Entnahme aus einer kapitalbildenden Versicherung

Hallo,

angenommen man möchte aus einer kapitalbildenden Versicherung, die derzeit ein Kapital von ca. 25.000,00 € hat, eine Entnahme in Höhe von 10.000,00 € machen.

Kann die Versicherung für die Zeit der Entnahme 6,5% Zinsen verlangen, obwohl die Versicherung auf das Guthaben weit weniger Zinsen (2,5 - 4,5%) zahlt?

Ist das nicht eine einseitige Benachteiligung?

Gruß
Tina

Guten Tag Tina,
die Versicherung kann 6,5 % Zinsen verlangen. 6,5 % liegen im Bereich des Üblichen. Dass da ein Unterschied zwischen der aktuellen
Anlageverzinsung und der Darlehensverzinsung liegt, ist normal.
Gäbe es den nicht, so machte es keinen bis wenig Sinn, wenn die
Versicherung überhaupt ein Darlehen anbietet.
Von einseitiger Benachteiligung kann man da - so meine ich - nicht
sprechen. Denn jeder Darlehensnehmer hat ja auch die Möglichkeit,
alternativ zur Bank zu gehen. Das wird kaum günstiger ausfallen -
je nachdem, wofür das Geld gebraucht wird. Man kann dort auch die
LV als Sicherheit hinterlegen. Oder man lässt eben alles beim Versicherer, wo ein Policendarlehen regelmäßig unkompliziert
und rasch herausgelegt wird.
Gruß
Günther

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Danke erst mal für Deine Antwort.

Ich dachte nicht, daß das wie ein Darlehen gehandhabt wird, da das Geld ja in die Versicherung bereits eingezahlt wurde. Bei Abschluß des Vertrages wurde uns zugesagt, das wir jederzeit wieder an das Geld können, das eben nur die Zinsen dann korrigiert werden. Jetzt heißt es wir können die Versicherung 2009 erst kündigen und würden dann für 4 Jahre geradeeinmal 850,00 € Zinsen bekommen.

Gruß
Tina

Guten Tag Tina,
ich vermute, dass bei Ihnen mindestens ein Missverständnis vorliegt.
Sie können eine Kapitalbildende LV immer kündigen, wenn Sie das wollen. Eine ganz andere Frage ist es dabei, ob das auch sinnvoll
ist. Meistens ist es das nicht. Unklar ist, was Sie meinen, wenn
Sie sagen, dass Sie für vier Jahre 850 € Zinsen bekommen.
Eine KLV ist kein Vierjahressparbrief. Wenn sie aber so behandelt wird, dann guckt der Versicherungsnehmer immer in die Röhre und
erleidet Geldverlust.
Im übrigen ist das Thema Kündigung wieder eine ganz andere Baustelle
als ein Policendarlehen.
Vielleicht legen Sie im Detail erst einmal fest, worum es Ihnen geht
und um welche Art von Vertrag es sich handelt (genaue Bezeichnung,
Beginn, Laufzeit, Beitrags- oder Versicherungssumme, Alter der
versicherten Person). Dann wird vielleicht manches klarer.
Gruß
Günther

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Ich dachte nicht, daß das wie ein Darlehen gehandhabt wird, da
das Geld ja in die Versicherung bereits eingezahlt wurde.

Das geld liegt ja nicht auf einem Konto, sonern ist investiert, um Überschüssen zu erwirtschaften. Daher muß Die gefordert Summe auch von der Versicherung finanziert werden. Da das Darlehen „sicher“ ist, das geld ist ja vorhanden, zahlst Du auch nur 6,5 % Zinsen (vergleiche mal mit Verbraucherkreditzinsen).

korrigiert werden. Jetzt heißt es wir können die Versicherung
2009 erst kündigen

Was bitte soll das ? Eine Lebensversicherung ist kein Sparbuch, sondern eine sehr langfristige Anlageform. Wenn man damit rechnen muß sein Geld mittelfristig wieder zu benötigen, gibt es besseere Sparformen als die Lebensversicherung.

Wir haben uns damals bei der Bank (nicht Versicherungsvertreter) beraten lassen. Wir wollten eine Möglichkeit Geld anzulegen, jedoch mit der Maßgabe jederzeit wieder über dieses Geld verfügen zu können. Uns wurde durch die Bank diese Versicherung vermittelt, mit dem Hinweis, wir könnten jederzeit kündigen, daß sei kein Problem. Das Kleingedruckte haben wir leider nicht mehr genau gelesen.

Wenn wir einen Kredit aufnehmen würden, würden wir nur unwesentlich mehr Zinsen zahlen (ca. 7%).

Gruß
Tina

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Wir haben uns damals bei der Bank (nicht
Versicherungsvertreter) beraten lassen. Wir wollten eine
Möglichkeit Geld anzulegen, jedoch mit der Maßgabe jederzeit
wieder über dieses Geld verfügen zu können. Uns wurde durch
die Bank diese Versicherung vermittelt, mit dem Hinweis, wir
könnten jederzeit kündigen, daß sei kein Problem. Das
Kleingedruckte haben wir leider nicht mehr genau gelesen.

Wenn wir einen Kredit aufnehmen würden, würden wir nur
unwesentlich mehr Zinsen zahlen (ca. 7%).

Gruß
Tina

Hallo Tina,
wenn das tatsächlich die Beratungsleistung der Bank war, dann ist die bei der Vorgabe unterirdisch schlecht. Kein Versicherungsvertreter (die arg gescholtenen), der halbwegs seinen Job ernst nimmt, hätte Dir mit der Maßgabe eine kapitalbildende Versicherung empfohlen.

Als Bankkunde würde ich mir an Deiner Stelle über einen Wechsel der Bank Gedanken machen, weil Du dort definitiv nicht gut beraten wurdest.

Gruß
Andreas

Ich dachte nicht, daß das wie ein Darlehen gehandhabt wird, da
das Geld ja in die Versicherung bereits eingezahlt wurde.

Das geld liegt ja nicht auf einem Konto, sonern ist
investiert, um Überschüssen zu erwirtschaften.

Zumindest ein Teil davon - nach Abzug der KOSTEN! Einfach mal vergleichen: Bisherige gesamte Einzahlung mit dem sog. Rückkaufswert(anderes Wort für Guhaben)

Daher muß Die
gefordert Summe auch von der Versicherung finanziert werden.

Auf der einen Seite ne miese Rendite zahlen und auf der anderen Seite hohe Zinsen kassieren. So macht man halt Gewinn.

Da das Darlehen „sicher“ ist, das geld ist ja vorhanden,
zahlst Du auch nur 6,5 % Zinsen (vergleiche mal mit
Verbraucherkreditzinsen).

Bei 100%iger Sicherung über das Guthaben aus der Versicherung kein besonders toller Zinssatz!

korrigiert werden. Jetzt heißt es wir können die Versicherung
2009 erst kündigen

Wahrscheinlich läuft solange noch die Stornohaftzeit für die Provision. Blödsinn: kündigen kann man jederzeit - das wäre übrigens auch die günstigste Form der Geldbeschaffung.

Was bitte soll das ? Eine Lebensversicherung ist kein
Sparbuch, sondern eine sehr langfristige Anlageform. Wenn man
damit rechnen muß sein Geld mittelfristig wieder zu benötigen,
gibt es besseere Sparformen als die Lebensversicherung.

Eben. Aber auch im langfristigen Bereich gibt es weitaus bessere Sparformen.

Wir haben uns damals bei der Bank (nicht
Versicherungsvertreter) beraten lassen.

Was wieder mal beweist : Die Bank ihres Vertrauens ist auch nicht unbedingt seriöser als der nette Mann von der Drückerkolonne. Auch Bankangestellte haben knallharte Umsatzvorgaben, die erfüllt werden müssen.

Wir wollten eine
Möglichkeit Geld anzulegen, jedoch mit der Maßgabe jederzeit
wieder über dieses Geld verfügen zu können. Uns wurde durch
die Bank diese Versicherung vermittelt, mit dem Hinweis, wir
könnten jederzeit kündigen, daß sei kein Problem.

Das Kündigen ist auch nicht das Problem - nur der Verlust an Kapital (der entsteht aber nicht erst durch die Kündigung, sondern ist bereits beim Abschluss entstanden)

Das
Kleingedruckte haben wir leider nicht mehr genau gelesen.

Das geht leider vielen so.

Wenn wir einen Kredit aufnehmen würden, würden wir nur
unwesentlich mehr Zinsen zahlen (ca. 7%).

Mein Rat: Lieber ein Ende mit Schrecken…
Dann wären aber auch keinerlei Darlehenszinsen und Darlehensgebühren zu zahlen!

LG Sachwerteonkel

Wir haben uns damals bei der Bank (nicht
Versicherungsvertreter) beraten lassen. Wir wollten eine
Möglichkeit Geld anzulegen, jedoch mit der Maßgabe jederzeit
wieder über dieses Geld verfügen zu können.

Ein klassischer Fall von Falschberatung über die Ihr Euch bei der Bankenaufsicht beschweren solltet.

die Bank diese Versicherung vermittelt, mit dem Hinweis, wir
könnten jederzeit kündigen, daß sei kein Problem.

Die Kündigung ist auch kein Problem, nur sie kostet euer Geld. Insofern war die Auskunft richtig aber nicht vollständig. Ich würde sofort die Bank wechseln.

Wenn wir einen Kredit aufnehmen würden, würden wir nur
unwesentlich mehr Zinsen zahlen (ca. 7%).

Dann nehmt diese Variante.

Danke für die Antworten owt
.