Entkalkung Gießwasser?

Ich habe einiges gelesen zum Thema, aber bisher keine für mich praktikable Methode gefunden, das Gießwasser für meine zahlreichen Pflanzen zu entkalken. Das wird immer wieder empfohlen oder sogar zum „Muß“ erklärt. Ich würde das meinen Pflanzen auch gern gönnen, aber wie? Natrontablette, Torf, Regenwasser, Geräte sind nicht machbar bzw. es gibt widersprüchliche Aussagen. Weiß jemand noch Genaueres darüber, möglichst mit Quelle zum Nachlesen? Meine Pflanzen und ich würden sich sehr freuen!!

Pakeha

Hallo Pakeha,

Ich habe einiges gelesen zum Thema, aber bisher keine für mich
praktikable Methode gefunden, das Gießwasser für meine
zahlreichen Pflanzen zu entkalken. Das wird immer wieder
empfohlen oder sogar zum „Muß“ erklärt.

kommt auf die „deutsche Wasserhärte“ an, kommt auf die Pflanze an. Manche Pflanzen mögen Kalk, andere gehen von zuviel ein.
Pauschalieren kann man das nicht

Ich würde das meinen
Pflanzen auch gern gönnen, aber wie? Natrontablette,

negativ. Fügt Wasser „Salz“ hinzu, ändert nichts am Kalkgehalt

Torf,

nuun ja! Torf gibt Huminsäure ab; mittelfristig bindet diese teilweise den enthaltenen Kalk.
Dazu muss Wasser aber lange mit Torf stehen (Tage)

Regenwasser, Geräte sind nicht machbar bzw. es gibt
widersprüchliche Aussagen.

hmpf. Deutschland als Wohngebiet ist groß.
Je nach Region gibt es sauren Regen vom Himmel oder eben nicht.
Gewissheit schafft ein kleines, nicht teures Prüfset aus dem Garten- bzw. Baumarkt.
Stichwort pH-Wert

Weiß jemand noch Genaueres darüber,

http://www.uni-essen.de/chemiedidaktik/S+WM/Definiti…

möglichst mit Quelle zum Nachlesen? Meine Pflanzen und ich
würden sich sehr freuen!!

aus der Quelle oben ergibt sich u.a. Abkochen hilft, aber nicht für/gegen alles

noch einmal Stichwort pH-Wert.
Für relativ viele Pflanzen sollte er im pH-neutralen Bereich liegen.
Je nachdem, was Deine Wasserleitung hergibt, kann man Leitungswasser mit demineralisiertem Wasser mischen und damit quasi verträglicher gestalten.

Mischtabelle hier:
http://www.kuebelpflanzeninfo.de/zimmer/orchideen.ht…

gilt nicht nur für Orchideen

demineralisiertes Wasser verkauft jeder Supermarkt für billiges Geld in großen Kübeln
oder Du nimmst das aus dem Wäschekondenstrockner, so Du einen hast.
Denkbar sind auch Reste von schwarzem oder Kräutertee, den Du nicht mehr trinken magst. Allerdings keine Tees mit hohem Malvenanteil.

viele grüße
Geli

Ich habe einiges gelesen zum Thema, aber bisher keine für mich
praktikable Methode gefunden, das Gießwasser für meine
zahlreichen Pflanzen zu entkalken. …

Mh, also ich habe auch viele Pflanzen zu gießen. Darum stehen bei mir immer
einige volle 10L-Kannen parat. Schon wenn das Wasser nur einen Tag steht, fühlen
sich meine Pflanzen wohl damit.

Nur meine Camelien bekommen gefiltertes Wasser (so wie der Tee am Morgen).

Viele Grüße, Sonja

)

Hallo,

Mh, also ich habe auch viele Pflanzen zu gießen. Darum stehen
bei mir immer
einige volle 10L-Kannen parat. Schon wenn das Wasser nur einen
Tag steht,

nur, dass das Herumstehen den Kalkgehalt nicht senkt. Im Gegenteil, wenn du es lange genug herumstehen lässt, so dass genug Wasser verdunstet, fällt tatsächlich Kalt aus. Der Grund ist dann aber, dass die Kalkkonzentration das Maximum erreicht hat.

Gruß, Niels

nur, dass das Herumstehen den Kalkgehalt nicht senkt. Im
Gegenteil, wenn du es lange genug herumstehen lässt, so dass
genug Wasser verdunstet, fällt tatsächlich Kalt aus. Der Grund
ist dann aber, dass die Kalkkonzentration das Maximum erreicht
hat.

Gruß, Niels

Das können weder meine Pflanzen noch ich bestätigen.

Das können weder meine Pflanzen noch ich bestätigen.

Ist aber logisch. Wasser verdunstet, Kalk nicht.

Wenn man Wasser irgendwie sinnvoll entkalken will, ohne es im Austausch aufzusalzen, gibt es im Privathaushalt eigentlich nur die Möglichkeiten, es über einen Ionentauscher oder eine Umkehrosmoseanlage zu schicken.

Ein Ionentauscher hat zwei Patronen mit Kunstharz, welche mit Wasserstoff- und Hydroxyd-Ionen angereichert sind. Lässt man das Wasser durchlaufen, gibt er diese an das Wasser ab und nimmt dafür im Gegenzug die Calzium- und Karbonat-Ionen auf. Der Kalk wird quasi gegen Wasser ausgetauscht, daher der Name. Die verbrauchten Patronen können mit Säure bzw. Lauge regeneriert werden.

Eine Umkehrosmoseanlage ist eigentlich nichts weiter, als eine Filterpatrone mit einer feinporigen Kunststoffmembran. Diese lässt das Wasser durch und hält alle darin gelösten Stoffe zurück. Für den Betrieb reicht der normale Leitungsdruck, man schließt die Patrone einfach an die Wasserleitung an. Der Vorteil ist, dass das Gerät sich nicht verbraucht und regeneriert werden muss. Nachteil ist die geringere Leistung (üblich 40 - 100 Liter/ Stunde) und der hohe Wasserverbrauch.

Beides ist nicht ganz billig, die Alternative wurde schon genannt: Destilliertes Wasser im Supermarkt kaufen.

LG Jesse

Hallo,

nur, dass das Herumstehen den Kalkgehalt nicht senkt.

Doch, senkt es schon. Grund dafür ist, dass Kalk (Calciumcarbonat) sehr wenig in Wasser löslich ist. In Gegenwart von Kohlendioxid bildet sich aber lösliches Calciumhydrogencarbonat, das im Wesentlichen für die Wasserhärte verantwortlich ist. Durch das Stehenlassen des Wassers verschwindet zuerst das Kohlendioxid, das als Gas viel flüchtiger ist, als Wasser. Dieser Kohlendioxid-Verlust ist auch der Grund, warum „frisches“ Wasser besser schmeckt, als „abgestandenes“.
Wenn der Kohlendioxid-Gehalt sinkt, zerfällt aber ein Teil des löslichen Calciumhydrogencarbonats und es bildet sich Kalk, der sich an den Wänden oder am Boden der Kanne absetzt. Die Wasserhärte, die nur lösliches Calcium (und Magnesium) einschliesst, sinkt dadurch.

Gruß, Bernd

Das können weder meine Pflanzen noch ich bestätigen.

Ist aber logisch. Wasser verdunstet, Kalk nicht.

Wie andere auch schon sagten, Kalk setzt sich ab.
Und wer bitte schön, lässt die Gießkannen soooooooooo lange stehen, bis so viel
Wasser bis auf 10 cm verdunstet ist? Tut doch kein Mensch!

Ist also eine gut praktizierbare, preiswerte und funktionierende Methode den
Kalkgehalt des Wassers zu reduzieren.

Möchte mal die Rechnung sehen, wenn Du viele Pflanzen hast und die nur mit
gekauftem destilliertem Wasser gießt.
Im Übrigen gibt es darüber Versuche, die gezeigt haben, dass Pflanzen auf Dauer
überhaupt nicht auf die einseitige „Kost“ destillierten Wassers stehen.

Viele Grüße, Sonja

Hallo,

Wie andere auch schon sagten, Kalk setzt sich ab.
Und wer bitte schön, lässt die Gießkannen soooooooooo lange
stehen, bis so viel
Wasser bis auf 10 cm verdunstet ist? Tut doch kein Mensch!

Das war ja auch nicht als Vorschlag gedacht, denn davon ändert sich der Kalkgehalt des Wassers auch nicht.
Abgesehen (oder besser zuzüglich) von Bernds berechtigtem Einwurf, dass kohlensauer gebundener Kalk (Hydrogencarbonat) dann ausfällt, wenn man die Kohlensäure in Form von CO2 aus dem Wasser austreibt, gilt mal folgendes:

Jeder Stoff hat im Wasser eine spezifische Löslichkeit. Ausfallen tut da erst etwas, wenn so viel davon ins Wasser gegeben wird, das seine Löslichkeitsgrenze überschritten wird. Die Löslichkeit von Salzen (Ionen) in Wasser definiert sich über deren Löslichkeitsprodukt. Das ist von der Temperatur abhängig, aber nicht von der Zeit. Wenn das Löslichkeitsprodukt nicht überschritten ist, fällt auch nichts aus der Lösung aus. Kannst du stehenlassen, solange du willst.

Was das Argument betrifft, dass es nicht gut sein muss, mit destilliertem Wasser zu gießen und Pflanzen (je nach Art) auch mehr oder weniger Kalk benötigen: Da stimme ich ganz klar zu, habe ich auch nie was dagegen gesagt.

LG Jesse

Hallo,

Jeder Stoff hat im Wasser eine spezifische Löslichkeit.
Ausfallen tut da erst etwas, wenn so viel davon ins Wasser
gegeben wird, das seine Löslichkeitsgrenze überschritten wird.
Die Löslichkeit von Salzen (Ionen) in Wasser definiert sich
über deren Löslichkeitsprodukt. Das ist von der Temperatur
abhängig, aber nicht von der Zeit. Wenn das
Löslichkeitsprodukt nicht überschritten ist, fällt auch nichts
aus der Lösung aus.

Das stimmt natürlich, wobei man aber ergänzen sollte, dass das Löslichkeitsprodukt von Calciumcarbonat bei 5 * 10-9 liegt, sich somit in einem Liter Wasser nur 70 mg des Salzes lösen. Gäbe es also kein CO2 im Wasser, läge die maximal mögliche Wasserhärte bei weniger als vier Grad Deutscher Härte - und das ist ziemlich weich.
Die Löslichkeit ist natürlich nicht zeitabhängig, wohl aber dauert es eine Zeit, bis sich das Gleichgewicht zwischen gelöstem CO2 und dem in der Luft einstellt, denn dieses Gleichgewicht ist es, das die Wasserhärte beeinflusst.

Grüsse,
Bernd

Ich fürchte, dass Du aus den bisherigen Antworten nicht viel schlauer geworden bist. Mein Rat ist Regenwasser. Wenn Du meinst es sei zu sauer, so sammle es erst wenn der Regen schon länger andauert und die Atmosphäre schon ausgewaschen ist. Außerdem kannst Du zwei Teile Regenwasser mit einem Teil Leitungswasser gemischt verwenden. Dann ist es in keinem Fall mehr zu sauer und erfüllt das Kriterium des niedrigen Kalkgehaltes.
Udo Becker

Hi Pakeha.
So pauschal ist mein Vorschlag eigentlich nicht uneingeschränkt empfehlenswert, aber Du könntest die temporäre Wasserhärte, die durch Calciumhydrogencarbonat verursacht wird und wahrscheinlich maßgeblich zur Wasserhärte Deines Wassers beiträgt, durch Zugabe von Calciumhydroxid stark senken (Fällung des als Calciumhydrogencarbonat gelösten Ca als schwerlösliches Carbonat).
Technisch nennt sich das „Schnellentcarbonisierung“ (google mal danach).
Ob das gut funzt, ist aber auch von der weiteren Zusammensetzung Deines Wassers abhängig.
Ich würde es aber auf einen Versuch ankommen lassen, da das für Dich wahrscheinlich die praktikabelste Methode wäre und Calciumhydroxid nicht teuer ist.
Wieviel Calciumhydroxid Du Deinem Wasser zugeben müßtest, kann man nur raten (größenordnungsmäßig so 1 g pro 10 l würde ich meinen), bis Du die Zusammensetzung Deines Wassers kennst; die könnte man aber vielleicht beim Wasserversorger erfahren.
Grüße,
Grünblatt

Ich habe sehr kalhaltiges Wasser, ich mach in die Gieskanne 1-2 Tropfen Essig - und gut iss.

Keine chemischen Berechnungem keine Apparate, keine Prüfgeräte oder PH Wert-Streifen … Wenn es sich nicht unbedingt um sehr teure hochwertige Pflanzen handelt, sollte man die Kirche im Dorf lassen, finde ich persönlich.

LG
Jasmin

Hallo Jasmin,

danke! Wahrscheinlich weißt du nicht, was mit dem Kalk passiert - bei verkalkten Geräten, die man mit Essig behandelt, lösen sich ja die Kalkstücke und man schüttet sie weg. Hier würde der Kalk aber im Wasser bleiben, oder?

Meine eigentliche Frage ist aber, in wieviel Liter Gießwasser du 1-2 Tropfen Essig gibst (Essig, nicht Essigessenz?!). Danke und schönes Wochenende!

Pakeha :smile:

Wir nehmen ganz schlichtes Regenwasser. Ist kalkarm und umsonst. Im Winter füllen wir es in Kanister ab und stellen es rein, damit es beim Gießen Zimmertemperatur hat. Bisher hat sich noch keine Pflanze übers Wasser beschwert.

Gruß ina