Mein Fall aus Holland: Im Maerz 2008 habe ich eine tilgungsfreie Hypothek abgeschlossen, Zins fest auf 10 Jahre, 5,1%. Nun koennte ich die Hypothek auf variablen Zins umstellen. Das verursacht keine Kosten, ausser einer Verwaltungsgebuehr von 225 Euro.
Der variable Zins besteht aus dem 1-Monats-Euribor + fester Aufschlag von 0,8%, derzeit also ca. 2,3%. Das ist weniger als die Haelfte des Festzinssatzes. Natuerlich ist es verlockend, auf variabel umzustellen.
Der Haken: Wenn ich spaeter wieder auf Festzins umsteigen will, geht das zu dem dann gueltigen Satz, derzeit 6,25%.
Was wuerdet ihr tun? Lohnt sich ein Umstieg auf variabel, also die Spekulation, dass der Euribor weiterhin sehr niedrig bleibt? Oder ist es besser, beim jetzigen Zins von 5,1% zu bleiben?
Zeithorizont ist fuer mich ca. 5 bis 7 Jahre. Bis dahin habe ich die Hypothek durch Sondertilgungen vollstaendig abgeloest.
Aufgrund des ganzen billigen Geldes, das momentan in die Märkte gepumpt wird, ist damit zu rechnen, dass die Inflation in den nächsten Jahren stark ansteigt. Es gibt einige Experten, die eine Inflation im Bereich von 5-10% für möglich halten. Im worst case ist meines Erachtens sogar noch mehr drin. Da die Zinsen dann auch anziehen würden, wärst Du mit einem variablen Zins um einiges schlechter dran. Allerdings hättest Du eben auch den Puffer von 2,8%. Das heisst, selbst wenn in den nächsten Monaten die Zinsen 3% anziehen, machst Du erst einmal keine Verluste.
Durch den Zinseszinseffekt steigert sich das Ganze noch, solange der variable Zins nicht extrem ansteigt.
Es ist also einfach eine Wette für Dich. Wenn Du nicht mit extrem stark steigenden Zinsen rechnest, dann mach es (aber auch nur, wenn Du Dir sicher sein kannst, dass der Kredit in 5-7 Jahren abgezahlt ist). Wenn Dir Sicherheit wichtiger ist, dann lass es. Denn mit „Wetten“ sind in den letzten 1,5 Jahren doch schon so einige auf die Schnauze gefallen.