Diese Frage könnte möglicherweise auch in den Bereich Geografie gehören. Ich bin mir da nict ganz sicher. Weil ich dort schon eine andere Anfrage stehen habe, diese hier intedisziplinär ist und ich Crossposting vermeiden möchte, stelle ich sie einmal hier:
Beim „Weltenbau“-Projekt im Rahmen der Entwicklung eines neuen RollenSpielSystemes ist die Frage aufgetaucht, inwiefern geografische Gegebenheiten etwas mit der Entwicklung einer Kultur zu tun haben.
Der Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Wikinger zur seefahrenden Nation mit den Fjorden Skandinaviens scheint mir relativ klar. Aber hätten sich (z.B.) die Ägypter so entwickeln können, wie sie es taten, wenn der Nil nicht in das Mittelmeer münden würde sondern in einen größeren Ozean.
Dankbar wäre ich für Hinweise auf geeignete Informationsquellen über solche Zusammenhänge (nicht nur für Ägypten).
Der Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Wikinger zur
seefahrenden Nation mit den Fjorden Skandinaviens scheint mir
relativ klar. Aber hätten sich (z.B.) die Ägypter so
entwickeln können, wie sie es taten, wenn der Nil nicht in das
Mittelmeer münden würde sondern in einen größeren Ozean.
Dankbar wäre ich für Hinweise auf geeignete
Informationsquellen über solche Zusammenhänge (nicht nur für
Ägypten).
Man könnte fragen, ob eine ähnliche Kultur sich am Senegal hätte entwickeln können. Oder vielleicht besser: wie eine solche Kultur dort die europäische Wahrnehmung beeinflusst hätte.
Wahrscheinlich in sehr geringem Masse. Eine dortige Hochkultur wäre nicht annähernd so vielen Einflüssen von aussen ausgesetzt gewesen, wie Ägypten im (aus europäischer Sicht) Herzen der Welt. Genauso hätte eine solche aber auch bei weitem nicht diesen Einfluss auf das europäische Umfeld genommen.
Da die ägyptische Kultur zu den Hochzeiten der Pharaonenreiche aber weitgehend autonom war, kann man schliessen, dass auch unter anderen geografischen Bedingungen (lassen wir Klima und ähnliche Kleinigkeiten mal ausser Betracht) eine ähnliche Kultur hätte entstehen können. Diese aber gleichzeitig aus europäischer Sicht (wenn überhaupt wahrgenommen) als völlig unbedeutend erscheinen könnte.
Man könnte fragen, ob eine ähnliche Kultur sich am Senegal
hätte entwickeln können. Oder vielleicht besser: wie eine
solche Kultur dort die europäische Wahrnehmung beeinflusst
hätte.
Wahrscheinlich in sehr geringem Masse. Eine dortige Hochkultur
wäre nicht annähernd so vielen Einflüssen von aussen
ausgesetzt gewesen, wie Ägypten im (aus europäischer Sicht)
Herzen der Welt. Genauso hätte eine solche aber auch bei
weitem nicht diesen Einfluss auf das europäische Umfeld
genommen.
Da die ägyptische Kultur zu den Hochzeiten der Pharaonenreiche
aber weitgehend autonom war, kann man schliessen, dass auch
unter anderen geografischen Bedingungen (lassen wir Klima und
ähnliche Kleinigkeiten mal ausser Betracht) eine ähnliche
Kultur hätte entstehen können. Diese aber gleichzeitig aus
europäischer Sicht (wenn überhaupt wahrgenommen) als völlig
unbedeutend erscheinen könnte.
Darauf einen Uisge beatha
Schorsch
Go raibh maith agat! (oder auch: herzlichen Dank)Schorsch
für die schnelle Antwort. Aber abgesehen davon, daß die Ägypter nur als Beispiel gedacht waren (Wir müssen eine ganze Welt mit Leben füllen), kam es mir gerade auf Klima und ähnliche Bedingungen an. Um mal beim Beispiel zu bleiben: ich glaube, das Unwetter von MeeresSeite beim Mittelmeer ganz anders ausfallen, als z.B. am Atlantik. Hätte - unter dem Einfluß ähnlich verheerender Stürme - Ägypten jemals so groß werden können ?
Natürlich ist auch der politische Einfluß wichtig. Im Moment geht es mir mehr ums so grundlegende Dinge, wie das Entstehen von Ortschaften an Flußübergängen oder Gebirgspässen u.Ä., weil die Politik auf unserem PLaneten eine ganz andere sein kann. Ich möchte mir aber nicht irgendwann sagen lassen müssen: „Also, Deine Kameraden da unten, die wären zweimal im Jahr fast ersoffen. Was glaubst Du, wie die es zur Hochkultur hätten bringen sollen ?“
Ich danke Dir jedenfalls für Deine Zeit und Deine Mühe
sicher spielen die örtlichen gegebenheiten eine große Rolle. (Die genannten Überschwemmungen förderten übrigens die Entstehung der Mathematik - die Ägypter mußten nach jedem Nilhochwasser ihre Felder neu vermessen).
Nun stellt sich mir aber die Frage, wo man da anfangen und wo man aiufhören soll. Genau genommen ist ja auch die bevölkerungsdichte an solche Dinge gebunden - mitten in der Sahara, wo allenfalls notdürftig ein paar Nomaden überleben können, kann zum beispiel genau so wenmig eine hochkultur entstehen wie im Norden Sibiriens. Dazu fehlen da einfach die Leute - die Natur gibt das Überleben größerer Menschenmengen auf kleinem Raum da nicht her.
Genau so wichtig ist aber oft auch der Einfluß umliegender Völker - denk an die Antike, in der die Römer erst mal kräftig von Kultur und Wissen der Griechen profitierten (es gibt übrigens kaum Hochkulturen auf einsamen Inseln).
Allerdings läßt sich nicht alles so erklären - Gebiete mit vergleichbaren bedingungen haben bei Weitem nicht immer die gleiche Kulturstufe. Es kann also nur einer von vielen FDaktoren sein.
ein weiteres umfassendes Buch zum Thema ist „Arm und Reich“ von Jared Diamond. Hier werden eingehend die Einflüsse von geographischen Gegebenheiten und der unterschiedlichen natürlichen Ressourcen in verschiedenen Gegenden der Erde bei der Entstehung von Kulturen behandelt. http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3596172144/qid…
Viele Grüße
Torsten
ich denke das ein wichtiger Antriebsfaktor die Nachbarschaft zu anderen Kulturen ist. Die positiven (Handel) und negativen (Krieg) Einflüsse anderer Kulturen ermöglichen auch die Weiterentwicklung der eigenen Kultur. Und da sind wir bei der Geographie: in Europa, wo viele Kulturen auf engen Raum leb(t)en haben diese sich auch recht erfolgreich entwickelt, in abseits gelegenen Ecken der Erde (z.B. Australien, Amerika) entwickelten sich auch Kulturen, die durch die lange Zeit der Isolation aber ersteren Kulturen zwangsläufig beim ersten Aufeinandertreffen unterliegen mußten.
Gruß
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Es gibt auch die These, dass sich der Handel und der interkultuturelle Austausch extrem fördernd auf die Zivilisierung einwirkt.
Damit hätten z.B. die Völker Europas einen Vorteil gegenüber z.B. den Völkern Südamerikas gehabt.
Da sich Europa eher in west-östlicher Richtung ausgedehnt, leben viele Kulturen in ähnlichen Breitengraden, so dass sich Erfahrungen in Ackerbau, Viehwirtschaft und wohl auch Bodenschatznutzung nicht nur übertragen, sondern auch direkt fast unangepasst nutzen lassen.
Bei eher nord-südlicher Ausdehnen variiert die Vegatation dagegen weitaus schneller, was den Austausch erschwert.
Weitere Thesen, in diesem Fall für die Dominanz Europas seit der beginnendenen Modernen waren das Vorhandenseien guter, recht reiner und leicht verfügbarer Metallerze sowie die Lebenskultur der Menschen, die lange Zeit extrem nah mit Nutztieren zusammenlebte, was auf Dauer die Anfälligkeit für bestimmte Krankheitserreger verminderte.
Angeblich hatte vor allem letzteres einen verherenden Einfluß auf die Völker Süd- und Nordamerikas (eingeschleppte Pocken z.B.), so dass die Eroberung durch Europäische Völker sehr vereinfacht wurde bzw. man nach einigen Jahren schon auf weitgehend entvölkerte Gegenden stieß.