Hallo Zusammen!
Meine Tochter (fast 18) hat sich verliebt in einen Jungen (20). Nachdem wir als Eltern, den jungen Mann etwas näher kennen lernen durften, fragen wir uns natürlich, ob dass wirklich eine gute Verbindung ist?!
Es hat sich herausgestellt, dass dieser junge Mann in seiner Kindheit schon viel durch gemacht hat.
D.h. 4 verschiedene Väter (in nur 20 Lebensjahren), Mutter wurde immer wieder Opfer von häuslicher Gewalt, schlechte schuliche Leistungen, Aggressionen gegen den Stiefbruder, fühlte sich immer mehr vereinsamt obwohl er zur Mutter eine sehr innige Beziehung hat und hatte auch schon 2 Selbstmordversuche. War danach für 8 Wochen in einer Spezialklinik (so wie wir das wissen) und wirkt auf uns sehr introvertiert und eigentlich vom Verhalten her wie ein 14-jähriger.
Unsere Tochter ist seine 1. Freundin. Hat aber als soziale Kontakte Freunde / Kumpels.
Kann so ein junger Mann jemals wirklich ein normales Leben führen? Ist es anzunehmen, dass es auch weiterhin immer wieder Probleme bei ihm geben wird? Was könnte passieren, wenn die beiden vielleicht doch mal Streit haben oder sie sich trennen will?
Im allgemeinen hat er ganz ntette Umgangsformen und ist uns nicht unsympatisch.
Uns liegt natürlich das Glück unserer Tochter am Herzen, nur sieht sie zur Zeit alles durch eine rosarote Brille.
Was meint Ihr, sind wir zu ängstlich?
Viele Grüße
Leia
Ängste der Eltern or: wenn die Tochter Flügge wird
Hi,
Was meint Ihr, sind wir zu ängstlich?
Ja.
Die Tatsache, dass Ihr als Eltern das alles wisst, zeugt von großem Vertrauen Eurer Tochter Euch gegenüber. Andere Mädels- mich eingeschlossen- hinterlassen/ -ließen in dem Alter allenfalls eine Telefonnummer.
Wenn Ihr als Eltern nicht immer derart informiert gewesen seid, macht das zusätzlich deutlich, wie ernst es Eurer Tochter damit ist.
Nachdem wir als Eltern, den jungen Mann etwas näher
kennen lernen durften, fragen wir uns natürlich, ob dass
wirklich eine gute Verbindung ist?!
M.E. sollte sie in dem Alter diese Dinge selbst beurteilen bzw. eigene Fehler machen und Ihr- derweil als Eltern alles getan was ging- Eurer Tochter wiederum entsprechendes Vertrauen entgegenbringen.
Aber bevor das hier eine grundsätzliche Standpauke wird 
D.h. 4 verschiedene Väter (in nur 20 Lebensjahren), Mutter
wurde immer wieder Opfer von häuslicher Gewalt, schlechte
schuliche Leistungen, Aggressionen gegen den Stiefbruder,
fühlte sich immer mehr vereinsamt obwohl er zur Mutter eine
sehr innige Beziehung hat und hatte auch schon 2
Selbstmordversuche.
Natürlich prägen solche Ereignisse. Und in diesen Konstellationen sind Kinder darauf angewiesen, die Dinge, die sie zuhause nicht lernen im weiteren sozialen Umfeld zu lernen und zu üben- umgekehrt ist das soziale Umfeld, wenn man so will „verantwortlich“, falsch gelernte Dinge zu korrigieren. Wenn er tatsächlich noch sehr kindlich ist, habt Ihr evtl. sogar noch recht hohen Einfluss auf ihn. (Im übrigen treten viele Jungen „gefühlt“ jünger auf- auch ohne solche Ereignisse)
Inwieweit solche Erfahrungen Spuren hinterlassen hängt also nicht nur von Ihrem Stattfinden oder Ausbleiben ab.
War danach für 8 Wochen in einer
Spezialklinik (so wie wir das wissen)
auch das ist eine der möglichen Verhaltenskorrekturen (angesichts des Suizidversuches sicherlich angebracht).
wirkt auf uns sehr introvertiert und eigentlich vom Verhalten her wie
ein 14-jähriger.
) Ich tippe, bei einem strubbeligen Punk wäre Euch nicht weniger mulmig zumute. Nein, im Ernst. Sich ein Stück weit aus der unschönen Welt zurückzuziehen, ist sicher eine denkbare und legitime Folge solcher Lebensbedingungen. Unter Umständen „verängstigt“ Ihr ihn aber auch einfach nur, da ihm Eure Lebensbedingungen eher fremd sind, oder er Eure „Berührungsängste“ (iwS) spürt, vielleicht nicht negativ auffallen möchte oder oder oder.
Kann so ein junger Mann jemals wirklich ein normales Leben
führen?
Das hängt von viiielen verschiedenen Faktoren und Begegnungen ab. Grundsätzlich aber sicher. Sofern Du unter normalem Leben eine funktionierende Impulskontrolle und einen gewissen Grad an psychischer Stabilität meinst.
Was könnte passieren, wenn die beiden vielleicht doch mal Streit
haben oder sie sich trennen will?
provokant: Dasselbe wie bei allen anderen. Man steckt halt nicht drin. Und was der „ideale Schwiegersohn“ so alles erlebt hat, weiß man auch nur soweit, wie er bereit ist davon zu berichten. Ob jmd aggressiv oder suizidal auf Streit oder Trennung reagiert kann man keinem an der Nasenspitze ansehen. Sicherlich wird es für diesen jungen Mann schwer, mit einer (erneuten) Zurückweisung umzugehen. Aber über diesen Punkt seit ihr wahrscheinlich schon hinweg.
Im allgemeinen hat er ganz nette Umgangsformen und ist uns
nicht unsympatisch.
Ich finde, das ist die Hauptsache-
und ihr solltet seine Offenheit (ob nun Euch gegenüber oder über Eure Tochter) nicht zum Nachteil auslegen. Auch wenn ich die Sorge nachvollziehen kann und dies u.U. für Eure Verhältnisse starker Tobak ist. (Ich geh mal davon aus, dass das Ganze nicht erst letzte Woche stattfand). Der denkbar schlechteste Fall für Euch ist übrigens, dass Ihr Euch diesbezüglich mit Eurer Tochter verkracht, und Ihr als Eltern weder sie noch den Freund begleiten und lenken könnt (sofern man ü18 jährige als Eltern noch lenken kann).
Ich kenn Euer Verhältnis zu Eurer Tochter nicht- aber glaubst Du wirklich, dass Ihr ihr diesen Kerl ausreden könnt- oder gar verbieten?
Ihr habt als Eltern Eure Werte und Normen sowie Euer Wissen über die Welt vermittelt. Wenn die Tochter bis heute nicht weiß, was grundlegend richtig und falsch (für sie) ist, wird sie es von Euch nur noch schwer lernen. Die Nuancen dazwischen muss sie nun selbst herausfinden- M.E. könnt ihr sie auf diesem Weg nur noch begleiten und auffangen, wenn es dann auch mal weh tut.
…Ich weiß das ist schwer…
grüße
frosch
Hallo Leia!
Auch wenn ihr euch als Eltern entscheiden würdet, dass der junge Mann keinen guten Umgang für eure Tochter darstellt, so denke ich, dass es euch nicht gelingen würde, die Beziehung zu unterbinden, solange eure Tochter verliebt ist. (Zumindest habe ich noch nie davon gehört, dass sich Kinder in diesem Alter im Thema Liebe von ihren Eltern reinreden lassen. Zur Not trifft man sich heimlich, aber das kann ja nicht der Sinn der Sache sein.)
D.h. 4 verschiedene Väter (in nur 20 Lebensjahren), Mutter
wurde immer wieder Opfer von häuslicher Gewalt, schlechte
schuliche Leistungen, Aggressionen gegen den Stiefbruder,
fühlte sich immer mehr vereinsamt obwohl er zur Mutter eine
sehr innige Beziehung hat und hatte auch schon 2
Selbstmordversuche. War danach für 8 Wochen in einer
Spezialklinik (so wie wir das wissen) und wirkt auf uns sehr
introvertiert und eigentlich vom Verhalten her wie ein
14-jähriger.
Mit Sicherheit hat diese Kindheit Auswirkungen auf den Jungen. Aber wie er das verarbeitet, ob er introvertiert wird und innerlich leidet, ob er aggressiv wird, ob er gewalttätig wird, oder ob er in einigen Jahren überhaupt keine Auffälligkeiten mehr aufweist, das kann man im Vorfeld nicht wissen.
Kann so ein junger Mann jemals wirklich ein normales Leben
führen?
Was ist ein „normales“ Leben? Das eines Menschen mit einer glücklichen Kindheit? Dann wird er es sicherlich niemals leben können. Aber es könnte sein, dass eure Tochter, vielleicht gerade weil sie eine „gesunde Basis“ mitbringt, dem jungen Mann so viel Liebe und Wärme schenken kann, dass seine verletzte Seele zumindest teilweise gesunden kann.
Vielleicht ist die Geschichte, die den jungen Herren geprägt hat, genau das, was eurer Tochter an ihm gefällt?
Ist es anzunehmen, dass es auch weiterhin immer wieder
Probleme bei ihm geben wird?
Die Struktur des Mannes, mit der er seine Probleme verarbeitet (sich zurückziehen, Selbstmordversuche, das Gefühl der Vereinsamung…) wird sich m.E. aller Wahrscheinlichkeit nach so schnell nicht verändern, da er ja erstmal lernen muss, sich neue Strukturen anzueignen.
Ob das allerdings zu Problemen „mit ihm“ führt, dass liegt m.E. an der Umgehensweise des Gegenüber mit dem Verhalten.
Was könnte passieren, wenn die
beiden vielleicht doch mal Streit haben oder sie sich trennen
will?
a. sie versuchen, das auf einigermaßen vernünftige Weise zu regeln
b. sie reden einige Wochen kein Wort mehr miteinander
c. sie beleidigen sich, verletzen sich, schlagen aufeinander ein
d. …
Ich würde sagen, die Möglichkeiten, was dann passieren könnte, sind genauso vielfältig wie bei jedem anderen Pärchen auch…
Natürlich könnte es sein, dass der junge Mann damit droht, sich umzubringen oder dass er aggressiv gegen eure Tochter wird (das sind wahrscheinlich deine Befürchtungen?!), aber das ist auf keinen Fall ein MUSS aufgrund seiner Vorgeschichte und könnte mit anderen Männern genauso passieren.
Uns liegt natürlich das Glück unserer Tochter am Herzen,
Nach dem Motto: Wir wissen, was für dich gut ist?
nur
sieht sie zur Zeit alles durch eine rosarote Brille.
Das gehört zum Verliebt-sein dazu.
Falls der Mann für eure Tochter „ungeeignet“ ist, so wird ihr das spätestens dann auffallen, wenn die Hormone wieder auf Normaltouren laufen…
Was meint Ihr, sind wir zu ängstlich?
Nein, ich denke, das ist ganz normal, dass man sich solche Fragen stellt.
Aber ich denke, ihr solltet eurer Tochter vertrauen!
Grüße,
jeanne
Hallo Leia,
ich finde, dass es normal ist, sich über „Kind“ Gedanken zu machen.
Aber hast Du Dir auch einmal überlegt, was für einen Vertrauensvorschuss Ihr als Eltern da bekommen habt, dass Deine Tochter (oder der junge Mann) so offen über alles was dem „Schwiegersohn in spé“ so widerfahren ist, erzählt?
Freu Dich, dass er Euch nicht unsympathisch ist und nette Umgangsformen hat und alles andere … abwarten.
Wenn Dir jetzt jemand hier schreiben würde: Um Himmels Willen! Der Typ ist gaar nix für Deine Tochter … was würdest Du denn dann machen?
Versuchen, ihn Deiner Tochter auszureden, möglicher Weise mit dem Erfolg, dass sie - frisch verliebt
- sich dazu erkoren fühlt, ihn vor Euch in Schutz nehmen zu müssen?
Geh´s mal locker an und wart ab. Ihr scheint ja ein recht gutes Verhältnis zueinander zu haben. Dann kannst Du auch davon ausgehen, dass Deine Tochter zu Dir kommt, wenn sie Hilfe braucht.
Liebe Grüße
usch
Hallo Leia
Meine Tochter (fast 18) hat sich verliebt in einen Jungen
(20).
das passt doch.
Zudem, in kurzer Zeit könnt ihr noch nicht mal mehr offiziell was tun; wenn das Mädel 18 ist.
Nachdem wir als Eltern, den jungen Mann etwas näher
kennen lernen durften, …
Wie schon geschrieben, seit froh, daß eure Tochter ein solches Vertrauen zu Euch hat - habt das gleiche Vertrauen zu ihr!
Sie ist alt genug, Entscheidungen zu treffen, und reif offensichtlich auch.
Erfahrungen zu machen, auch schlecht, gehört nun mal zum Leben - und das ist nicht immer Zuckerschlecken.
Im allgemeinen hat er ganz ntette Umgangsformen und ist uns
nicht unsympatisch.
Schön - oder?!
Uns liegt natürlich das Glück unserer Tochter am Herzen, nur
sieht sie zur Zeit alles durch eine rosarote Brille.
Hey, das Mädel ist 18 und da darf, ja muß sie so was erleben.
Was meint Ihr, sind wir zu ängstlich?
Ja, das seit ihr!
Mein Schwiegervater hatte damals ein Riesenproblem mit mir, weil ich ihm zu alt für seine Tochter war. Er hatte Angst, ich könnte sein Mädi als ‚Bumsbeziehung‘ missbrauchen. Entsprechend reserviert, ja fast feindseelig war er mir gegenüber eingestellt.
Als er merkte, daß dem nicht so ist, wurden wir sogar ganz gute Freunde.
Gebt Eurer Tochter und dem Jung eine Chance.
Gandalf
Bloss nicht
Nein auf keinen Fall.
Verbietet Eure Tochter sofort den Umgang mit diesem Mann!
Wer sich sympathisch und unauffällig benimmt ist falsch und unehrlich.
Ein gewalttätiger Alkoholiker mit krimineller Karriere wäre wesentlich besser geeignet.
Alles klar ;o)
Hallo Zusammen,
ich danke euch für eure Ansichten.
Ihr habt uns noch einmal bestärkt, wie wir die Sache auch angehen lassen werden. D A N K E !
Es gibt hier drausen auch andere Meinungen darüber, die in uns einen leichten Zweifel aufkommen ließen.
Wir waren über dieses Schicksal nur zu sehr Erschrocken und über die Tatsache, wie so ein junger Mensch sein Leben einfach beenden wollte.
Eigentlich finden wir das, was dieser Junge schon alles ertragen mußte sehr bedauerlich und würden ihn einfach mal in die Arme nehmen und drücken.
Viele Grüße
Leia
Hallo Zusammen,
ich danke euch für eure Ansichten.
Ihr habt uns noch einmal bestärkt, wie wir die Sache auch
angehen lassen werden. D A N K E !
Bitte
Es gibt hier drausen auch andere Meinungen darüber, die in uns
einen leichten Zweifel aufkommen ließen.
Keiner das Recht, einen anderen Menschen als Fußabreter zu benutzen und üble Nachrede zu machen. „Hier draußen“ gibt es viele Menschen die ihre eigenen Fehler und hässlichen Seiten nur zu gerne verbergen.
Wir waren über dieses Schicksal nur zu sehr Erschrocken und
über die Tatsache, wie so ein junger Mensch sein Leben einfach
beenden wollte.
Dann danke Gott, dass Du eine glücklichere Kindheit hattest und freu Dich wenn es bis zum hohen Alter angenehm bleibt. Das ist nicht selbstverständlich.
Eigentlich finden wir das, was dieser Junge schon alles
ertragen mußte sehr bedauerlich und würden ihn einfach mal in
die Arme nehmen und drücken.
Drücken muss nicht sein, dafür ist Eure Tochter zuständig, akzeptieren reicht.
Gruß
Gerold
Hallo Gerold,
auch wenn wir Atheisten sind, so sind wir beide wirklich unseren Eltern sehr dankbar für eine wunderschöne Kindheit, die wir auch unseren Kindern bieten und die unsere Eltern durch den Krieg leider nicht hatten.
Unser beider Eltern waren übrigens über 50 Jahre miteinander herheiratet, bis das der Tod sie schied.
Auch wir feiern bald den 30igsten.
Wahrscheinlich in der heutigen Zeit eher die traurige Ausnahme und Auslaufmodell.
Viele Grüße
Leia