Hallo!
ich sehe schon: meine Einwände wollen gar nicht gehört werden.
Das ist unsachlich unf alsch.
Tom, ich weiß jetzt nicht, wie es in Österreich ist. Aber in
Deutschland gibt es kaum noch einen Arbeiter in der freien
Wirtschaft - von Selbstständigen rede ich nicht, das ist was
anderes -mit einer Regelarbeitszeit von 42 h. Und diese sind
auch in der Regel alle gesetzlich krankenversichert. Die
Beiträge dazu werden ihnen bereits vom Bruttolohn abgezogen,
so daß ihnen ihr Nettolohn so bleibt, wie er ist.
Ja, aber trotzdem ist nur das Gesamtergebnis interessant. Aus welcher Kasse die Beträge eingezahlt werden ist im Gesamten egal. Das hören so manche Gewerkschafter nicht so gerne, aber es ist so.
Allerdings
wird in D sehr oft der Nettolohn der Beamten als Vergleich
herangezogen, ohne eben, wie von mir ausgeführt, zu
berücksichtigen, daß sie eben davon erst noch ihre KV zahlen
müssen.
Das geht am Thema vorbei. Es geht nicht um den Vergleich der Nettolöhne, sondern darum, dass eben nur ein Vergleich der Löhne zu kurz greift. Man kann nicht einfach ein Thema selektiv herausgreifen und die anderen ausklammern. Genau das ist u.a. mein Kritikpunkt.
Dazu kommt z.B. in Bayern: seit ein paar Jahren werden durch
die Beihilfe von jeder einzelnen Arztrechnung 10 EUR
Eigenanteil abgezogen (bei gesetzlich versicherten 1 mal im
Quartal). Die letzten 15 Jahre lagen die Löhnerhöhungen - wenn
es denn welche gab - fast immer unter der Inflationsrate.
Und ja, es gibt in Deutschland desöfteren Streiks im
Tarifkampf. Nur dürfen sich Beamte eben nicht daran
beteiligen.
Also in Deutschland gibts es nicht viele Streiks, etwas mehr als in Österreich, aber echte Streiks sind das weder hier noch dort. Das ist eher lächerlich und Jammern auf hohem Niveau. Ist ja nicht ganz zufällig so, dass die Streikarmut einer der wirtschaftlichen Standortvorteile Deutschlands und Österreich ist.
Natürlich ist die Lebenszeitverbeamtung ein Vorteil. Aber das
ist auch so ziemlich der einzige, den ich in den letzten
Jahren wahrgenommen habe.
Aber ein sehr wesentlicher würde ich mal sagen und für den Staat ein teurer.
Angesichts einer Arbeitslosenquote von 2,7 % in meinem
Heimatlandkreis macht man sich dann schon seine Gedanken, ob
man in der freien Wirtschaft nicht besser dran wäre.
Ja bitte, wenn es dort so viel besser ist, dann möge man dies doch einfach tun. Ich habe nicht den Eindruck, dass die öffentlich Bediensteten massenhaft in die Privatwirtschaft wollen, weil es dort so viel besser ist… Ich kenne schon solche, die das gemacht haben, da war aber immer etwas anderes der Grund. Und von denen die in den öffentlichen Dienst gewechselt haben, waren eben der sichere Arbeitsplatz und der umfassende Schutz der Grund.
Ich sags nochmal, dass ich nicht zu denen gehöre, die sagen, dass alle Beamten faul und unnötig sind oder alle Privilegienritter sind oder so. Aber was ich nicht mag (ich mag das generell nicht) ist, wenn man Dinge, die man besitzt (und das kann auch ein Kündigungsschutz sein) nicht schätzt und dann ständig auf hohem Niveau jammert. Ein Kündigungsschutz ist ein enormes Privileg und ja - er kann auch gerechtfertigt sein - aber er ist ein enormes Privileg, dass einen hohen finanziellen Wert darstellt.
Da kannst du gerne mal eine Umfrage machen unter Angestellten und Arbeitern in der Privatwirtschaft, ob sie auf Lohn verzichten würden, wenn sie einen staatlich garantierten Arbeitsplatz auf Lebenszeit hätten - da kannst du dir sicher sein, dass ein großer Teil, wenn nicht die Mehrheit das machen würde.
Gruß
Tom