Entwicklungsverzögerung gleich Behinderung ?

Hallo,
hoffe doch, dass ich hier richtig bin, ansonsten sorry. Nun es geht um meinen 3-jährigen Sohn (ehem. Frühchen mit Hirnblutung 2. Grades). Er geht jetzt in den Kiga. Dort wurde, wie ich bereits auch durch weiterführende Untersuchungen bestätigt weiss, eine deutliche Entwicklungsverzögerung festgestellt. Nach einem Münchener-Modell wurde Anfang d. Jahres ein Entwicklungstest durchgeführt. Dort ist er durchschnittlich mind. 8 Monate zurück. Zum einen würde mich interessieren, inwieweit ich ihn fördern kann und ob eine „Behinderung“ vorliegt. Man kann diesen Begriff unendlich dehnen. Ich bin zudem verunsichert, was sein Verhalten betrifft. Z. B. in Konfliktsituationen schottet er sich ab und ich kann ihn dann nicht erreichen. Ein Zureden ist gar nicht möglich, im Gegenteil. Er zieht sich geistig immer mehr zurück. Erst nach einer ganzen Weile lässt er sich auf mich ein. Oder Zusammenhänge, wie z. B. wenn ich ihm erkläre, dass wenn er xy nicht macht, dass dann a b passiert, kann er nicht auf Anhieb begreifen und zieht sich wieder in seine „Welt“ zurück. Konflikte in dieser Art versuche ich dann vorab zu meiden. Aber ist das denn für einen 3-Jährigen normal ? Im Kiga gibt es auch ähnliche Verhaltensmuster.
Gibt es Eltern oder Experten, die sich mit solchen Verhaltensmustern auskennen ?
Zur Info : Termine zu Sozialpädiatischen Zentren sind bereits geplant, nur würde ich gerne von anderen Stellen hierzu Infos bekommen.

Vielen Dank für´s Zu"lesen"

Gruss
Michaela G.

Hallo Michaela!

Der Weg zu einem SPZ ist genau das, was ich Dir auch raten möchte. Dort wird Dein Kind umfassend interdisziplinär betrachtet und eventuell notwendige Therapien werden veranlasst.

Ich hoffe, Ihr habt schon einen Termin, leider gibt es dort oft sehr lange Wartezeiten.

Von Ferndiagnosen in einem Forum, zumal von Laien, halte ich sehr wenig.

Viele Grüße
adaaka

Hallo Michaela,

Zum einen würde mich interessieren,

inwieweit ich ihn fördern kann und ob eine „Behinderung“
vorliegt.
nur würde ich gerne von anderen Stellen hierzu Infos
bekommen.

Du solltest dich auf jeden Fall auch mit der Lebenshilfe in Verbindung setzen (in deinem Fall München?). Das Stichwort ist hier „Frühförderung“. Es gibt in München mehrere Frühförderstellen:

http://www.lebenshilfe-muenchen.de/LH%20Arbeit/Homef…

Lieben Gruß
Marion

Hallo Michaela,

genau wie die beiden vor mir kann ich dir nicht wirklich helfen. Den einzigen und ich finde wichtigen Tip den ich dir geben kann, suche mehrere Kontaktstellen die dir professionell helfen können. Viel zu oft werden notwendige Maßnahmen versäumt, weil der behandelde Arzt nicht auf dem neuesten stand ist oder ähnliches.

Viel Erfolg!

Gruß
Katl

hi,

durch die frühgeburt und die hirnblutung hat dein sohn ein sehr hohes risiko von entwicklungsverzögerungen. förderung ist nach einer ärztlichen diagnose beim kinderarzt oder facharzt für kinder- und jugendmedizin nicht nur möglich, sondern auch geeignet eine behinderung zu verhindern oder abzuschwächen. grundregel: je früher gefördert wird desto effektiver die förderung.

„behinderung“ ist ja keine krankheit, sondern nur ein allgemeiner begriff, der beschreibt, dass irgendwo irgendwie anforderungen nicht bewältigt werden können (und sei es dadurch, dass ein kind daran ge-hindert/ be-hindert wird). dieser begriff bringt deinen sohn also nicht weiter, sollte dich aber zum kinderarzt führen.

es ist mit drei jahren sowieso sehr früh, um genau zu sagen, was denn für behinderungen drohen. viele entwicklungsbereiche kommen ja erst noch. vielleicht ist er noch nicht in der lage zu begreifen, dass B passiert, wenn er A macht… -hörvermögen getestet?

rückzug in eine „innenwelt“ kann überforderung sein, weil er vieles noch nicht verarbeiten kann, behandle ihn mal wie einen zweijährigen und schau mal, was passiert. kann man im kiga überhaupt angemessen auf ihn eingehen? fühlt er sich da wohl? wie oft sieht er dich denn, die du gut auf ihn eingehen kannst?

du mußt eng mit profi´s zusammenarbeiten. manchmal brauchen frühchen und behinderte kinder auch mehr mutterkontakt als „robuste gesundheitsbolzen“, auch später bleiben sie empfindlicher und oft weniger belastbar als andere menschen. profi´s können den mutterkontaklt natürlich nicht geben, nur die wichtige und richtige förderung und beratung. mache dir auch nicht zu viele sorgen, jedes kind ist auch ein wunder an positiver entwicklung!!!

Hallo Michaela

Bei Entwicklungsverzögerung und Rückzug in die eigene Welt könnte es sich uin eine behinderung nach dem Oberbegriff autistisches pektrum oder auch „nur“ um autistische Züge handeln.
So oder so musst du wissen, dass man medizinisch da helfen kann. Leider seind die fachleute auf diesem Gebiet seeeeeeehr rar. Empfehle dir dazu Frau Dr. Brigitte Esser oder Herr Dr. Faraji.
Betreffend Förderung kann ich Dir ABA/VB bei Autisten wie bei Entwicklungsgestörten Kindern sehr empfehlen!
Infos dazu unter http://www.knospe-aba.com/de/index.htm

Noch was: Sowohl die medizinische Intervention und die Ergänzende Lern-/Verhaltenstherapie wirken sich je besser aus, je jünger das Kind ist!!! Deshalb verliere keine Zeit.

Gruss
beat

Nur als Beispiel
Hallo,

nur als Beispiel was man trotz diagnostizierter schwerster Behinderung so alles erreichen kann: http://www.das-hirnverletzte-kind.de/impr.html Ein junges Hirn kann noch sooooooo viel kompensieren.

Gruß
C.

Hallo Beat!

Da muss ich mich dann doch noch mal einmischen.

Ich hatte unten schon mal erwähnt, dass ich von medizinischen Ferndiagnosen in Foren überhaupt nichts halte.

Dabei hatte ich solche Beiträge wie Deinen vor Augen: Gut gemeint, aber leider doch nicht mehr als Angst erzeugend.

Du schreibst zwar „könnte“, wirfst dann aber einfach mal den Begriff Autismus in den Ring, mit Experten, Link…

Das was Michaela da schildert kann alles oder nichts sein. Um das aber zu beurteilen, braucht es Experten mit persönlichem Kontakt, z.B. in einem SPZ.

Du bist informierter Laie, mehr nicht! Verstehe mich da nicht falsch: Ich glaube Dir gerne, dass Du als betroffener Vater einen gewissen Überblick über die Materie hast.

Ich bin selber Vater eines Frühchens (23+2, 580g) und habe mich in gewissen Themengebieten auch umfassend informiert. Trotzdem würde ich bei einer solchen Frage nie mein medizinisches Halbwissen an den Start bringen.

Gruß
adaaka

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1 „Gefällt mir“

Bei Frühchen ticken die Uhren eben anders.
Hallo Ihr Beiden,

nun, nach meiner Beschreibung lässt es sich lediglich vermuten, ob es sich hierbei um eine „Art“ Autismus handelt. Da aber andere Symptome, wie keine Liebe empfinden oder gar zeigen, oder Beobachtungen von abnormen Spielweisen, sind hier überhaupt nicht anzutreffen.
Aber gerade Frühcheneltern sind in dieser Hinsicht sehr hellhörig, was Entwicklungsverzögerungen angeht.
Im Moment geht es mir wieder besser. Mein Sohn ist ein fröhliches Kind, spielt aufgeschlossen mit anderen Kindern. Lediglich seine Sprachentwicklung und einige motorische sehr kleine Defizite sind hier anzutreffen. Ausserdem ist er leider noch nicht trocken. Auch hier mache ich mir überhaupt keinen Stress mehr. Hier sage ich mir, mit spätestens 18 macht keiner mehr in die Windeln. :wink:)) Frühförderung bekam Tim ja schon zu Anfang. Er wurde dann Ende 2004 bei guter Entwicklung wieder entlassen. Auch weiterführende Untersuchungen, wie z. B. Sehschule, Hörtest etc. etc. werden weiterhin gemacht. Nur jetzt mache ich derzeit nichts und weiterhin untätig sein, was seine Entwicklung betrifft, macht mich unsicher. Wie gesagt, es ist an den entsprechenden Stellen alles veranlasst. Mein Kiga kümmert sich auch darum, dass eine Zusammenarbeit baldmöglichst in die Wege geleitet wird. In dieser Hinsicht werde ich mir keine große Sorgen mehr machen. Bei Frühchen ticken die Uhren eben anders. Dennoch vielen vielen Dank für Eure Hilfe und Aufmerksamkeit.

LG
Michaela

Hallo,

Zum einen würde mich interessieren, inwieweit ich ihn fördern kann :und ob eine „Behinderung“ vorliegt.

Ich finde, „Förderung“ klingt bei einem dreijährigen zu hoch. Du machst dich dabei selbst verrückt. Was kann ich jetzt tun, um ihn zu fördern? Wogegen kann ich jetzt etwas machen? Oh, er macht ja etwas völlig „sinnloses“…
Daher würde ich ihn einfach „nur“ in das alltägliche Leben mit einbinden und ihm ganz natürliche Angebote machen. Kneten, Türme bauen, Blumen pflanzen, in Pfützen plantschen, erzählen, in der Küche helfen, mit anderen Kindern spielen - die ganze Bandbreite.
Im Kindergarten und bei den evt. stattfindenden Therapien wird er schon genug - gezielt - gefördert. Viele Eltern neigen dazu, den Tag so stark mit Aktivitäten und Therapien auszufüllen, dass das Kind gar keine Zeit hat, das alles zu verarbeiten. Kindergarten ist für einen 3-jährigen Stress und mit einem Arbeitstag vergleichbar.

Oder Zusammenhänge, wie z. B. wenn ich ihm erkläre, dass wenn er xy
nicht macht, dass dann a b passiert, kann er nicht auf Anhieb
begreifen und zieht sich wieder in seine „Welt“ zurück.

Versteht er denn positive Dinge? „Wenn du dir eine Schale holst, bekommst du auch Eis“ o.ä.? Wenn ja, dann versteht er schon Zusammenhänge, will/kann sie bloß manchmal nicht verstehen, wenn er aufgebracht ist. Das finde ich für dieses Alter aber recht normal.

Zur Info : Termine zu Sozialpädiatischen Zentren sind bereits
geplant

Vertraue diesen Experten und deinem Bauchgefühl. Überfordere ihn nicht. Vergesse nicht seine Stärken und Interessen.

Gruß
Tato

Hallo Adaaka

Ich hatte unten schon mal erwähnt, dass ich von medizinischen
Ferndiagnosen in Foren überhaupt nichts halte.

Ich schrieb: könnte es sich uin eine behinderung nach dem Oberbegriff autistisches pektrum oder auch „nur“ um autistische Züge handeln.
Das ist keine Diagnose. D.h, mann sollte dies ins Auge fassen und abklären lassen und sich informieren ob es zutrifft oder nicht.

Dabei hatte ich solche Beiträge wie Deinen vor Augen: Gut
gemeint, aber leider doch nicht mehr als Angst erzeugend.

Nein ist es nicht. Eltern von Autisten haben oft jahrelange Odyssen. Es wären Ihnen viel geholfen, wenn sie die Diagnose früh bekommen hätten. Einige haben bis ins Erwachsenenaltern keine bekommen. Ich weiss von was ich rede.

Du schreibst zwar „könnte“, wirfst dann aber einfach mal den
Begriff Autismus in den Ring, mit Experten, Link…

Eben

Das was Michaela da schildert kann alles oder nichts sein. Um
das aber zu beurteilen, braucht es Experten mit persönlichem
Kontakt, z.B. in einem SPZ.

Ach ja? Persönlichen Kontakt mit sogenannten Experten haben mir und hûnderte von Eltern nicht geholfen. Es ist noch heute so, dass meist Eltern andere eltern auf die möglichkeit hinweisen und danach endlich die diagnose kommt. Natürlich braucht es Fachleute, aber ein hinweis was es sein könntem, nachdem nman sich mit dem Thema beschäftigt hat, ist oft sehr hilfreich. Autsimus kann ein Fachmann meist nicht innerhalb eines halben tages erkennen. Eine mutter, die hingegen 24H/tag ihr Kind sieht und die Symptome kennt, ist oft die erste duie es merkt. Aber dazu muss sei die symptome kennen und kann dann damit ach zum Fachmann.

Du bist informierter Laie, mehr nicht! Verstehe mich da nicht
falsch: Ich glaube Dir gerne, dass Du als betroffener Vater
einen gewissen Überblick über die Materie hast.

Ich habe mehr als einen Überblick über die Materie, das kannst du mir glauben und bestätigt Dir auch ein Arzt der mich kennt

Ich bin selber Vater eines Frühchens (23+2, 580g) und habe
mich in gewissen Themengebieten auch umfassend informiert.
Trotzdem würde ich bei einer solchen Frage nie mein
medizinisches Halbwissen an den Start bringen.

Es geht nochmals nur darum, dass die mutter sich informieren kann und allenfalls den fachmann auf die Möglichkeit aufgrund der symptome hinweisen kann.

Das ganze wer weiss was kann man löschen, wenn nur gschrieben werden dürfte, was absolut sicher ist, denn dies ist vion ferne nie möglich.

Gruß
Beat

Hallo Michaela

nun, nach meiner Beschreibung lässt es sich lediglich
vermuten, ob es sich hierbei um eine „Art“ Autismus handelt.
Da aber andere Symptome, wie keine Liebe empfinden oder gar
zeigen, oder Beobachtungen von abnormen Spielweisen, sind hier
überhaupt nicht anzutreffen.

Das würde bestimmte Autismusarten ausschliessen, wenn es so bleibt

Aber gerade Frühcheneltern sind in dieser Hinsicht sehr
hellhörig, was Entwicklungsverzögerungen angeht.

Das ist bei Autismus zum grossen Teil nicht der Fall, da sich die Kinder oft ganz oder zumindest annähernd „normal“ entwickeln und die „Rückentwicklung“ manchmal erst mit ganz 5 Jahren geschiet.
Aber so wie es aussieht, würde ich höchstens auf autistische Züge ins Auge fassen, Der Übergang zu ADS ist hier KLEIN.

Im Moment geht es mir wieder besser. Mein Sohn ist ein
fröhliches Kind, spielt aufgeschlossen mit anderen Kindern.
Lediglich seine Sprachentwicklung und einige motorische sehr
kleine Defizite sind hier anzutreffen.

bEI ÜBLICHEN entwicklungsstörungen wie bei autistischen zügen und ADS ist dies relativ oft der Fall. Daraus kann man keine Schlüsse ziehen, ausser die Defizite würde grösser statt langsam kleiner. .

Auch weiterführende Untersuchungen, wie z. B.
Sehschule, Hörtest etc. etc. werden weiterhin gemacht. Nur
jetzt mache ich derzeit nichts und weiterhin untätig sein, was
seine Entwicklung betrifft, macht mich unsicher. Wie gesagt,
es ist an den entsprechenden Stellen alles veranlasst.

Das Problem ist leider, dass die untersuchungen nicht auf allfällige die organisch biochemischen Defizite bzw Belastungen ausgedehnt werden. Hier liegt oft eine Mitursache vor.
Sollte Dein Kind trockene Haare, Lippen, haut haben, weicher stuhlgang oder oft verstopft sein, weiche oder splitterige Nägel, bleiche Gesichtsfarbe, sich selber oder anderen ins Auge langen, Blähbauch oder lange Wimpern hat, könnten auch organisch biochmische Ursachen mitverantwortlich sein.

gruss
Beat

Mein

Kiga kümmert sich auch darum, dass eine Zusammenarbeit
baldmöglichst in die Wege geleitet wird. In dieser Hinsicht
werde ich mir keine große Sorgen mehr machen. Bei Frühchen
ticken die Uhren eben anders. Dennoch vielen vielen Dank für
Eure Hilfe und Aufmerksamkeit.

LG
Michaela