entwässerungstabletten

Guten Tag,

Entwässerungstabletten werden relativ häufig, wenn nicht gar zu 90% in Altersheimen verabreicht und fördern meines WIssens die Demenz, zusätzlich zur Tatsache, dass alte Leute nachgewiesenermaßen das Trinken vergessen. Hat Jemand einen Querverweis oder genaue Infos zur Wirkungsweise und den Folgen dieser Medikamente? Soweit ich weiß ist es nicht erlaubt, älteren Leuten ohne ihr Wissen diese zu verabreichen. Wie können sie davor geschützt werden? Wäre nett kompetente Antwort zu erhalten. VIelen Dank und guten Rutsch!

Hallo !
Auch Dir ein frohes neues Jahr 2010
(zum Rutschen ist es vielleicht schon etwas spät…) !

Aber zu Deiner Frage: Es ist richtig, dass Entwässerungsmittel (Diuretika)einen Flüssigkeitsverlust und darüber auch eine
Demenz verstärken können. Allerdings haben diese Medikamente auch einen Nutzen: Sie entlasten, wie auch andere Medikamente (z.B. ACE-Hemmer und Betablocker) das Herz und verhindern bei einer altersbedingten Herzschwäche wirkungsvoll eine Flüssigkeitseinlagerung in den Geweben, was auch für den alten Menschen durchaus zu einer tödlichen Gefahr werden kann. So habe ich schon mehrfach erlebt, dass Senioren, die ihre Wassertabletten
nicht bekommen hatten, ein Lungenödem mit massiver Atemnot entwickelt haben. Jedes Ding hat eben zwei Seiten und wie für jedes Medikament, so gilt auch hier: Die Indikation für den Einsatz und die Dosis müssen stimmen !
Unter adäquater ärztlicher Aufsicht sind Diuretika sehr sinnvolle Medikamente,die man nicht verteufeln sollte. Meiner Ansicht nach liegt das Problem eher in der mangelnden Aufsicht bzw. pflegerischen Versorgung. Viele Ärzte haben heute nicht mehr die Zeit, ihre Patienten ausreichend gut auf Nebenwirkungen hin zu überwachen und das Pflegepersonal ist genauso überlastet und kann nicht bei jedem Heimbewohner die Trinkmenge protokollieren. Der Fehler liegt wieder einmal im System und nicht bei einem einzelnen Medikament.

Gruß Kai

Tach,

Entwässerungstabletten werden relativ häufig, wenn nicht gar
zu 90% in Altersheimen verabreicht

Wer sagt das?

und fördern meines WIssens
die Demenz, zusätzlich zur Tatsache, dass alte Leute
nachgewiesenermaßen das Trinken vergessen.

Diese alten Leute tendieren auch zu Lungenödemen und Herzinfarkten. Viele wären in wenigen Minuten tot, wenn sie nicht mit norwendigen Diuretika behandelt würden.

Hat Jemand einen
Querverweis oder genaue Infos zur Wirkungsweise und den Folgen
dieser Medikamente?

Ja, steht in jedem Beipackzettel. Ansonsten „fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“.

Soweit ich weiß ist es nicht erlaubt,
älteren Leuten ohne ihr Wissen diese zu verabreichen.

Hast du Belege, dass Menschen massenhaft Medikamente gegeben werden, deren Einnahme weder sie selber noch ein Betreuer - bei Dementen - zugestimmt haben?

VIelen Dank und guten Rutsch!

Kann es sein, dass du selber psychoaktive Substanzen konsumierst?

Gruß,

MecFleih

Guten Tag,

Entwässerungstabletten werden relativ häufig, wenn nicht gar
zu 90% in Altersheimen verabreicht

Das ist definitiv falsch. Die Entwässerungstabletten (Diuretika) haben ihren Platz in der Behandlung der Herzinsuffizienz und der Hypertonie, eingschränkt auch bei Niereninsuffizienz.
Eine allgmeine Häufung in Altersheimen ist nicht gegeben, wie schon aus der Indikationsliste hervorgeht. Natürlich werden sie mehr eingenommen, wenn in einem Heim sich zufällig solche Karnkhitsbilder häufen.

und fördern meines WIssens
die Demenz,

Auch dieses Wissen ist falsch. Eine psychische Beeinflussunbg durch die Wirkstoffe der Diuretika ist nicht gegeben, sondern allenfalls durch die Wirkungsfolgen, etwa Stoffwechselstörungen (Hyponatriämie, Hypokaliämie), zu niedriger Blutsruck usw.

zusätzlich zur Tatsache, dass alte Leute
nachgewiesenermaßen das Trinken vergessen. Hat Jemand einen
Querverweis oder genaue Infos zur Wirkungsweise und den Folgen
dieser Medikamente?

Einiges steht im Beipackzettel. Aber ansonsten zu der Wirkunsgweise: Ich glaube, das führt hier zu weit, etwa den Wirkungsmechanismus z.B. eine Schleifendiureikums zu erörtern.

Soweit ich weiß ist es nicht erlaubt,
älteren Leuten ohne ihr Wissen diese zu verabreichen.

Doch. ist es. Diuretika stellen schließlich Standardmedikamente ohne Besonderheiten dar.
Grundsätzlich darf man natürlich keinem Menschen ohne seine Einwilligung ein Medikament geben, aber schlucken tut er doch freiwillig, oder?
Und einem Dementen oder Senilem die Wirkunsweise eine medikamentes erklären zu wollen, erscheint mir ziemlich frustran.

Wie
können sie davor geschützt werden?

Indem die Leute gesund bleiben, sonst sehe ich keine Möglichkeit.

Wäre nett kompetente
Antwort zu erhalten.

Wie kompetent soll’s noch sein? Ich formuliere zwar etwas anders als kai, aber im Grunde sind wir da einer Meinung.