Spät aber doch noch …
Hallo Metapher,
entschuldige bitte, dass es so lange gedauert hat, aber das hat ganz äußerliche Gründe. 
wenn du diesem Gefühl einmal probehalber nachgibst.
Ok, kein Problem, obwohl ich inzwischen die Sache relativ entspannt sehe.
die Instanz, die für diese
Rollenbestimmungen zuständig bist, bist offensichtlich DU.
Naja, nicht ganz, denn der Kerl löchert auch seinen Bruder (der entsprechend wieder zurückfragt), meine Frau und auch einige Personen außerhalb der Familie. Seltsamerweise stellt er diese Fragen im Kindergarten nicht - wie ich erfahren habe (wobei ich mir nicht sicher bin, ob das an der Stellung meines Sohnes liegt, denn er ist dort der Älteste, oder an den Wahrnehmungskapazitäten der Betreuerinnen - beide Brüder sind allerdings in verschiedenen Gebäuden untergebracht).
Der Versuch, sich mit der Antwort „ich liebe euch alle gleichermaßen“
herauszumogeln, kann bereits fatale narzißtische Kränkungen nach sich ziehen.
Eine entsprechende Frage hat er bisher noch nicht gestellt.
Es entwickelt sich also (bei beiden) eine Art Automatismus.
Wie kommst du zu dieser Auffassung? Was meinst du damit?
Meinst du damit, daß die Frage, nur weil sie 100 mal gestellt
wird, nicht mehr essentiell gestellt werde?
Ja, stimmt, da hast du Recht. Inzwischen denke ich allerdings, dass es sich in der Tat „bloß“ um ein Spiel handelt. Ich nehme die gestellten Fragen eigentlich sehr positiv auf, selbst wenn sie mir auf die Nerven gehen.
Genau deshalb, weil er weiß , daß „die Kleine“ noch gar
nicht sprechen kann, ist doch erkennbar, daß er DIR die
Kompetenz zuordnet, zu bestimmen, wer wer ist! Dir wird diese
Kompetenz sogar für jemanden zugeschrieben, der sich selbst
nicht artikulieren kann.
Wir wundern uns manchmal darüber, dass er eigentlich weiß, dass die Kleine nichts sagt, dass er aber, wenn man auf Nachfrage zugibt, die Antworten der Kleinen erfunden zu haben, enttäuscht fragt, ob denn die Antworten jedesmal erfunden gewesen seien. Ähnlich die Geschichten vom Osterhasen und Weihnachtsmann, die der Kindergarten aufrecht erhält, wir allerdings widerwillig, wo der Junge manchmal Phantast und manchmal Realist ist - ohne erkennbaren Grund.
Herzliche Grüße
Thomas