Hallo Deutschfreunde
«Der Gemeinderat entbietet der Bevölkerung von XYZ
ein frohes Weihnachtsfest und viel Glück im Neuen
Jahr 2008.»
Ich finde, dieser Satz sei ziemlich falsch und
hätte von Euch gerne gewusst:
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Ist es richtig, dass man allenfallst Grüsse oder
Wünsche entbietet – nicht aber «ein fröhliches
Fest»?
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Wie kommt es überhaupt zu dieser überaus gestelzten
Formulierung mit einem Wort, das ich bisher nur in
diesem einen Zusammenhang gelesen habe?
Vielen Dank!
Rolf H.
Servus, Rolf,
entbieten ist eine sehr alte Form, wobei der Grimm 3 Bedeutungen anführt:
- einem etwas melden, sagen lassen, zu wissen thun, zumal in der gruszformel: mhd.
- einen entbieten, herbeirufen, zu sich befehlen:
- sich entbieten, sich anbieten, offerre se
(stark gekürzt aus:http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbu…
Also ganz korrekter Weise (nach Grimm) könnte man auch Weihnachtswünsche „entbieten“ - beim Fest und beim Neuen Jahr ist es mehr als zweifelhaft.
Aber abgesehen davon ist es in meinen Ohren antiquiert und wie du richtig sagst, gestelzt.
Gestelzter wäre nur noch die Form „entbeut“ - jaja, die ist auch korrekt…*lächel* - vielleicht ein Vorschlag für den Gemeinderat für nächstes Jahr:smile:
Lieben Gruß aus dem Waldvierte, jenny
merci!
Herzlichen Dank und * für die erhellende Antwort!
Rolf