Entwurf Arbeitszeugnis/Bewertung

Hallo Ihr Experten,

mein Chef hat mir heute den Entwurf für das Zeugnis vorgelegt. Könnt Ihr es mal bitte prüfen und mir mitteilen, was Ihr davon haltet? Danke. Ach ja, es ist vollständig.

Frau xxx Xxx, geb. am yy.yy.yyyy, trat im Februar 1995 als kaufmännische Angestellte in unsere Firma ein.

Sie begann ihre Tätigkeit im Bereich Logistik/Warenversand, den sie bis zum September 1996 leitete. Parallel hierzu übernahm Frau Xxx den Bereich Service und war für die vollständige administrative Abwicklung der Reparaturen zuständig. Diese Aufgabenstellung umfasste die Kontakte zu unseren Herstellern in den USA und Großbritannien, die Erstellung von Kostenvoranschlägen und Rechnungen.

Im Jahre 1998 wurde Frau Xxx zuständig für die Einführung, Administration und Pflege unseres Warenwirtschaftssystems. Hier war sie zuständig für die Erstellung von Berichten und Abfragen, die ständige Optimierung des Systems sowie die Ausbildung der Mitarbeiter. Aufgrund der umfassenden Kenntnisse von Frau Xxx konnte das System in kürzester Zeit erfolgreich eingeführt werden. Gleiches gilt für die Einführung der nächsten Generation des Warenwirtschaftssystems im Jahre 2004.

Als Assistentin der Geschäftsleitung war Frau Xxx weiterhin verantwortlich für die Vorbereitung von Messebeteiligungen, die Kommunikation mit der Fachpresse und die Durchführung und Nachbearbeitung von Mailing-Aktionen.

Frau Xxx erfüllte die gestellten Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit. Sie entwickelte Eigeninitiative und war jederzeit bereit und fähig, neue Projekte durch konstruktive Vorschlage zu begleiten und entscheidende Beiträge für die Realisierung zu leisten. Frau Xxx wurde aufgrund Ihrer Fachkenntnisse wiederholt mit schwierigen Aufgaben betraut, die sie selbständig mit äußerster Sorgfalt und Genauigkeit zum Abschluss brachte.

Wegen ihrer verbindlichen und kooperativen Art war Frau Xxx ihren Vorgesetzten eine wertvolle Stütze und den Kollegen eine geschätzte Partnerin. Auch unsere Kunden und Lieferanten schätzen sie als hilfsbereite und kompetente Gesprächspartnerin.

Frau Xxx verlässt unsere Firma auf eigenem Wunsch. Wir wünschen ihr für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg.

Ich habe schon folgende Punkte angemerkt: Abschlußdatum, Bedauern über Weggang, Dank für Zusammenarbeit. Noch zur Erklärung: mein Chef (=GF)ist Ingenieur und hat wenig Erfahrungen mit Zeugnissen.

Danke und Gruß
Anka

Chaotisch. Das Ganze neu schreiben.

Hallo,

ich habs nur einmal gelesen und nicht sonderlich darüber nachgedacht.
Das klingt so als ob drei Leute dran herumgedoktert haben, oder als ob der/die nicht richtig formulieren kann.

Ausserdem ist die Beschreibung der Aufgaben und deren Rangfolge in der Wichtigkeit ein Durcheinander.
Am besten, du schreibst chronologisch welche Aufgaben du von wann bis wann ausgeführt hast bzw. beschreibst Wichtiges und Umfassendes zuerst.

Fazit:
Das muss komplett neu verfasst werden.

Gruss,
TR

Hallo Anka,

zunächst zu den Äußerlichkeiten. Das Zeugnis muß…

  • auf offiziellem Firmenpapier geschrieben sein
  • darf nur geknickt sein wenn man es kopieren kann ohne daß die Knicke auf den Duplikaten sichtbar sind
  • das Adressfeld darf nicht, wie bei einem Brief, ausgefüllt sein
  • das Datum SOLLTE (ist aber nicht einklagbar) auf den Tag des Ausscheidens aus dem Unternehmen datiert sein (nicht etwa auf das Datum, an dem der Text geschrieben wurde)
  • die Unterschrift muß von einem hochrangigen Vertreter der Firma (Chef, Leiter Personalabteilung, …) persönlich geleistet worden sein. „I. A. Müller, Sekretärin des Abteilungsleiters“ reicht nicht
  • unter der Unterschrift müssen Name und Funktion des Unterzeichnenden nochmal in Maschinenschrift stehen.

Nun zum Inhalt.

Frau xxx Xxx, geb. am yy.yy.yyyy, trat im Februar 1995 als
kaufmännische Angestellte in unsere Firma ein.

Sie begann ihre Tätigkeit im Bereich Logistik/Warenversand,
den sie bis zum September 1996 leitete. Parallel hierzu
übernahm Frau Xxx den Bereich Service und war für die
vollständige administrative Abwicklung der Reparaturen
zuständig. Diese Aufgabenstellung umfasste die Kontakte zu
unseren Herstellern in den USA und Großbritannien, die
Erstellung von Kostenvoranschlägen und Rechnungen.

Im Jahre 1998 wurde Frau Xxx zuständig für die Einführung,
Administration und Pflege unseres Warenwirtschaftssystems.
Hier war sie zuständig für die Erstellung von Berichten und
Abfragen, die ständige Optimierung des Systems sowie die
Ausbildung der Mitarbeiter. Aufgrund der umfassenden
Kenntnisse von Frau Xxx konnte das System in kürzester Zeit
erfolgreich eingeführt werden. Gleiches gilt für die
Einführung der nächsten Generation des Warenwirtschaftssystems
im Jahre 2004.

Als Assistentin der Geschäftsleitung war Frau Xxx weiterhin
verantwortlich für die Vorbereitung von Messebeteiligungen,
die Kommunikation mit der Fachpresse und die Durchführung und
Nachbearbeitung von Mailing-Aktionen.

Das ist zwar soweit ohne Fehler geschrieben, aber die Aufteilung des Textes ist völlig unverhältnismäßig. Du schwafelst hier 2/3 des Zeugnistextes mit der Aufgabenbeschreibung zu.

Ich würde eher zu einer tabellarischen Aufstellung tendieren und die ganze Sache damit wesentlich verkürzen. Es interessiert niemanden, wann du etwas wie lange gemacht hast - es reicht wenn deine Aufgaben aufgeführt werden.

Dafür sollte die anderen Bereiche des Zeugnisses, nämlich deine fachliche Bewertung und das Sozialverhalten, ausführlicher werden.

Frau Xxx erfüllte die gestellten Aufgaben stets zu unserer
vollsten Zufriedenheit. Sie entwickelte Eigeninitiative und
war jederzeit bereit und fähig, neue Projekte durch
konstruktive Vorschlage zu begleiten und entscheidende
Beiträge für die Realisierung zu leisten.

Klingt so als hättest du nur deinen Senf dazu gegeben, aber nichts praktisch erledigt. Besser wäre wenn du Projekte nicht nur „begleitet“ und „Beiträge geleistet“ hättest, sondern tatsächliche Dinge erledigt hättest. Das würde ich entsprechend klarer formulieren.

Zugleich kannst du hier besondere Erfolge auflisten. Wenn man jemanden besonders lobt sollten die besonderen Leistungen erwähnt werden - zugleich eine Möglichkeit, „verloren gehende Infos“ aus deiner Aufgabenbeschreibung aufzugreifen. Deine besonderen Leistungen gehören also hier hin, nicht in eine endlose Aufgabenbeschreibung.

Frau Xxx wurde
aufgrund Ihrer Fachkenntnisse wiederholt mit schwierigen
Aufgaben betraut, die sie selbständig mit äußerster Sorgfalt
und Genauigkeit zum Abschluss brachte.

Das gehört auch noch zum Block „Leistungsbeurteilung“. „Äußerste“ Sorgfalt könnte man als „Pedanterie“ auslegen. Ich würde einfach „mit Sorgfalt und Genauigkeit“ schreiben.

Die Quintessenz „Frau Xxx erfüllte die gestellten Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.“ sollte dann am Ende stehen, nicht wie jetzt am Anfang des Abschnitts.

Wegen ihrer verbindlichen und kooperativen Art war Frau Xxx
ihren Vorgesetzten eine wertvolle Stütze und den Kollegen eine
geschätzte Partnerin. Auch unsere Kunden und Lieferanten
schätzen sie als hilfsbereite und kompetente
Gesprächspartnerin.

OK.

Frau Xxx verlässt unsere Firma auf eigenem Wunsch. Wir
wünschen ihr für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg.

„eigenen Wunsch“, nicht „eigenem Wunsch“. Außerdem: „… für die private und berufliche Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg“.

Gruß,

MecFleih

Hallo Thomas,

Das klingt so als ob drei Leute dran herumgedoktert haben,
oder als ob der/die nicht richtig formulieren kann.

Nein, es hat definitiv nur mein Chef geschrieben. Inwieweit er da irgendwelche Textbausteine aus irgendwelchen Internetseiten/Büchern verwendet hat, keine Ahnung.

Am besten, du schreibst chronologisch welche Aufgaben du von
wann bis wann ausgeführt hast bzw. beschreibst Wichtiges und
Umfassendes zuerst.

Er hat es chronologisch verfaßt und hat, wie gesagt, wenig Erfahrung mit dem Zeugnisschreiben.

Das muss komplett neu verfasst werden.

Ok, danke, ich werde ihm einen entsprechenden Entwurf vorlegen

Gruß
Anka

Hallo MecFleih,

zunächst zu den Äußerlichkeiten. Das Zeugnis muß…

Ok, danke für die Hinweise dazu. Das war auf einem Zwischenzeugnis der Fall, dann sollte das dieses Mal auch klappen. Ich werde auf jeden Fall darauf achten.

Nun zum Inhalt.

Frau xxx Xxx,…

Das ist zwar soweit ohne Fehler geschrieben, aber die
Aufteilung des Textes ist völlig unverhältnismäßig. Du
schwafelst hier 2/3 des Zeugnistextes mit der
Aufgabenbeschreibung zu.

Ok, lasse ich ändern

Klingt so als hättest du nur deinen Senf dazu gegeben, aber
nichts praktisch erledigt.

Das war nun definitiv nicht der Fall bzw. zum Teil war es auch eine beratende Funktion, wenn es nicht um Aufgaben aus meinem Bereich ging, ich aber auf Grund vorheriger Erfahrungen was dazu sagen konnte. Zum überwiegenden Teil habe ich aber sehr viel erledigt.

Das gehört auch noch zum Block „Leistungsbeurteilung“.
„Äußerste“ Sorgfalt könnte man als „Pedanterie“ auslegen.

Wobei das sogar zutrifft mit der Pedanterie.

Die Quintessenz „Frau Xxx erfüllte die gestellten Aufgaben
stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.“ sollte dann am Ende
stehen, nicht wie jetzt am Anfang des Abschnitts.

Ok, lasse ich ändern

„eigenen Wunsch“, nicht „eigenem Wunsch“.

Das ist der rheinische „Dasativ“ :wink: Ist mir gar nicht aufgefallen.

Danke für Deine Hinweise.

Gruß
Anka

Hallo,

Klingt so als hättest du nur deinen Senf dazu gegeben, aber
nichts praktisch erledigt.

Das war nun definitiv nicht der Fall bzw. zum Teil war es auch
eine beratende Funktion, wenn es nicht um Aufgaben aus meinem
Bereich ging, ich aber auf Grund vorheriger Erfahrungen was
dazu sagen konnte. Zum überwiegenden Teil habe ich aber sehr
viel erledigt.

OK, dann sollte das entsprechend klarer formuliert werden.

Wobei das sogar zutrifft mit der Pedanterie.

Mag sein - aber es sollte niemals nimmer nicht im Zeugnis stehen! :wink:

Gruß

MecFleih