Hi,
Ist das Objektiv
brauchbar oder macht es relativ zum Body einen eher schlechten
Eindruck?
Diese Frage kann man mit einem ganz klaren »Jein« beantworten. Man findet in der Tat zu diesen Kit-Objektiven oft verschiedene Meinungen, was wiederum verschiedenste Gründe hat. Oft werden z.B Äpfel mit Birnen verglichen: Dass ein Objektiv im Wert von rd. 100 € nicht bei einem von 1000 € oder mehr mithalten kann, sollte klar sein.
Andererseits ist das genannte Objektiv nicht partout schlecht. Man sollte bedenken, dass es – weil an mehreren gut verkauften Kameras des Herstellers verbaut – in Massenfertigung hergestellt wird. Wenn man dabei die Toleranzen gut im Griff hat, und das denke ich bei Canon, lässt sich dadurch der Preis enorm drücken. So würde ich persönlich z.B. dem Kit-Objektiv mehr zutrauen, als einem doppelt so teuren Exemplar eines weniger großen Drittherstellers.
Um etwas konkreter zu werden: Das Objektiv ist von der Bildschärfe her ziemlich gut, die Lichtstärke ist mittelmäßig (was durch den Bildstabilisator nur in manchen Bereichen ausgeglichen werden kann), die Verzeichnung des Objektivs ist schlimm.
Jetzt ist es so, dass das für unterschiedliche Einsatzbereiche unterschiedich stark ins Gewicht fällt. Für (halbwegs professionelle) Architekturaufnahmen ist das Objektiv kaum zu gebrauchen. Aber für Grundlagen in Landschafts-, Makro- Reise- (geringes Gewicht!) und Portrait-Fotografie kann es gut eingesetzt werden.
Viel wichtiger als auf ein besseres Objektiv zu schielen ist es, die Grundlagen der Fotografie (Blende, Belichtungszeit, Belichtungsmessung, Schärfentiefe, Bildgestaltung) zu erlernen und wirklich zu beherrschen.
Wenn ich das richtig in meiner Glaskugel sehe, hattest Du vorher noch keine digitale Spiegelreflexkamera und solltest Dich zunächst mit den genannten Grundlagen vertraut machen. Dazu reicht das Kitobjektiv bei weitem. Das Geld, was durch den zusätzlichen Objektivkauf übrigbleibt, solltest Du in ein vernünftiges Stativ stecken.
Erst dann bietet es sich meiner Meinung nach an, zusätzliche Objektive anzuschaffen, also z.B. eine lichtstarke Festbrennweite (Standardtipp 50 mm 1:1,8) und einen Telezoom (z.B. 70–200 mm 1:4). Wenn dann das Haupteinsatzgebiet feststeht, lässt sich auch besser ein Ersatz für das Kitobjektiv finden.
Oh, ist etwas länger geworden. Na dann viel Spaß mit der neuen Kamera!
V.