Entlieben

Hi, ich kann da auch nur aus eigener Erfahrung sprechen.
Ich stecke ich einer ähnlichen Situation. Mein Freund und ich sind seit 4 Jahren zusammen. Von Anfang an war es ein hin und her, nicht mir und nicht ohne können. (Da hatten wir getrennt Wohnungen) Ich machte Schluss, bereits eine Stunde später stand er heulend vor meiner Tür. Klingelte solange bis er mir leid tat oder bis ich Angst hatte das die Kinder aufwachten (nicht seine Kinder sondern aus vorheriger Ehe). Ich ließ ihn rein und alles fing von vorne an. Fantastischer Sex…usw. Bis zum nächsten Eifersuchtsdrama seinerseits.
Nach knapp einem Jahr Beziehung wurde ich schwanger, wir zogen zusammen und es eskalierte komplett. Seit drei Jahren versuchen wir uns zu trennen. Bis vor kurzem war er noch der Part der IMMER angekrochen gekommen ist, seit einem halben Jahr hat sich das gelegt, er entwickelt genauso wie ich eine ziemliche Gleichgültigkeit. Wir wissen im Grunde beide das wir nicht zusammen passen, aber wir leben glaub ich nach dem Prinzip - keiner ist gern allein. Wir haben auch Alltagskrisen, Eifersucht ohne Ende, keine Gemeisamkeiten, nicht mal ansatzweise die gleiche Denkweise, Einstellung usw. - uns verbindet bis auf unsere Tochter nichts… oder doch? Manchmal hasse ich ihn regelrecht und bin drauf und dran mir eine Wohnung zu suchen ohne ihn und wenn es dann mal drei Tage gut läuft seh ich das alles anders und denke mir, das er ja eigentlich doch ganz süß usw. ist.
Das Problem ist das er optisch mein Traummann ist, allerdings charakterlich nicht. Er hat superpositive Eigenschaften, er ist treu bis zum geht nicht mehr, liebt seine Tochter, tut alles für uns. Er ist aber auch besitzergreifend, krankhaft eifersüchtig, kann sich nicht alleine beschäftigen, anhänglich, nervig.
Ich denke das es keinen „Knopf“ dafür gibt jemanden nicht mehr zu lieben. Du musst dich fragen warum du immer wieder es mit ihm probierst. Tust du das um nicht alleine zu sein oder weil er dir leid tut, weil du ihn vielleicht doch liebst? Zur Therapie kann ich dir nur sagen , mach eine für dich wenn er nicht will. Mein Freund würde auch niemals eine Therapie machen, er hat über Psychologen seine eigene Meinung. Ich mache gerade selber eine und ich erkenne immer mehr was ich eigentlich will und wie sehr ich mein Leben für meinen Freund aufgegeben habe. (Freundschaften abgebrochen, Job aufgeben, außerdem verbiege ich mich den ganzen Tag für ihn, verstelle mich und bin nicht ich selber). Ich komme langsam zu dem Entschluss das ich das alles nicht mehr will.
Klar ist der Weg hart, aber wirklich… in einer Therapie kannst du dich erstmal selber wiederfinden uns deine Bedürfnisse und Gefühle analysieren und dann wirst du auch an den Punkt kommen wo du weißt wie du die Stärke aufbringst es endgültig zu beenden oder wie du lernst mit seinen „Schwächen“ zu leben.

Ich drücke dir jedenfalls die Daumen das du den richtigen Weg für dich findest…

Wut ist ein guter Liebeskiller
Hallo Hexle,

ich habe mal gemerkt, als ich mich definitiv entlieben musste und ich nicht mehr aus noch ein wusste, dass *Wut* ein guter Liebeskiller ist.

Die Entdeckung war Zufall, aber dann wandte ich es systematisch an. Versuchte mir konkret 2-3 Dinge oder Erlebnisse vorzustellen, die mit der (noch) geliebten Person zu tun hatten und mich ärgerten, steigerte mich absichtlich in ein Wutgefühl hinein, um danach zu merken, dass die Liebe dadurch abgeschwächt wurde.

Es dauerte seine Zeit, kann aber das Entlieben als Prozess ein wenig beschleunigen. Also bei mir hat es funktioniert.

C.B.

Hallo,

ein paar Tipps hatte schon Ovid auf Lager:

  • sich ablenken, auch durch Wahl eines neuen Liebesobjekts
  • Abstand halten
  • nicht zu den Orten gehen, wo man zusammengewesen ist
  • keine Dinge betrachten, keine Briefe lesen, die einen an die geliebte Person erinnern
  • sich nicht den Illusionen hingeben, die Person würde einen doch lieben
  • sich die Kränkungen immer wieder vorstellen, die man erlitten hat
  • sich die körperlichen Mängel und Defizite der/s Angebeteten vorstellen
  • das, was man als positive Eigenschaften erlebt hat, negativ umdeuten
  • die geliebte Person in Situationen bringen oder zumindest in ihnen beobachten, in der sich ihre negativen Eigenschaften zeigen

Grüße