Wenn man jetzt beispielsweise etwa fünf Babys „einsperren“ würde und sie mit allem notwendigen versorgen würde, würden sie dann eine eigene Sprache entwickeln? Es findet ja keine Immersion statt. Wenn es also verhindert werden könnte, dass die Babys/Kinder sterben, was würde dann passieren?
(Wie ihr hoffentlich wisst sind das nur theoretische Überlegungen, ich habe nicht vor das auszuprobieren).
Es ist ja bekannt, dass z.B. Zwillinge eine eigene „Sprache“ entwickeln.
Teilweise verstehet diese noch nichtmal die eigene Mutter, die ja dauernd um die Kinder ist und normal mit ihnen redet…
Allerdings -sie redet mit ihnen.
Weiß nicht wie das ist wenn man nur Kinder einsperren würde…
diese Frage haben sich schon einige im damaligen Zeitalter gestellt.
Es gab auch diverse (in meinen Augen sehr abartige) Experimente mit Kindern.
Kaiser Friedrich II zum Beispiel wollte herausfinden ob Kinder eine eigene Sprache entwickeln, wenn Menschen in ihrem nahen Umfeld nicht mit ihnen kommunizieren - in Form von Zuneigung oder emotionaler Aufmerksamkeit.
Hier können Sie mehr dazu lesen: http://www.studentshelp.de/p/referate/02/4028.htm
Meine persönliche Meinung ist, dass es unmöglich ist jungen Menschen (Kinder/Babys) so etwas wie eine „Ursprache“ abzugewinnen, wenn sie zwar versorgt werden, aber ungeachtet der menschlichen Bedürfnisse, die nötig sind um erst eine Kommunikationsform zu entwickeln, nicht geliebt werden. Eine „Ursprache“ besteht - wie ich für mich vermute - wenn überhaupt aus nonverbaler Kommunikation und enwickelt sich mit der Erfahrung weiter.
Danke für die Antworten! Ich wusste nicht, dass jemand anders tatsächlich auch auf so eine Idee gekommen ist wie ich. Ich finde es auch ziemlich abartig Kinder von ihren Eltern zu isolieren, weil das für Menschen ja extrem unnatürlich ist.
Feral children: Beispiele im 20./21. Jahrhundert
Hallo,
abgesehen vom bereits erwähnten Experiment Friedrich II. gibt es mehrere dokumentierte Fälle von Kindern, die ohne oder mit nur rudimentären Spracherwerb aufwuchsen. Ein berühmter historischer Fall ist u.a. Victor von Aveyron http://de.wikipedia.org/wiki/Victor_von_Aveyron
Zwei Beispiele in unserer Zeit sind Susan Wiley („Genie“) und Danielle Crockett. Beide wuchsen schwer verwahrlost und von den Eltern in einem Hinterzimmer isoliert auf, fast ohne menschliche Ansprache. Danielle Crockett konnte sich nur mit unartikulierten Lauten verständigen, Genie kannte nur wenige Worte der Abwehr wie „stop“ und „no“. Genie war bei ihrer Entdeckung 1970 13 Jahre, Danielle 2005 7 Jahre alt. Genie lernte nur mit Mühe sprechen, der Erwerb einer Grammatik blieb aus (was Kontroversen unter Linguisten zur Frage des Erwerbs von Grammatik der Erstsprache beförderte), Danielle hat trotz professioneller Unterstützung bis dato nicht gelernt, sich sprachlich auszudrücken.
es handelt sich um Zwillingsschwestern aus den USA (geboren 1970), die bis zum Alter von acht Jahren eine eigene Sprache benutzten, einer Mischung aus Deutsch und Englisch. Diese Mischung kam dadurch zustande, dass sich die englischsprachigen Eltern kaum um die Mädchen kümmerten (sie hielten die Kinder für geistig behindert), und sie unter der Obhut ihrer deutschsprachigen Großmutter aufwuchsen. Die Oma sprach angeblich nur sehr wenig mit den beiden.
Ergänzung
Die Gugelei nach den Zwillingsschwestern war recht zeitraubend und hat mich offensichtlich um einen Teil meines Verstands gebracht.
Nachdem ich endlich die Namen Poto und Cabengo (wie sich die beiden Mädchen selbst nannten) gefunden hatte, bin ich nämlich nicht auf die Idee gekommen, mit den wirklichen Namen nach deutschsprachigen Quellen zu suchen.
Here they are, but there are only eight of them: http://www.google.de/search?as_q=&as_epq=Grace+und+V…