Entropie der Erde Strahlungsbilanz

Hallo,
Hab gehört, die Entropie des Systems Erde dadurch gesenkt wird, dass kurzwelliges Licht ein- und (weniger) langwelliges abgestrahlt wird.
Das kannich mir nicht erklärn - was hat die Wellenlänge damit zu tun, wie sich die Entropie ändert?
Und generell: Wenn Energie abgestrahlt wird, „sinkt die Temperatur“, damit wohl auch die Entropie, oder?
Andererseits: Zusätzliche Energie kann zum „ordnen“, also „Entropie senken“ genutzt werden… wierum denn nun?
dS = dQ / T … da seh ich auch beide Einflüsse *g* Bin verwirrt.
Ciao!
Giogio

Hab gehört, die Entropie des Systems Erde dadurch gesenkt
wird, dass kurzwelliges Licht ein- und (weniger) langwelliges

Hallo,

das ist schon deswegen Unsinn, weil das seit Milliarden von Jahren so geht. Es muss sich also längst ein Gleichgewichtszustand eingestellt haben.

Gruss Reinhard

Hi Reinhard,
Naja, aber gleichzeitig wird doch die Entropie dauernd erhöht durch die Prozesse auf der Erde (wäre die ein abgeschlossenes System, könnte die Entropie nur wachsen… Hauptsatz und so). Es stellt sich aber eben ein Gleichgewicht ein (hoffe ich *g*), weil die Erde nicht abgeschlossen ist, und angeblich auf dem von mir angesprochenen Wege… Weiß jemand näheres?
Ciao!
Giogio

Hallo Giogio,

ich habe das mal so gelernt (im Studium; sollen sich Fachleute darüber weiter auslassen):

Die Wärmemenge, die auf der Erde ankommt, kommt hauptsächlich von der Sonne. Deren Oberflächentemperatur beträgt rund 6000 K. Da im Weltraum zwischen Sonne und Erdatmosphäre das Konzept „Temperatur“ keinen Sinn hat, kann man davon ausgehen, dass die gesamte Wärmeübertragung von der Sonne zur Erde bei jenen 6000K stattfindet, sodass die Entropie der Erde bei der übertragenen Wärmemenge δQ um δQ/6000K zunimmt.

Nun erwärmt sich ja die Erde nicht immer weiter (Klimaerwärmung lassen wir mal unberücksichtigt), sondern gibt dieselbe Wärmemenge δQ wieder ab. Dies geschieht jetzt allerdings bei der Oberflächentemperatur der Erde, die ungefähr 300K beträgt. Die Erde verliert durch ihre Wärmeabgabe also δQ/300K an Entropie.

Rechnet man jetzt Entropieaufnahme und -abgabe gegeneinander auf, so zieht man die Bilanz von 19*δQ/6000K abgegebener Entropie.

Liebe Grüße
Immo

Rechnet man jetzt Entropieaufnahme und -abgabe gegeneinander
auf, so zieht man die Bilanz von 19*δQ/6000K
abgegebener Entropie.

Da die Entropie keine Erhaltungsgröße ist, heißt heißt das aber noch lange nicht, dass die Entropie der Erde sinkt. Tatsächlich bleibt sie annähernd konstant.

Klar, aber das hat ja Amöbe selbst bereits geschrieben: Da immer wieder „Ordnung gemacht“ wird, müsste die Entropie steigen, wenn sie nicht irgendwo wieder abgegeben wird. Und diese Abgabe habe ich nach bestem Wissen und Gewissen begründet.

Liebe Grüße
Immo

Hallo Vokietis,
Danke dir, das klingt einleuchtend.
(Wobei mir immernoch nicht 100% klar is, was festlegt, welche Temperatur für die Entropieänderung entscheidend ist. Das auf der Erde eintreffende Photon von der Sonne trägt ja keine Information mehr darüber, wo es herkommt? Oder doch, eben über die Wellenlänge?)
Liebe Grüße,
Giogio