ich habe noch sehr starke stengel nit großen blättern an meinem
rhabarberstock.muss ich diese zum herbst jetzt entfernen oder
sterben diese von selbst ab.
kann mir jemand weiterhelfen, vielen dank
Entfernen von Rhabarberblättern
Servus,
Hausmeister lieben Rasenmäher, benzingetriebene Laubbläser (noch schlimmer: Laubsauger) und Zweitakter-Heckenscheren: Ab damit, weg damit, Rausreißen, Abreißen, Saubermachen heißt die Parole.
Im Gartenbau ist es meistens nützlicher, wenn man zuallererst ganz ruhig hinsitzt und schaut, was die Pflanzen so machen, wenn man sie in Ruhe lässt und gar nichts macht.
Beim Rhabarber sieht man dann, dass er assimiliert, so lange er kann (das kriegt der Rhabarberstock anhand Temperaturen und Tageslänge selber viel genauer mit als der Gärtner), dann zieht er aus seinen Blättern alles zurück, was er noch brauchen kann, und zuletzt sterben seine Blätter ab und hinterlassen am Stock eine kaum sichtbare, sauber vernarbte Wunde. Und dann kommen viele fleißige Schnecken und räumen das alles ganz sauber auf.
Wenn man dem Rhabarberstock alles wegreißt, worüber die Gartennachbarn und Hausmeister maulen könnten, nimmt man dem Stock Assimilationsmöglichkeiten für den Austrieb im nächsten Frühjahr, man nimmt ihm Nährstoffe, und man schafft ihm Verletzungen, die er mit im Herbst großem Aufwand heilen muss.
Wozu sollte das gut sein?
Schöne Grüße
Dä Blumepeder
- der beste Hausmeistererschrecker der Welt - klein, grundgescheit und ziemlich dick -
Ein schönes Plädojee
Moin!
Aber es wird leider ungehört verhallen. Man kann doch nicht einfach die Natur einfach so machen lassen - die kann das doch gar nicht allein. Die übt ja auch erst einige Tausend Jahre. Da muss Mensch doch einfach eingreifen.
So ein Wald würde ja ohne die Pflege des Menschen gar nicht wachsen (hat mir mal jemand ernsthaft erklärt) und auch wäre ein kurzer Rasen toll für die Tiere, weil das viel übersichtlicher wäre (gehört in einer öffentlichen Saune)…
Ich werde so oft um Rat gefragt in Gartendingen. Und die Leute wollen eigentlich nur hören: Kaufe Mittel XY oder Gerät/Maschine AB und alles wird gut. Wenn man denen sagt: „Mach mal einfach gar nix“ oder „Die Hosta mag einfach nicht so gern pralle Sonne im Steingarten, pflanze sie woanders hin“, dann sind die Frager immer ziemlich enttäuscht.
Und wer eine Schere hat, der setzt sie auch ein und zwar überall. Und auch schön ordentlich am besten ganz knapp überm Boden, z.B. bei Bodendeckerrosen, die abgeblühlt sind. Nach 2 Jahren wundern wir uns dann gemeinsam, warum die einfach nicht mehr wiederkommen wollen…
Mein Tipp für die Eingangsfrage lautet immer: Ich räume Beete im späten Frühjahr. So dient das verdörrte Zeug als Unterschlupf für Tiere und als Frostschutz. Und man sieht gleichzeitig, was wieder grün wird.
Grüße
kernig
hallo
vielen dank für die ausführliche info.
k.h.
Hallo Kernig!
in der Sache Rhabarber sind wir uns alle völlig einig = nix tun 
aber zum Thema Wald muss ich jetzt schon mal einhaken: („nur“) wachsen tut der schon alleine (es gibt nicht umsonst den Spruch „ach wie gut hats doch die Forstpartie, der Wald der wächst auch ohne sie“…), aber: wie auch bei vielen Fragen im Garten (Entfernen der verblühten Rosenblüten, Obstbaumschnitt usw.) braucht nicht die Natur den Eingriff sondern die Nutzungsabsicht des Menschen. Wer Holz nutzen will, merkt schon einen Unterschied ob ein Wald/Bestand lange nicht genutzt wurde, was engständige, anfällige, dünne Stämmchen zur Folge hat, oder ob einer da immer wieder mit Bedacht durchforstet hat, was zu deutlich weniger aber viel stärkerern, gesünderen und wertvolleren Stämmen führt… (eine Buche kann in 150 Jahren locker Dimensionen von 50 cm Durchmesser und mehr erreichen, ich kenne aber auch Bestände mit über 250 Jahren die kaum 30 cm erreicht haben - und das lag nicht am Standort…) Bei Fichte ist es noch krasser, da kommen schlimmstenfalls Borkenkäfer, Sturmwurf oder gar Nonnenfalter dazu…
dies nur als Anmerkung zur Waldpflege - ok? 
cu kai
Servus,
das scheint mir gar nicht so sehr weit vom topic weg:
Waldwirtschaft ist ein gar schönes Exempel für das scheinbar in sich widersprüchliche kontrollierte Bleibenlassen.
Der Wiederaufwuchs nach Lothar Weihnachten 1999 hat bestätigt, wie viel schneller - und im Vergleich zum gepflanzten Forst auch gesünder - Wald sich verjüngt, wenn man die Windbruchflächen (bei Kahlschlägen wäre das auch so, wenns noch welche gäbe) nur im Groben aufräumt.
Das Heranziehen eines Bestandes mit starken Bäumen, licht genug für Selbstverjüngung, in den dann folgenden Jahrzehnten ist allerdings ohne Stihl (und später auch Harvester) nicht gut zu machen.
Jo, und auch im Garten, eigentlich einem künstlichen Biotop, ist das Nur-Bleibenlassen für sich allein kein Allheilmittel.
Schöne Grüße
Dä Blumepeder
Fichtenwald
Hi!
Garten (Entfernen der verblühten Rosenblüten, Obstbaumschnitt
usw.) braucht nicht die Natur den Eingriff sondern die
Nutzungsabsicht des Menschen.
Das unterstreiche ich mal so.
Bei Fichte ist es noch krasser, da
kommen schlimmstenfalls Borkenkäfer, Sturmwurf oder gar
Nonnenfalter dazu…
Die Fichte ist ja in unseren Breiten meist eh fehl am Platze. Ähnlich wie die Hosta in der Sonne… Da sind „gesunde Bestände“ kaum hinzubekommen.
Ein Zitat aus http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeine_Fichte
„Sie zieht feuchtes und kühles Klima vor, und ist daher in ihrem südlichen Bereich ihres Verbreitungsgebietes ein Gebirgsbaum.“
Grob vereinfacht, aber da liegen meines Erachtens die Ursachen. Zumindest bei uns in der Gegend wird inzwischen zum Glück ja ganz anders aufgeforstet.
Grüße
kernig