ich hab gerade ein absolutes Zahnproblem und würde da sehr gerne mal eine Einschätzung von anderen (Experten? Leidensgenossen?) einholen. Vor nun ca. 3 Wochen hatte ich das Gefühl mit einem Backenzahn, der eine Krone hat, „schief“ auf etwas gebissen zu haben. Ein stechender Schmerz, und plötzlich war Beißen an der Stelle manchmal schmerzhaft. Aber eben nicht immer. Es kam und ging, manchmal war einen Tag lang nichts, und dann konnte ich wieder den halben Tag nur auf einer Seite kauen.
Irgendwann wurde es mir zu bunt und ich ging zum Zahnarzt. Der meinte, es gäbe so etwas wie eine „Verstauchung“ auch bei Zähnen… Ich solle wiederkommen, wenn der Schmerz stärker wird. Und er wurde stärker, zu einem dumpfen Dauerschmerz. Da hatte ich schon das Gefühl, dass die Krone runtermuss.
Aber er hat geröntgt und hat an der Seite eine Zahnfleischtasche festgestellt, an der ein Stück Wurzel freizuliegen scheint, und die mit einer Creme, die ich mir dann selbst da reinspritzen sollte, behandelt. Nach zwei sehr nervigen Tagen mit weiterhin dumpfem Dauerschmerz wurde es dann endlich besser. Und zwei weitere Tage später nur noch ätzend. Dann hat er also die Krone aufgebohrt (!?) und die Wurzel abgetötet. Davor sollte betäubt werden, aber ich hab überhaupt nix gemerkt! Nach drei Mal Betäubung hat er dann nach nochmaligem Röntgen festgestellt, dass angeblich meine Nerven anders laufen als normal (Aber wie hat denn damals der Zahnarzt in einer anderen Stadt dann problemlos die Betäubung hingekriegt???) Zum Schluss war ich nach 4 Mal Spritzen endlich mehr recht als schlecht betäubt und so fertig, dass ichs einfach nur noch hinter mich bringen wollte.
Nun hat er die Wurzel mit einem Medikament abgetötet. Am nächsten Tag brauchten wir dann wenigstens nur noch zwei Spritzen und 1,5h Wartezeit, bis ich endlich nix mehr gemerkt habe! Bei der nun beginnenden Wurzelbehandlung wurde aber nur ein Wurzelkanal gefunden, die anderen beiden waren zu, er fand den Eingang nicht. So hat er nur einen Kanal behandelt und dann die Krone wieder draufgepappt. Die hat jetzt eine Füllung an der gebohrten Stelle.
Nun hab ich einen blauen Fleck außen an der Stelle und daneben aber eine Schwellung (oder eher so einen Knubbel)im Kiefer, die nun, nachdem die Betäubung nachgelassen hat, genauso drückt, wie vorher die Region unter dem Zahn. Kann da Eiter in den Kiefer gelaufen sein?
Was soll ich allgemein machen? Hat der Arzt richtig gehandelt? Soll ich schleunigst wechseln?
Morgen soll ich wieder hin und wenn der Knubbel nicht weggeht, bekomme ich wohl Antibiotika… Reicht das auch? Ich bin langsam total verunsichert…
Was soll ich allgemein machen? Hat der Arzt richtig gehandelt?
Soll ich schleunigst wechseln?
Morgen soll ich wieder hin und wenn der Knubbel nicht weggeht,
bekomme ich wohl Antibiotika… Reicht das auch? Ich bin
langsam total verunsichert…
Tika
Servus Tika,
bisher ist dem Kollegen objektiv nur die Lokalanästhesie danebengelungen. Das passiert jedem. Bei der sog. Leitungsanästhesie muß man nicht den Zahn-, sondern den Sammelnerv für alle Zähne einer Seite treffen. Du erinnest Dich sicher, daß die Spritze irgendwo hinten innen eingestochen worden ist. Sowohl aufgrund anatomischer Variation -, als auch wegen wechselnder Tagesform beim Zahnarzt - ja,ja - klappt das nicht immer.
Die Suche nach Kanaleingängen ist nicht immer sofort erfolgreich. Einfacher ist es, wenn man eine vorhandene Krone vor der Röntgenaufnahme abnimmt, weil man dann auf dem Röntgenbild den Verlauf der Kanäle auch im Zahnkronenbereich sehen kann. Dabei wird aber in der Regel die Krone aufgetrennt und muß später ernuert werden. Will man das der Patientin ersparen, läßt man die Krone drauf und hat Schwierigkeiten bei der Wurzelbehandlung. Unter diesen Schwierigkeiten wiederum leidet die Patientin, und dies umso mehr, je weniger sie vorher aufgeklärt worden ist. Hier scheint mir ohnehin der Wurm drin zu sein. Wenn Du da:
mal nachschaust, merkst Du vielleicht, in welche Entscheidungen Du NICHT einbezogen worden bist.
Mein Rat: frag Deinen Zahnarzt morgen nach seiner Diagnose, seinen therapeutischen Absichten und nach seiner Prognose. Das muß alles klar sein, bevor es an einen invasiven Eingriff geht. Zumal ich voraussage, daß hier auch noch eigene Kosten auf Dich zukommen werden.
Wenn Du dann befriedigt bist, kann’s weitergehen. Wenn nicht, laß Dir eine Kopie der Aufnahmen mitgeben (Strahlenbelastung) und schau Dich nach Alternativen um. Wenn Du in der Provinz leben solltest, wird das schwierig. Aber Du hast ja uns . . . nur, Du kannst Dir da nicht allzuviel Zeit lassen. Keiner weiß, ob Dein Problem nicht in einem der noch unbehandelten Kanäle steckt.
Hallo Kai,
vielen Dank erstmal für die ausführliche Antwort!
bisher ist dem Kollegen objektiv nur die Lokalanästhesie
danebengelungen. Das passiert jedem.
Da bin ich ja schonmal beruhigt!
Will man das der Patientin
ersparen, läßt man die Krone drauf und hat Schwierigkeiten bei
der Wurzelbehandlung. Unter diesen Schwierigkeiten wiederum
leidet die Patientin,
Nein, die Krone ist dann nach dem Bohren des Lochs abgegangen… Das war dann nicht mehr das Problem… Aber ist das normal, dass man ein Loch da reinbohrt um die Krone abzukriegen?
Wenn nicht,
laß Dir eine Kopie der Aufnahmen mitgeben (Strahlenbelastung)
und schau Dich nach Alternativen um. Wenn Du in der Provinz
leben solltest, wird das schwierig.
Ja, seit drei Jahren lebe ich nicht mehr in Berlin, sondern in der TOTAAAAAAALEN Provinz! Mitten im Schwarzwald!
Aber: Hab mich schon erkundigt, hätte eine Empfehlung…
Naja, die Antibiotika nehm ich dann wohl morgen mal, und dann schau ich ob ich wechsle.
Schade, denn der hat sich schon bemüht und war auch nett.
Naja, mal sehen.
Danke erstmal und Grüße aus dem Osterschnee,