Hallo,
ich habe einen kleinen Bruch in der Bauchdecke, liegt bei uns in der Familie, meine Mutter und Onkel wurden schon operiert. Ich hatte eigentlich noch keine großen Probleme damit, nur in letzter Zeit habe ich es ab und zu etwas stärker gespürt, schiebe den Bruch dann immer wieder zurück. Ich bin am Überlegen, mich operieren zu lassen, aber habe dazu natürlich überhaupt keine Lust. Meine Mutter hat auch gemeint, das würde nichts bringen, bei ihr wäre der Bruch nach der OP wieder aufgetreten. Sie meinte, ich sollte versuchen, das Bindegewebe durch Übungen zu stärken. Geht das? Wenn ja, was kann ich außer OP tun? Wie gesagt, bei mir ist der Bruch noch ziemlich klein, im Moment spür ich mal wieder gar nichts…
Grüße, Ingrid
Hallo Ingrid,
ohne Deinen Bewegungsdrang unterdrücken zu wollen: die Stärke des Bindegewebes ist genetisch bedingt, insofern wirst Du da nicht wirklich etwas ausrichten können. Die Hernie wird jedenfalls mit der Zeit größer (und schmerzhafter) werden; solange sie noch so klein und ‚nur‘ nervig ist, ist eine Hernienplastik natürlich auch einfacher, als bei ausgedehnten Brüchen.
Bei den heutigen - spannungsfreien und laparoskopischen - Methoden ist es auch keine aufregende Veranstaltung mehr. Du solltest nur mit dem Chirurgen abklären, welche der Methoden (vor allem wegen des familiären Auftretens) für Dich die richtige ist. Bei der Methode nach Shouldice (Fasciendoppelung) vernäht man die Fascienränder überlappend und erreicht so eine größerflächige - und damit stabilere - Vernarbung; diese Methode kann bei größeren oder Rezidiv-Brüchen auch mit Netzimplantation kombiniert werden. Bei der Hernienplastik nach Lichtenstein legt man ein Polypropylennetz ein, so daß die geschwächte Bauchwand dauerhaft stabilisiert wird. Du bleibst 2-3 Tage im Krankenhaus, kannst Dich meistens nach 1-2 Tagen wieder normal bewegen, schonst Dich noch zwei Wochen und hast dann Deine Ruhe…
Grüße
Renee