enttäuscht

Hallo,

dieses Jahr hatte ich in der Hoffnung, meinen Arbeitsplatz zu sichern, zusätzliche neue Tätigkeiten übernommen. Hat auch gut funktioniert (zu Lasten meiner Freizeit, unentgeltlich natürlich).
Nächstes Jahr bin ich nun überflüssig. Wurde mir letzte Woche in 2 Sätzen sachlich nüchtern rübergebracht. Dumm gelaufen. Nicht mal ein „dankeschön“ oder „leider“ oder „schade“.
So, nun gehe ich ebenso sachlich, freundlich und motiviert wieder da hin …bloß nicht heulen und auch nicht alle Daten von Server löschen :wink:.

Aber wie werde ich mit meinem Frust und meiner Enttäuschung fertig?
Und wie schaffe ich es, eine positive Ausstrahlung rüberzubringen, wenn ich mich bewerbe, wo mir doch alles andere als positiv ist?

ratlose Grüße
woven

hi,

arbeitslosigkeit und die damit verbundenen enttäuschungen müssen erst mal überwunden werden und das dauert eine weil, manchmal wochen. es ist nur wichtig, nicht auf der „ich bin nutzlos“-schiene hängen zu bleiben! raffe dich auf, belebe dich mit sport, denn der verschafft dir körperliche und geistige belastung und ausgeglichenheit. dann rate ich dir, im buchhandel einen dieser ratgeber zu kaufen, die intensiv die bewältigung von arbeitslosigkeit bearbeiten. da findest du, was du brauchst. und: rede mit anderen, denen das gleiche passiert ist, kennst du niemanden, schliesse dich einer arbeitsloseninitiative oder selbsthilfegruppe an, oder frage dort nach.

Stehen lassen!
H@llo,

lass nicht zu, dass Du von Dir aus die Entscheidungsgründe der Unternehmensleitung noch obendrein gegen Dich selbst gelten lässt. Der Anspruch gegenüber anderen, sollte als Anspruchsgrundlage sich selbst gegenüber genau so gelten, d.h. seinen Ego keinesfalls außer Acht lassen. Falls Du Dich dabei beobachten solltest, dass Du mental hinter diesen Maßstab zurückfällst, dann halte dagegen. Die Selbstachtung darf niemals so weit sinken, dass man anfängt von dem Kakao, durch den man gezogen wird, auch noch zu trinken.

Gruß
guvo

Hallo,

dieses Jahr hatte ich in der Hoffnung, meinen Arbeitsplatz zu
sichern, zusätzliche neue Tätigkeiten übernommen. Hat auch gut
funktioniert (zu Lasten meiner Freizeit, unentgeltlich
natürlich).

Vollkommen OK, wenn Du dabei in dieser Zeit etwas
fachliches dazu gelernt hast. (Du hättest Dich dann
quasi in Deiner Freizeit mit „Unternehmensmitteln“
weitergebildet.)

Nächstes Jahr bin ich nun überflüssig. Wurde mir letzte Woche
in 2 Sätzen sachlich nüchtern rübergebracht. Dumm gelaufen.
Nicht mal ein „dankeschön“ oder „leider“ oder „schade“.

Das ist das Hauptproblem, das ich hier sehe. Wäre einer
angekommen, der Dir mit besorgter Mine eröffnet hätte,
„dass Du fürs Unternehmen zu teuer und zu hochqualifiziert“
bist - und der Dir Erfolg wünscht nachdem er dir den Termin
für Deine "Verabschiedungsfeier im kleinen Kreis " mitgeteilt
hat, hätte sich das sicher anders agefühlt :wink:

So, nun gehe ich ebenso sachlich, freundlich und motiviert
wieder da hin …bloß nicht heulen und auch nicht alle Daten
von Server löschen :wink:.

Was hast Du zu verlieren? Jetzt könntest Du Dich doch
vorwiegend auf Deine „Weiterbildung“ konzentrieren
und schon mal die Kollegen danach beurteilen, wer
später in Deinem Unternehmen eine Aufgabe übernehmen
könnte :wink:

Dann solltest Du natürlich genug strukturiertes
know-how übernehmen (klauen), um entweder als
Unternehmer oder in anderem (Fremd-)Rahmen einen
Vorteil zu haben.

Aber wie werde ich mit meinem Frust und
meiner Enttäuschung fertig?

Man hört ja jetzt viel in den Medien, dass
da „Killerspiele“ besonders gut helfen sollen :wink:

Und wie schaffe ich es, eine positive Ausstrahlung
rüberzubringen, wenn ich mich bewerbe, wo mir doch
alles andere als positiv ist?

Mir geht es immer so, dass ich in einer
„Entscheidungssituation“ immer besser
„funktioniere“, als ich mir das vorher
mit allen Ängsten und Bedenken hätte
vorstellen können.

Grüße

CMБ

Hi woven

dieses Jahr hatte ich in der Hoffnung, meinen Arbeitsplatz zu
sichern, zusätzliche neue Tätigkeiten übernommen. Hat auch gut
funktioniert (zu Lasten meiner Freizeit, unentgeltlich
natürlich).
Nächstes Jahr bin ich nun überflüssig. Wurde mir letzte Woche
in 2 Sätzen sachlich nüchtern rübergebracht. Dumm gelaufen.
Nicht mal ein „dankeschön“ oder „leider“ oder „schade“.
So, nun gehe ich ebenso sachlich, freundlich und motiviert
wieder da hin …bloß nicht heulen und auch nicht alle Daten
von Server löschen :wink:.

Du bist ent-täuscht und das m. E. zu Recht. Warum denn „sachlich, freundlich und motiviert wieder da hin“? Damit leugnest Du Deine wahren Gefühle und verdrängst, ohne auf Dich zu hören. Dir ist zum Heulen - dann zu´ das auch. Ist es nicht widersinnig für einen Schlag ins Gesicht „danke“ sagen zu wollen? Und warum soll es schlimmer sein, zu heulen als z. B. gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Die haben Dich verarscht - tu´ Du es jetzt nicht auch noch.

Aber wie werde ich mit meinem Frust und meiner Enttäuschung
fertig?

M. E. musst Du Dir Frust und Enttäuschung zugestehen - mit den entsprechenden Gefühlen. Das braucht auch Zeit und Abstand. Außerdem dürfte Dich die Mehrbelastung (bei weniger Freizeit) Kraft gekostet haben, so dass Du ggf. auch dadurch Erholung und eine Ruhepause brauchst: Tu´ Dir nach Möglichkeit Gutes und belohne Dich für Deine Arbeit (wenn andere das schon nicht würdigen).

Und wie schaffe ich es, eine positive Ausstrahlung
rüberzubringen, wenn ich mich bewerbe, wo mir doch alles
andere als positiv ist?

Ein Patentrezept dafür weiss ich nicht, ich glaube allerdings, dass Du zum derzeitigen Job ein wenig Abstand brauchst, um die Dinge aus anderer Perspektive sehen zu können. Was spricht dagegen, wenn Du zu Deiner Enttäuschung stehst, indem Du formulierst: trotz meines unentgeltlichen, weit über das Normalsmaß hinausgehenden Engagements war es nicht möglich, meinen Arbeitsplatz (zusätzlich) auf Dauer zu erhalten, so dass ich aus dem Unternehmen ausgeschieden bin.

Hallo Woven,

zunächst einmal möchte ich dir mein ernstgemeintes Beileid mitteilen.

So, nun gehe ich ebenso sachlich, freundlich und motiviert
wieder da hin …

Wieso dass denn? Du bist frustriert und enttäuscht. Das darf man dir auch ansehen.
Außerdem muss du dich auf eine neue Aufgabe konzentrieren, nämlich auf die Suche nach einem neuen Job. Zunächst einmal muss du noch gute Mine machen, bis du ein Arbeitszeugnis in der Tasche hast. Das ist das einzige Druckmittel, welches dein Arbeitgeber noch hat. Danach kannst du Dienst nach vorschrift machen. Solange du bezahlt wirst, muss du auch die entsprechende Leistung abliefern,… aber unbezahlte Mehrarbeit? Nicht doch.

Und wie schaffe ich es, eine positive Ausstrahlung
rüberzubringen, wenn ich mich bewerbe, wo mir doch alles
andere als positiv ist?

Nicht einfach, aber machbar. Wichtig ist, dass du dir klar machst, dass du gute, ja exzellente Arbeit leistest und dein jetziger Arbeitgeber zu bescheuert ist, dass zu erkennen. Dein nächster Arbeitgeber wird davon profitieren.

Gruß
Carlos

Hi,

ich weiss nicht wie alt du bist, nehme aber an sehr jung. Was auch ich schon bald nach ein paar Jahren Berufserfahrung lernen musste – im Arbeitsleben dankt dir keiner. Klar gibt es Firmen und Jobs, bei denen du einen Bonus fuer gute Leistung am Jahresende bekommst, das wird die Firma dann aber auch nicht davon abhalten, dich kurze Zeit spaeter betriebsbedingt zu entlassen (wen interessieren da noch voller Einsatz und Ueberstunden).

Auch wenn du glaubst, deine Firma wuerde es dir danken, dass du in deiner Freizeit unentgeltlich weitere Taetigkeiten uebernommen hast, die Realitaet sieht – offensichtlich - anders aus (die haben jede Menge Geld gespart, weil sie einen Dussel gefunden haben, der umsonst arbeitet und das auch ausgenutzt).

So hart es klingt, gedankt wird dir nie – finde dich damit ab und lasse dich in Zukunft nicht mehr ausnutzen. Nach meinen 17 Jahren im Berufsleben kann ich dir nur diesen Rat mit auf den Weg geben.

Versuche die Sache nicht persoenlich zu nehmen, denn so wird mit jedem verfahren. So ungerecht es sein mag, das Leben ist nun mal so. Gib bei der Arbeit zwar immer dein Bestes, distanziere dich jedoch soweit, dass du nicht glaubst, du seist unentbehrlich, egal wie gut du bist und egal was du alles fuer die Firma tust.

Und da die Entlassung nicht persoenlich gemeint war (ich gehe mal davon aus, dass diese nicht auf dein Verhalten zurueckzufuehren ist), sollte es dir nicht schwerfallen, trotzdem positiv bis zum Ende durchzuhalten. Willst du wirklich in einer Firma arbeiten, die dich so ausgenutzt hat? Betrachte es als einen Neuanfang, der i. d. R. immer eine Verbesserung ist. Falls du z. B. deine netten Kollegen vermissen wirst – die gibt es auch in anderen Firmen. Die Chancen, dass deine neue Firma dich nicht so ausnutzt und angemessen bezahlt sind hoeher, als dass du es schlechter erwischst als deine noch-Firma. Aber wie gesagt, sicher kannst du dich nie fuehlen, da betriebsbedingte Entlassungen heutzutage an der Tagesordnung sind.

Daher – freue dich auf einen Neuanfang mit neuen Chancen und Karrieremoeglichkeiten. Viel Glueck!

Gruesse,

Kris