Entferntes/Nahes

Hallo,

wenn ich in beispielsweise in einem Bus sitze und in die Landschaft
schaue, dann kommt es mir vor, daß weiter Entferntes langsamer vorbei-
zieht als Näheres. Warum ist das so ?

Schönen Abend noch

Micha

Hallo Micha,
das ist nur eine Täuschung.
Da sich Dein Sichtfeld in etwa kegelartig ausbreitet, durchlaufen weiter entferntere Objekte Dein Sichtfeld länger als nahegelegene.
Würdest Du entferntere Objekte durch ein Fernglas beobachten, ohne dabei das Glas zu schwenken, würden die Objekte auch wieder schneller an Deinem Sichtfeld vorbeigleiten.
Ich hoffe, das hilft Dir.

Andre

Hallo Micha,

wenn ich in beispielsweise in einem Bus sitze und in die
Landschaft
schaue, dann kommt es mir vor, daß weiter Entferntes langsamer
vorbei-
zieht als Näheres. Warum ist das so ?

Weil Deine Augen die Winkelgeschwindigkeit wahrnehmen und nicht die tatsächliche Geschwindigkeit. Folgende Skizze dazu:

Baum weit weg: B
 |\
 | \
 | \
 | \
 | \
 | \
 | \
Baum nah: B– \_ \
 | ¯ – \_\
Position bei t = 0········¯1

Wie du siehst, sehe ich beide Bäume zunächst auf 0°; nach einer gewissen Zeit sehe ich den nahen Baum auf 60°, während der entfernte erst bei 30° ist. Der nahe Baum entschwindet also schneller dem Gesichtsfeld, scheint sich sonach schneller zu bewegen.

Liebe Grüße,
Immo

hi,
wenn Du mit ein paar Schritten auf einen nahen Baum zugehst wird er schnell größer (er nimmt mehr Platz in Deinem Gesichtsfeld ein).
Ein weit entfernter Baum bleibt - mit derselben Anzahl Schritten darauf zu - fast gleich klein.
Die wenigen Schritte auf den nahen Baum zu machen vielleicht ein Viertel oder die Hälfte Deines Abstandes, also Deiner Entfernung vom nahen Baum aus. Jedenfalls in Prozent ausgedrückt viel mehr von der ganzen Entfernung, als bei dem fernen Baum. Bei dem sind die Schritte, die Du gemacht hast dann nur ein paar Schritte von ein paar hundert, um den fernen Baum zu erreichen (bis auch er zunehmend größer aussieht).

Beim Vorbeifahren ist es mit Vorposters Winkel genauso.
Am nahen Objekt kommt man schnell ‚vorbei‘.
Bis man beim entfernten Objekt den Eindruck hat, ‚vorbeigekommen zu sein‘, vergeht eine Weile.