Hallo,
JA !! Und aus folgendem Grund;
Was ist Imatinib (Gleevec®, Glivec®) und wie wirkt dieses Medikament?
Die bei der Mehrzahl der gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) von Veränderungen betroffene Erbsubstanz (c-kit Gen) führt zu einer vermehrten Aktivität desjenigen Eiweißstoffs (c-KIT), der von diesem Gen gebildet wird. Dieses Eiweißmolekül ist ein Enzym, das die Tumorzellvermehrung begünstigt. Das neu entwickelte Medikament Imatinib hemmt dieses Enzym (c-KIT), wodurch die Tumorzellteilung unterbunden oder unterdrückt wird. Hierdurch kommt es zu einer Tumorverkleinerung oder einem Stillstand des Tumorwachstums.
Klassische tumorzellabtötende Medikamente (Zytostatika), die bei anderen Weichgewebstumoren (Sarkomen) eine gute Wirksamkeit aufweisen, sind bei gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) kaum wirksam. Im Gegensatz dazu ist das gezielt gegen das c-KIT Enzym gerichtete Imatinib bei anderen Weichteiltumoren (Sarkomen) kaum wirksam, führt aber bei der Mehrzahl der Patienten mit gastrointestinalem Stromatumor (GIST) zu einer Tumorverkleinerung oder einem Wachstumsstillstand des Tumors. Da Imatinib weltweit erst seit knapp 2 Jahren für die Behandlung von gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) zugelassen ist, liegen Langzeiterfahrungen zu diesen Ergebnissen noch nicht vor. Gleichwohl ist bereits jetzt eindeutig erkennbar, dass die Prognose der betroffenen Patienten deutlich verbessert werden konnte.
Mögliche Nebenwirkungen von Imatinib (Gleevec®, Glivec®) sind meist nur gering bis mäßig ausgeprägt und werden über die Zeit oft geringer. Am häufigsten sind leichte Wasseransammlungen im Körper (Ödeme). Die Therapie mit Imatinib wird durch Ihren behandelnden Onkologen gesteuert und überwacht, um Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen und die Behandlung entsprechend anzupassen.
Wie hoch sind die Chancen auf eine Heilung bei einem GIST?
Bei gastrointestinalen Stromatumoren (GIST), die örtlich begrenzt sind und vollständig chirurgisch entfernt werden können, besteht eine gute Chance auf eine langfristige Tumorfreiheit oder Heilung. Bei nicht operablen Tumoren konnte die Lebenserwartung betroffener Patienten nach jetzt noch relativ kurzer Beobachtungsdauer deutlich verbessert werden (siehe oben). Bei einigen Patienten lässt sich mit einer Tumorverkleinerung möglicherweise erreichen, dass das Resttumorgewebe dann nachträglich operativ entfernt werden kann.
Gibt es eine Zusatztherapie nach einer Operation, die das Rückfallrisiko senkt ?
Das Risiko eines Tumorrückfalls hängt ab von verschiedenen Tumoreigenschaften. Hierzu zählen vor allem die Tumorgröße und die Zahl der sich teilenden Tumorzellen (Mitosen), die der Pathologe unter dem Mikroskop feststellt. Sofern mit Hilfe dieser beiden Merkmale davon auszugehen ist, dass das Rückfallrisiko deutlich erhöht ist (z.B. grösser als 50%), bietet sich beispielsweise die Teilnahme an einer Studie an, bei der das Medikament Imatinib (Glivec) vorsorglich für einen längeren Zeitraum gegeben wird. Da der Vorteil einer solchen Sicherheitstherapie (adjuvante Therapie) bislang aber nicht bewiesen ist, wird Glivec (Imatinib) ausserhalb einer Studie jedoch nicht verabreicht.
Was kann man bei einem Rückfall der Erkrankung tun?
Die Tumornachsorge nach einer Operation sollte langfristig erfolgen, da auch scheinbar „gutartige“ GIST noch nach langer Zeit zu Rückfällen führen können. Die Mehrzahl von Rückfällen ereignet sich allerdings innerhalb der ersten 2 Jahre nach der Operation, so dass die Nachsorge in diesem Zeitraum besonders engmaschig erfolgen sollte. Bei einem Rückfall nach einer Therapie mit Imatinib (Gleevec®, Glivec®) werden alle Möglichkeiten auch anderer Therapieverfahren sorgfältig geprüft werden.
Was kann man tun, wenn die Erkrankung bei einer Glivec-Dosis von 400 mg fortschreitet ?
Die Ergebnisse aus 2 grossen internationalen Studie zeigen, dass bei etwa einem Drittel derjenigen Patienten, bei denen die GIST-Erkrankung bei einer Imatinib-/Glivec-Dosis von 400 mg fortschreitet, mit einer Dosiserhöhung auf täglich 800 mg ein Stop des Tumorwachstums erreichbar ist. Bei etwa jedem 5.-6… Patienten gelingt ein weiteres Anhalten des Tumorwachstums für mindestens 1 Jahr, so dass die Dosiserhöhung eine wichtige Bedeutung für die Kontrolle der GIST-Erkrankung einnimmt.
Was ist tun, wenn die Erkrankung auch bei einer Glivec-Dosis von mindestens 800 mg fortschreitet ?
Derzeit werden verschiedene neue Medikamente erprobt. Hierzu gehören u.a. Medikamente wie SU11248 (oder SU011248) oder AMG706.
Vorläufige Ergebnisse einer US-amerikanischen Studie mit SU11248 zeigen, dass bei zwei Drittel der Patienten, die mit SU11248 nach Versagen einer Glivec/-Imatinib-Therapie behandelt wurden, ein erneuter Tumorstillstand von im Durchschnitt mehr als einem halben Jahr erreicht werden konnte. Derzeit werden auch in Deutschland Studien mit den o.g. neuen Medikamenten vorbereitet.
Mit welchen Nebenwirkungen ist bei der Einnahme von Glivec (Imatinib) zu rechnen ?
Wie bei den meisten anderen Medikamenten können auch bei Einnahme von Imatinib (Glivec) zahlreiche unterschiedliche Nebenwirkungen auftreten. Am häufigsten findet sich eine verehrte Wassereinlagerung im Körper (Ödeme), u.a. auch an den Augenlidern (Lidödeme). Ferner sind zu nennen: Durchfall (häufig auch zusätzlich operationsbedingt), Übelkeit, allgemeine Abgeschlagenheit, Muskel- , Glieder- oder Brustkorbschmerzen. Seltener terten auf: Hautausschläge, Kopfschmerzen und Juckreiz. Andere seltenere Nebenwirkungen seien hier nicht aufgeführt. Daneben treten Blutbildveränderungen auf, die sich durch eine Blutarmut (Anämie) und eine Verringerung von weißen Blutkörperchen (Leukozyten) oder - selten - der Blutplättchen (Thrombozyten) bemerkbar machen.
Zahlreiche Nebenwirkungen sind gerade zu Beginn der Therapie festzustellen und werden im Laufe der Behandlung geringer oder verschwinden vollständig.
Wichtig ist, dass regelmäßige Kontrollen durch den niedergelassenen Arzt bzw. Onkologen/Hämatologen bestimmter Laborwerte erfolgen (Blutbild, Leber- und Nierenwerte), um mögliche Nebenwirkungen zu erfassen.
Zahlreiche der Nebenwirkungen sind auch durch vergleichsweise harmlose Begleitmedikamente zu behandeln, so dass eine weitgehend problemlose Einnahme von Imatinib (Glivec) erreicht werden kann.
Worauf ist sonst bei der Einnahme von Glivec (Imatinib) zu achten ?
Glivec wird in der Leber „verstoffwechselt“ und inaktiviert. Dabei können zahlreiche andere Medikamente die Inaktivierung von Glivec entweder hemmen oder beschleunigen. Im ersten Fall können verstärkt Nebenwirkungen durch Glivec auftreten; im zweiten Fall käme es zu einer verringerten Wirksamkeit von Imatinib (Glivec). Es ist deshalb wichtig, alle Begleitmedikamente mit Ihrem Arzt bzw. Onkologen abzusprechen. Dies gilt auch für frei verfügbare Arzneimittel, wie beispielsweise Paracetamol (in Schmerz- und Grippemedikamenten) oder Johanniskraut-Präparate.
Sind besondere Ernährungsgewohnheiten bei der Einnahme von Imatinib (Glivec) zu beachten ?
Die einzige Besonderheit, die Sie zu beachten haben, ist, dass Sie keine Grapefruit- Produkte zu sich nehmen, da Grapefruit die Ausscheidung von Imatinib verzögert und somit zu verstärkten Nebenwirkungen führen kann. Dies gilt jedoch nicht für andere Zitrusfrüche wie Orangen. Ansonsten gibt es keine nennenswerten Besonderheiten, auf die Sie achten sollten. Sie können Glivec vor oder nach der Mahlzeit zu sich nehmen.
Ich hoffe sehr ich konnte helfen ,
Mfg