“ und lassen nicht groß mit sich reden.
Erschwerend kommt noch dazu, dass ich nicht der richtige Großvater bin.
Hab mal gelesen unter „frühkindlicher Autismus, auch Kanner-Syndrom“ - Einiges davon trifft zu.
Wer weiss Rat?

hallo picus,

um wirklich klarheit zu gewinnen, sollte der ‚kleine‘ einem spezialisten vorgestellt werden.
alles andere wäre nur spekulativ.
liebe grüße

pirat (der überlegt ob dieser thread besser ins brett medizin passt)

Hallo,
wenn er eindeutig „kommuniziert“, ist er kein Autist. Alles andere können wohl, wie schon erwähnt wurde, Spezialisten besser beurteilen.
Schöne Grüße

Hallo
zunächst mal: Kinder sind innerhalb der Familie sehr unterschiedlich.
Eine Möglichkeit ist, dass der Platz der Quasselstrippe einfach schon besetzt ist. Zwei, die beide sabbeln, wer hört dann noch zu?
Eine weitere Möglichkeit: er hat gelernt, leise und undeutlich besser ans Ziel zu kommen. Die große Schwester dolmetscht? Dann haben beide einen Platz gefunden. Große Schwester wichtig! Kleiner Bruder immer gut beachtet.
So etwas lernt sich recht schnell, und kann viele Facetten haben:
Opa fragt 3 mal nach, beugt sich hinab auf Augenhöhe, redet leise und freundlich um zu erfahren, was eigentlich los ist. So viel Aufwand für eine kleine beiläufige Frage, die bei jedem anderen 2 Sekunden dauert.

Ich will nichts verharmlosen, natürlich kann etwas ernstes dahinterstecken, doch bevor man das Kind mit vielen Tests malträtiert kann man es doch erst mal ohne Übersetzer und ohne allzu wohlmeindendes Verstehen wollen versuchen. Vielleicht bessert sich schon vieles, wenn er „gezwungen“ ist, verständlicher zu werden.

Möglicherweise hat er einen Sprachfehler, der ihm selbst auffällt und den er nicht allein ausmerzen kann, doch eben umgehen, - durch schweigen.
Es gibt viele relativ harmlose Gründe für ein solches Verhalten
und ich wünsche euch
dass es etwas sehr harmloses ist.
Liebe Grüße
Susanne

Hallo,

ich habe drei Enkelkinder:

Der Erste - jetzt 6 Jahre alt, konnte mit drei Jahren etwa 20 Worte und die verstand man auch nur, wenn man öfters mit ihm zu tun hatte. Aus Katja machte er z. B. Geiga und vieles andere mehr.

Er war schon mit 2,5 im Kindergarten. Hat am Anfang ganz wenig gebracht. Mit gut 3,5 Jahren machte er plötzlich einen „Sprung“. Es kamen Sätze und die Worte waren gut verständlich. Er spricht jetzt gut mit einem großen Wortschatz und hat auch mit Gegenwart, Vergangenheit usw. keine Probleme. Beherrscht relativ viele englische Worte.

Mit 5 Jahren konnte er seinen Namen schreiben und schon diverse Buchstaben und Zahlen lesen.

Die Zweite wird im Sommer vier Jahre alt. Zeitweise hatte man den Eindruck, dass sie ihren großen Bruder überholt. Nahezu jeder Fremde konnte sie gut verstehen - so ab dem zweiten Geburtstag.

Jetzt kann sie schon ihren Namen schreiben, Gegenstände bis etwa 15 Stück fehlerfrei abzählen und versteht zumindest einfache englische Worte.

Sie spricht in vollen Sätzen und bringt Worte - im richtigen Zusammenhang her - dass man sich fragt, woher kennt sie diese Worte. Lediglich weiss sie manche Worte nicht in den verschiedenen Gegenwart- und Vergangenheitsfällen. Bei ihr singt z. B. auch jemand in der Vergangenheit.

Die Kleine ist jetzt zwei. Sie spricht ganz wenige Worte und diese auch noch sehr undeutlich. Ein Schnuller war erst ein Lollo und ist jetzt ein Lulli. Sie geht seit einem halben Jahr in einen privaten Kindergarten.

Sie weiß sich aber anderweitig sehr gut zu behelfen. Wenn sie einen Keks will, nimmt sie meinen kleinen Finger und zerrt mich zum „Depot“.

Gestern hat sie sogar schon ihr erstes „Würstchen“ ins „Töpfchen“ gelegt.

Kinder sind nicht genormt. Mein Sohn und meine Schwiegertochter konnten sich um den großen viel mehr kümmern und ihn fördern als um die nachfolgenden Kinder. Trotdem war der Große der größere Spätentwickler in Bezug auf die beiden später geborenen Mädels.

Ich habe mir damals beim Großen auch Sorgen gemacht. Vor allen Dingen, weil ich von meinem Sohn etwas total anderes gewohnt war. Der sprach mit zwei Jahren gut verständlich schon in kleinen Sätzen.

Bei der Kleinen sehe ich das aber inzwischen sehr locker. Ihr großer Bruder hat es ja nach dem Motto „was lange währt wird endlich gut“ vorgemacht.

Klar dass die Eltern mit dem jeweiligen Problem beim Kinderarzt vorstellig wurden. Dieser fand auch, dass die Entwicklung der Kinder halt nicht genormt und alles im grünen Bereich ist.

Viele Grüße
Ingrid

meine schwester mit afst 3 spricht sehr viel udn meine eltern sagen dass sind sie von uns gar nicht gewöhnt denn wir haben auch lange nichts ode rnicht viel geredet

Hallo,

Die Eltern meinen, alles sei „im grünen Bereich“ und lassen
nicht groß mit sich reden.

Dieser Satz im restlichen Zusammenhang finde ich auffällig: „sie lassen nicht groß mit sich reden“ - reden sie denn viel mit dem Kleine?

Wenn Eltern, die wenig miteinander und wenig mit dem Kind reden, dann darf man sich kaum wundern, wenn die Sprache des Kindes auch Defizite aufweist.

Was sagen denn die Erzieher?

Die Sprache ist ja nur ein von mehreren Medien zur Kommunikation. Deshalb würde ich bei geringer sprachlicher Kommunikation nicht gleich auf Autismus schließen. Wie verhält er sich denn sonst (auch Dir gegenüber, wenn Du vertraut bist) - kann er Augenkontakt stand halten, lächelt oder lacht er, erlaubt er es dass man ihn knuddelt? Wie ist sein Verhältnis zur älteren Schwester (Du schreibst dass sie „übersetzt“, d.h. sie versteht ihn).

Nicht jedes Kind ist ein Gruppenmensch, aber frage kritisch nach, ob er unglücklich scheint, oder vielleicht in seiner Welt einen zufriedenen Eindruck macht.

Viele Grüße

Pauken-Erguß
ist es bei unserem Kleinsten, der ist auch sprachlich etwas zurückgeblieben.

Nämlich:
Die Verbindung zwischen Mittelohr und Mund ist zugeschwollen („Polypen“) und deswegen hat sich der Raum hinter dem Trommelfell mit Flüssigkeit gefüllt. Das Kind hört dumpf.

Ich habe hier herumgefragt, war mit dem Bub bei drei HNO-Ärzten und alle, alle haben gesagt: operieren lassen.

Das wächst sich aus, heißt es, aber Jahre ohne richtiges Gehör sind nicht gut für die Entwicklung des Kindes, auch wenn es gar nicht leidet.

Wir werden die Operation demnächst machen lassen. Mutter und Kind werden weinen. Aber nur eine zeitlang, dann ist gut. Mit hoher Wahrscheinlichkeit.

LG

Gitta