Enzyme bei Untergewicht

Guten Tag,

Guten Tag, wollte mal fragen wo genau das Enzym MGAT2 produziert wird. Und ob sowas künstisch hergestellt wird. Oder ob es ein Medikament gibt, damit der Körper dies produziert. Grund ist, dass ich sehr untergewichtig bin. 190cm 29Jahre und 60Kg. Hab schon Fressmarathons hinter mir, Astronautenkost, Olivenöl Stamperl trinken, Fitnessstudio wegen Sport, Powershakes, ne Gastroskopie, ne Koloskopie, Bluttests, Laktoseintol.tests, Ultraschall, MRT, Besuche von Profs. und sicher noch paar Sachen, die mir grad nicht einfallen. Hat alles nix ergeben bzw. nichts gebracht. Meine Werte sind alle im grünen Bereich und die Organe sehen alle normal aus. Jetzt hab ich gelesen, dass bei Mäusen ein Enzym gefunden wurde, welches dafür verantwortlich ist, ob Fett angesetzt wird oder nicht. Mäuse ohne Enzym MGAT2 konnten fressen ohne merklich zuzunehmen. Gibts sowas zufällig als Pille. Ich weiß nämlich nicht mehr was ich tun soll. Keiner findet was oder kann mir helfen. Und die ständigen Arztbesuche, bei denen eh nie was raus kommt, kotzen mich schön langsam an. Und ich war nicht immer so dünn. Mit 21 hatte ich 85Kg. Dann ging das Gewicht in 5 Jahren langsam runter auf 60Kg. Ach so, es wurden nur Gallensteine festgestellt, von denen ich aber nichts merke. Kommen höchstwahrsch. vom abnehmen laut Doc. Und die Ärzte meinen, dass die Gallensteine nicht der Grund sein können, warum ich so dünn bin. Ich glaub da schön langsam auch nichts mehr. Vielleicht weiß ja einer von Ihnen Rat. Grüße Konrad.

Hallo Konrad,

da das alles noch hochexperimentell ist, gibt es MGAT2 noch nicht als „Pille“.
Es handelt sich dabei um ein Enzym im Gastronitestinaltrakt (Darm), dass mitentscheidet, was aus aufgenommenen Fetten gemacht wird.
Werden sie auf den Hüften geparkt oder in Energie umgewandelt?

Ein Enzym zu hemmen ist allerdings fast immer einfacher, als es zuzuführen (wird selbst im Darm verdaut, Beispiel Insulin: muss gespritzt werden).

So leid es mir tut, kann ich leider nichts weiter dazu sagen.
Ich würde auf ein endokrinologisches Problem tippen.

Das mit den Mäusen ist so ne Sache, früher waren es die Leptin-Mäuse, in die man große Hoffung setzte, leider hat es beim Menschen nicht so recht funktioniert…

Ich wünsche Frohe Weihnachten, vielleicht helfen ja die Plätzchen ein wenig :smile:

Mit freundlichen Grüßen
Alexandra Herrmann

Hallo!

Tja, ich glaube nicht, dass Dir mit MGAT2 irgendwie geholfen werden könnte. Zumindest nicht auf die Schnelle. Die Funktion des Enzyms ist ja noch nicht mal vollständig aufgeklärt. Bis jetzt hat kennt man ja nur die Ergebnisse von sog. Knock-Out Mäusen, also von Mäusen bei denen das Enzym mit genetischen Methoden ausgeschaltet wurde. Natürlich gab es nach der Veröffentlichung der wissenschaftlichen Ergebnisse sofort die ersten Schlagzeilen, von wegen „Forscher finden endlich Pille zum abnehmen“ etc. Aber das ist eben alles nur Bildzeitungsniveau. Wie gesagt, bis jetzt weiß man nicht mal in welche Regelkreise das Enzym genau eingreift. Weiterhin kennt man noch nicht mal die genauen Expressionsmuster, d. h. in welchen Geweben das Enzym genau vorkommt. Sicher ist, dass das Enzym im Dünndarm vorkommt, weiterhin wohl in Leber und Niere. Im Dünndarm greift es offensichtlich in die Regelung der Fettabsorption ein, bei den anderen Organen ist die physologische Rolle noch nicht geklärt. Schließlich beruhen die meisten Daten auf einem Mausmodell.
Langer Rede kurzer Sinn, selbst wenn die Funktion des Enzyms vollständig geklärt wäre und es als Target für ein Medikament in Frage käme, dann würde es bis zur Zulassung locker zehn Jahre dauern bis es auf dem Markt käme.
Möglicherweise hast Du tatsächlich einen MGAT2-Mangel, aber ich weiß erstens nicht wie ein solcher Mangel ohne entwickelte Tests diagnostiziert werden könnte und zweitens würde Dir die Gewissheit eines MGAT2-Defizits aus oben genannten Gründen recht wenig nützen.
Vielleicht hilft Dir ja doch noch mal ein Besuch bei einer seriösen Ernährungsberatung (hast Du aber bestimmt schon hinter Dir).
Ich wünsche Dir auf alle Fälle alles Gute!

Frohe Weinachten erstmal!

Helfen kann ich dir von fachlicher Seite eher nicht.Mein Gebiet ist Kardiologie und Pulmologie.Nur soviel:Vergiss Enzymatik.Und besagtes Enzym, selbst wenn es eigentständig isoliert wird kann dir alleine niemals helfen.Der menschliche Körper bzw. Physiologie ist viel zu komplex als das mensch diese mit so einfachen Belangen austricksen könnte.UND DAS IST AUCH GUT SO!!!Enzymatik ist natürlich unglaublich wichtig zur Entwicklung pharmakologischer Präparate.Wird letztenendes aber nicht umsonst oft Jahrzehnte am Menschen getestet.Ich finde derzeit keine geeigneten Studien bzgl.dieses Enzyms.Es wird zur Zeit auch nicht in der Krebsforschung angewendet wo es m.E.nach Sinn machen würde.Hat man bei deiner Grösse und deinem Alter schon mal über die Symptomatik eines sog.„Marfan Syndroms“ nachgedacht? Kam mir jetzt spontan in den Sinn.Ansonsten ist das mit "Ferndiagnosen"immer so ne Sache.Nimm`s mir bitte nicht übel aber psychosomatische Sachen sind ausgeschlossen? Diese Frage kannst du dir letztlich nur selbst ausreichend beantworten.
Hoffe du bekommst bald ne Antwort wo du was mit anfangen kannst.
Wünsche baldige Genesung und nen guten Rutsch!
Holger

Guten tag Konrad,
da ich kein Arzt bin, kan ich zu ihrem medizinschen Problem keine Stellung nehmen. Gern beantworte ich jedich ihre Fragen zu dem MGAT2-Enzym.

Guten Tag, wollte mal fragen wo genau das Enzym MGAT2
produziert wird. Und ob sowas künstisch hergestellt :wird. Oder ob es ein Medikament gibt, damit der Körper dies produziert.

MGAT2 wird hauptsächlich im Dünndarm produziert, wo es an der Bildung von Fetten aus den über die Nahrung aufgenommenen Fettsäuren beteiligt ist.

Enzyme herzustellen ist prinzipiell möglich, aber je nach Größe und Komplexität nicht einfach. Eine pharmakologische Anwendung wird dadurch eingeschränkt, dass Enzyme Proteine sind, die im Magen einfach verdaut werden.
Ein Medikament, dass den Körper dazu bringt, mehr MGAT2 zu produzieren, gibt es nicht. In der Publikation aus „Nature Medicine“, auf die Sie sich beziehen, haben Wissenschaftler auf gentechnischem Weg Mäuse „produziert“, die MGAT2 nicht bilden können. Diese Tiere nahmen im Vergleich zu den nicht gentechnisch veränderten Mäusen weniger zu, wenn sie viel Fett aßen. Die Idee ist nun, dass man ein Medikament finden könnte, das MGAT2 hemmt, so dass man nicht mehr zunimmt oder sogar abnimmt. Also genau das Gegenteil von dem, was Sie sich vorstellen. Da das Grundlagenforschung ist, ist eine medizinische Anwendung allerdings (egal in welche Richtung) noch in weiter Ferne.

Viele Grüße, Kristin

Guten Tag,

eine spezifische Antwort habe ich nicht; Vermutlich sind Sie auch schon auf Schilddrüsenüberfunktion getestet worden, eine mögliche Ursache von Untergewicht?

Mit freundlichen Grüßen, Olaf Kelber