Epilepsie

Hi!

Nach einem sehr unprofessionellen Bericht im Fernsehen über Epilepsie (Welt der Wunder), möchte ich mir gerne von euch genauere Infos holen und hab deswegen ein paar Fragen.

Ist es richtig, dass Epilepsie das Resultat eines hirnorganischen Schadens ist, also nicht rein psychisch sondern auch körperlich bedingt ist?

Was kann alles Epilepsie auslösen?

Welche Symptome treten auf?

Zu den Symptomen hab ich noch eine zusätzliche spezielle Frage. Einerseits hab ich im Kopf, dass das Bewusstsein wärend eines epileptischen Anfalls ausgeschaltet ist und der Mensch nur zappelt usw. Andererseits aber hab ich gehört, dass die Leute zwar bei halbwegs klarem Verstand sind, reden können, … aber irrationale Ängste, Pläne, … haben und ausführen.

Wie kann ein Medikament epileptische Anfälle verhindern?

Danke
Hansi

Hallo Hansi,

Ist es richtig, dass Epilepsie das Resultat eines
hirnorganischen Schadens ist, also nicht rein psychisch
sondern auch körperlich bedingt ist?

Was kann alles Epilepsie auslösen?

Verschiedene Arten von Schädigungen des Gehirns können zu epileptischen Anfällen führen

  • Schädel-Hirn-Verletzungen
  • Hirntumore
  • Alkoholabhängigkeit, Drogen…
  • kann während eines Entzugs auftreten
  • infolge von Schäden während der Geburt (Sauerstoffmangel)

    oft wird auch keine organische Ursache gefunden
  • außerdem Schlafentzug, flackerndes Licht (Stroboskop)…

Allerdings: Epilepsie ist das wiederholte Auftreten von Anfällen (und ist eine chronische Krankheit), diese kommen dann auch ohne erkennbare Ursache (= „spontan“) vor.
Dagegen kann jeder Mensch einen einzelnen epileptischen Anfall bekommen, z. B. Schlafentzug, Streß, s. o.

Welche Symptome treten auf?

Es gibt viele Arten von epileptischen Anfällen, die man aber in zwei Gruppen fassen kann:

  • Generalisierte Anfälle (das ganze Hirn ist betroffen), dazu gehört der Grand Mal-Anfall („die“ Epilepsie schlechthin mit den Verkrampfungen des ganzen Körpers, Bewußtseinsverlust)

  • Fokale Anfälle (nur Teile des Hirns), Zuckungen einzelner Körperregionen, sensorische Empfindungen… je nachdem, welche Bereiche des Gehirns vom Anfall betroffen sind - kein Bewußtseinsverlust.

Manchmal beginnt der Anfall fokal (die „Aura“) und wird erst dann generalisiert.

(Bestimmte Epilepsie-Formen, die bei Kindern infolge von Schädigung während der Geburt auftreten, lasse ich unerwähnt).

Zu den Symptomen hab ich noch eine zusätzliche spezielle
Frage. Einerseits hab ich im Kopf, dass das Bewusstsein wärend
eines epileptischen Anfalls ausgeschaltet ist und der Mensch
nur zappelt usw. Andererseits aber hab ich gehört, dass die
Leute zwar bei halbwegs klarem Verstand sind, reden können,

Hängt vom Anfalls-Typ ab.

… aber irrationale Ängste, Pläne, … haben und ausführen.

Nach dem Aufwachen aus einem „großen“ Anfall durch Orientierungslosigkeit.

Wie kann ein Medikament epileptische Anfälle verhindern?

Während des Anfalls finden synchrone Spontanentladungen von Nervenzellen im Gehirn statt. Die Medikamente vermindern die Erregbarkeit der Nervenzellen, sodaß es weniger leicht zu solchen Spontanentladungen kommt. Allerdings kommt es dadurch auch zu Nebenwirkungen wie Sedierung, Konzentrationsschwäche und Antriebsverminderung.

Dies alles ist sehr grob gefaßt.
Quellen:

  • Klinikleitfaden Neurologie und Psychiatrie
  • Taschenatlas der Pharmakologie

Grüße,

I.

Hansi

Hallo,

Idomeneo hat ja schon eine sehr schöne Antwort an dich verfasst. Hier noch mein Senf dazu, vielleicht findest du hier ein paar sinnvolle Ergänzungen.

Ist es richtig, dass Epilepsie das Resultat eines
hirnorganischen Schadens ist, also nicht rein psychisch
sondern auch körperlich bedingt ist?

Nicht auch, sondern - würd’ ich mal behaupten - ausschließlich körperlich bedingt. Epileptischen Anfällen liegt eine niedrige Krampfschwelle zugrunde.

Was kann alles Epilepsie auslösen?

Man unterscheidet zwischen Ursachen und Auslösern.

Ursache können Gehirnverletzungen jeglicher Art sein, die nicht unbedingt mit den modernen Geräten (Computertomographie, MRT) nachweisbar sind. Aber auch eine erbliche Variante scheint es zu geben.

Anfallsauslösend sind häufig Schlafentzug, Stroboskop (Blitzlicht bestimmter Frequenzen), aber z.B. auch Hunger und natürlich „ungeeignete“ Medikamente. Auch massiver psychischer Stress kann als Auslöser fungieren.

Allerdings muss kein Auslöser vorliegen, damit ein Anfall auftritt. Vielmehr ist es so, dass prinzipiell jeder Mensch bei mehr oder minder starken Auslösern (je nach der persönlichen Krampfschwelle) einen Anfall bekommen kann. Deshalb spricht man bei Anfällen, die klare Auslöser besitzen, auch nur von Gelegenheitsanfällen. Eine Epilepsie liegt erst vor, wenn auch ohne Auslöser nachweislich eine Anfallsbereitschaft (durch ein EEG nachweisbar) besteht. Somit treten bei Epileptikern Anfälle „spontan“ oder schon bei „schwachen“ Auslösern auf.

Welche Symptome treten auf?

Je nach Anfall sehr unterschiedlich, das kann man nicht verallgemeinern.

Wie Idomeneo schon richtig geschrieben hat, unterscheidet man zwischen generalisierten und fokalen Anfällen.

Bei generalisierten (oder sog. sekundär generalisierten Anfällen - sie fangen in einem bestimmten Gehirnareal an und breiten sich dann erst über das ganze Gehirn aus) Anfällen hat man häufig dieses typische Anfallsbild, das man sich unter einer Epilepsie so vorstellt. Plötzlich (oder nach einem Vorgefühl, der Aura) fällt der Mensch hin, krampft und zuckt, evtl. fließen Speichel und Blut (vom Zungenbiss) aus dem Mund, es kann auch zum Einnässen kommen. Außerdem kann sich das Gesicht aufgrund von Sauerstoffmangel blau verfärben.
Nach dem Anfall an sich ist der Betroffene eine Zeitlang häufig nicht ansprechbar, er „schläft“ fest oder ist zwar wach, aber völlig orientierungslos und selbst einfache Fragen (wie z.B. nach seinem Namen) nicht korrekt beantworten. Diesen Anfallstyp nennt man Grand Mal.

Daneben gibt es aber viele wesentlich unspektakulärere Anfallsformen. Es kann z.B. nur ein Krampf im Arm oder im Bein auftreten, der sich in einer Zuckung äußert (häufig werden dabei in der Hand gehaltene Gegenstände weggeschleudert, bei einem Krampf im Bein knicken die Beine ein und der Betroffene kann stürzen).
Es gibt sog. Absencen, bei denen das Bewusstsein kurzzeitig weg ist, ohne dass es Außenstehende bemerken müssen (bei Kindern hält man es oft für „Träumen“).
Es gibt Anfälle, bei denen die betroffenen zwar ebenfalls nicht umfallen, jedoch der Anfall sichtbar wird, indem sie z.B. die Augen nach oben verdrehen.
Und letztlich gibt es eine sehr tückische Anfallsart - der Betroffene handelt scheinbar bei Bewusstsein, er kann also etwas sagen oder irgendwo hinlaufen, eben irgendetwas sinnvoll Erscheinendes tun und die Außenstehenden erkennen nicht, dass dies in Wirklichkeit ein Anfall ist und der Betroffene dann eben auch etwas „Dummes“ machen kann (z.B. vors Auto laufen), weil das Bewusstsein weg ist.

Zu den Symptomen hab ich noch eine zusätzliche spezielle
Frage. Einerseits hab ich im Kopf, dass das Bewusstsein wärend
eines epileptischen Anfalls ausgeschaltet ist und der Mensch
nur zappelt usw. Andererseits aber hab ich gehört, dass die
Leute zwar bei halbwegs klarem Verstand sind, reden können,
… aber irrationale Ängste, Pläne, … haben und ausführen.

Wie gesagt, seeeeeeeeehhhhhhhhhr unterschiedlich. DEN epileptischen Anfall gibt es nicht.

Wie kann ein Medikament epileptische Anfälle verhindern?

Zum Beispiel das Neuronenpotential absenken, sodass eine Erregungsbildung und -weiterleitung erschwert wird. Es wird versucht, dieses unkontrollierte Feuern zahlreicher Neuronen auf einmal und die Weiterleitung der Erregung zu verhindern, die einen Krampfanfall auslösen. Aber dass daraus häufig schwerwiegende Nebenwirkungen (z.B. Konzentrationsprobleme, Tremor, Aggressivität besonders bei Kindern) entstehen, kann man sich ja gut vorstellen.

Grüße,
Anja

Hallo Hansi,

da ich selbst Epileptiker bin, fühle ich mich berufen, zu deinem Posting etwas zu schreiben.

Nach einem sehr unprofessionellen Bericht im Fernsehen über
Epilepsie (Welt der Wunder),

Schade, habe ich nicht gesehen…

möchte ich mir gerne von euch
genauere Infos holen und hab deswegen ein paar Fragen.

Ist es richtig, dass Epilepsie das Resultat eines
hirnorganischen Schadens ist, also nicht rein psychisch
sondern auch körperlich bedingt ist?

Du hättest die Frage eher andersrum stellen sollen. Ich schätze, die meisten Epileptiker haben diese Krankheit eben aus hirnorganischen Ursachen. Die Psychologisierung der Krankheit ist die Krankheit.

Was kann alles Epilepsie auslösen?

Darüber ist schon das richtige gesagt worden. Zum Flackerlicht: Das ist nur bei ganz wenigen Epileptikern Auslöser eines Anfalls. Wird aber beim EEG noch meistens mit geprüft. Als Epileptiker muss man immer wieder zum EEG und es wird auch der sogenannte „therapeutische Spiegel“ des Medikamentes festgestellt. Bei einem Epileptiker, der erfolgreich auf ein Medikament eingestellt werden konnte (ich zähle zum Glück dazu) wird das einmal im Jahr gemacht.

Welche Symptome treten auf?

Du meinst Symptome bei einem Anfall? Na ja, da würde ich gerne mal einfügen, dass auch DU Epileptiker bist. Jeder Mensch hat sogenannte Petit mals- Anfälle beim Einschlafen. Das Muskelzucken ist nämlich ein Anfall. Natürlich ist das normal und nicht behandlungsbedürftig. Grand mals sind dann Anfälle, die sich meist mit einer sogenannten „Aura“ ankündigen, der Epileptiker merkt also: Jetzt gleich bekomme ich einen Anfall. Dieses sind dann grand mals, also große Anfälle- das Bewusstsein setzt aus, der E. fällt hin, zuckt, beißt sich möglicherweise auf die Zunge, das ganze dauert ein paar Minuten, dann schläft man eine Weile, ist ruhig, dann wacht man wieder auf und weiß genau, dass man einen Anfall hat. Es fühlt sich auf eine ganz spezielle Weise an, die schwer zu beschreiben ist.

Zu den Symptomen hab ich noch eine zusätzliche spezielle
Frage. Einerseits hab ich im Kopf, dass das Bewusstsein wärend
eines epileptischen Anfalls ausgeschaltet ist

korrekt.

und der Mensch
nur zappelt usw. Andererseits aber hab ich gehört, dass die
Leute zwar bei halbwegs klarem Verstand sind, reden können,
… aber irrationale Ängste, Pläne, … haben und ausführen.

Anfall im Sinne eines grand mals sind Bewusstseinsausfälle mit unkontrollierten Bewegungen (zappelt ist zwar witzig, aber ein bisschen unangemessen, finde ich).

Wie kann ein Medikament epileptische Anfälle verhindern?

Nun, es gibt seit Jahrzehnten erfolgreiche medikamentöse Behandlungsmethoden. Mein Mittel, das ich seit 13 Jahren nehme, basiert z.B. auf dem Wirkstoff Carbamazepin. Es verhindert die Anfälle und lässt mich wie ein ganz normaler Mensch leben. Ich habe weder Einschränkungen in der Intelligenz, noch bin ich sonst irgendwie gaga. Damit habe ich Glück, denn ein- wenn auch geringer Anteil- der Epilepsiekranken haben dieses Glück nicht und müssen mit Helm herumlaufen, weil sie schwere und sehr häufige Anfälle haben. Sie sind auch in speziellen Einrichtungen untergebracht. Das ist aber nur ein kleiner Teil der Kranken. Meines Wissens können die meisten E- Kranken mit einem Medikament erfolgreich behandelt werden. Epilepsie ist eine chronische, meist nicht heilbare Krankheit- was bedeutet, dass man eben sein Leb Tag Medikamente nehmen muss, woran man sich- wie ich - aber doch gewöhnen kann.

Viele Grüße

Hermann

Hallo alle zusammen!

Erstmal herzlichen Dank an die super Antworten!

Noch ein paar kleine Frage:

Wenn ein Epileptiker ein Medikament kriegt und das auch gut eingestellt ist und er es immer brav einnimmt, ist man dann völlig frei von Anfällen?

Und noch eine zu den leichteren Arten von Anfällen: Ein Bekannter hat mir mal erzählt, dass sein Bruder sich bei jedem Anfall ausgezogen hat. Anschließend ist er herumgelaufen. Also anscheinend völlig normales Körperschema, normale Bewegungen, nur irrationale Absichten. Und im Fernsehen bei der besagten Sendung hatte ein gefilmter Patient Angst, weil er glaubt sein Fuß brennt. Aber auch völlig „normale“ Reaktionen drauf, also Zurückweichen, Gesichtsausdruck, … Und wieder jemand anderer schreit ganz laut und böse, aber deutsche Sätze mit konkretem Realitätsbezug. Inwieweit ist dabei das Bewusstsein wirklich intakt? Können die Leute sich nachher daran erinnern, was wärend des Anfalls los war? Und kann man als Außenstehender die Leute wieder „zurückholen“?

Danke
Hansi

Hallo Hansi,

Erstmal herzlichen Dank an die super Antworten!

Gern geschehen, man tut, was man kann, um etwaige Unklarheiten und Klisches aus der Welt zu räumen, wenngleich ich nochmals betone, dass ich hier in meiner Eigenschaft als Epileptiker schreibe und dabei KEIN Arzt bin und auch sonst keine professionellen med. Kenntnisse habe. Hast du eigentlich täglich mit einem Epilepsiekranken zu tun?

Noch ein paar kleine Frage:

Nur zu…

Wenn ein Epileptiker ein Medikament kriegt und das auch gut
eingestellt ist und er es immer brav einnimmt, ist man dann
völlig frei von Anfällen?

Also nur weil ein Epileptiker brav sein Medikament nimmt, wie du es so treffend beschreibst, ist das wahrscheinlich und meiner Meinung nach noch keine Garantie dafür, dass er keine Anfälle bekommt. Als Epileptiker muss ich einmal im Jahr zum EEG- Hirnstrommessen.
Dieses EEG ist aussagekräftig. Wenn das ok ist, dann können Epileptiker auch Dinge tun, die man ihnen vielleicht nicht so ohne weiteres zutrauen würde- Auto fahren z.B… Klar, nicht jeder Epileptiker darf es, es kommt halt drauf an, wie das EEG so aussieht und wie gut eben das Medikament wirkt. Bei den meisten dürfte das aber meiner Einschätzung nach möglich sein. Es ist allerdings vorausgesetzt, dass der Patient schon 2 Jahre ohne Anfall lebt und einen soliden Lebenswandel führt.

Das bedeutet für jeden Epileptiker I-M-M-E-R: K-E-I-N-E-N ALKOHOL und A-U-S-R-E-I-C-H-E-N-D SCHLAF!!! Daher gilt ein Epileptiker auch bei der Agentur für Arbeit entweder als Reha- Fall bzw. als jemand mit etlichen Einschränkungen bei der Vermittlungsaussicht. So darf ein Epileptiker keine Arbeit an freilaufenden Maschinen zu verrichten, und er darf keinen Schichtdienst machen. Damit fallen viele Handwerksberufe flach; ich wäre z.B. gerne Tischler geworden. Epileptiker gelten auch als chronisch krank im Sinne der neuen Regelung seit der Einführung der 10 Euro- Praxisgebühr (1% also statt der 2% für nicht chronisch Kranke). Nebenbei: Das alles hat rein informativen Charakter, damit will ich hier nicht eine wie auch immer geartete Mitleidstour fahren!

Doch zurück zu Alkohol und mangelndem Schlaf: Beide Faktoren können Anfälle hervorrufen oder begünstigen. Meinen ersten Anfall hatte ich nach durchzechter Nacht mit 19 (ich bin heute 44 und nehme seit 13 Jahren Medikamente gegen die Epilepsie).

Und noch eine zu den leichteren Arten von Anfällen: Ein
Bekannter hat mir mal erzählt, dass sein Bruder sich bei jedem
Anfall ausgezogen hat. Anschließend ist er herumgelaufen. Also
anscheinend völlig normales Körperschema, normale Bewegungen,
nur irrationale Absichten.

Also ich wage zu bezweifeln, dass er Epilepsie hat, aber sicher kann ich das natürlich nicht sagen, da ich kein Arzt bin. Geh doch einfach mal in eine neurologische Praxis und trage dein Anliegen vor. Vielleicht schiebst du einen E.- Kranken vor, mit dem du (z.B. auf der Arbeit) zu tun hast, der aber über seine Krankheit nicht weiter reden will (im Grunde gibts auch nicht so wirklich viel was zu zu sagen). Nun willst du dich schlau machen. Jeder Neurologe hat allerlei Infomaterial- kostenlos- für seine Patienten auf Lager. Da wird er dir sicher was von geben… Neurologen sind wohl froh darüber, wenn ein paar Aufgeklärte mehr auf Gottes weiter Welt herumlaufen.

Und im Fernsehen bei der besagten
Sendung hatte ein gefilmter Patient Angst, weil er glaubt sein
Fuß brennt. Aber auch völlig „normale“ Reaktionen drauf, also
Zurückweichen, Gesichtsausdruck, … Und wieder jemand anderer
schreit ganz laut und böse, aber deutsche Sätze mit konkretem
Realitätsbezug.

Das klingt mir eher nach Tourette (wobei ich jetzt noch nicht mal weiß, wie es richtig geschrieben wird), aber da bin ich mir wirklich auch nicht sicher und will auf keinen Fall einem Tourette- Kranken hier falsch etikettieren.

Inwieweit ist dabei das Bewusstsein wirklich
intakt? Können die Leute sich nachher daran erinnern, was
wärend des Anfalls los war? Und kann man als Außenstehender
die Leute wieder „zurückholen“?

Also das Bewußtsein ist bei einem großen epileptischen Anfall (grand mals) absolut weg. Unkontrollierte Bewegungen, u.U. Zungenbiss, ein paar Minuten dauert es und dann ist man- nach einem traumlosen, toten Schlaf von vielleicht einer halben Stunde- wieder „da“, was bedeutet, dass das Bewusstsein wieder funktioniert. Es gibt keine Erinnerung daran, was man während des Anfalls getan hat- insofern: unschuldig im Sinne des Gesetzes :wink:.
Nach dem Anfall ist man ziemlich erschöpft- der Körper leistet während eines Anfalls ziemliche Höchstarbeit- und zu nix weiter in der Lage. Im Regelfall will man dann schlafen.

Also du selbst kannst eigentlich nix weiter tun für einen, der gerade krampft. Du kommst gegen die Kräfte, die ein Epilepsiekranker entwickelt, nicht an. Als Beispiel: Ich lag mal bei einem Anfall im Bett und hatte mir- wie gesagt: liegend!- ein paar Wirbelkörper und etliche Rippen gebrochen :frowning:.
Wenn du ihn zudeckst, dann hast du einen guten Dienst erwiesen, im Regelfall friert man nämlich beim Aufwachen. Wenn du es schaffst, den Krampfenden in eine Richtung zu drehen, wo er weich hinfällt- noch besser! Aber mehr ist meiner Meinung nach nicht drin. Näheres Infomaterial beim Neurologen oder schau doch einfach mal im Netz; es dürfte auch hier genügend professionelles Material geben. Es haben ja schließlich viele Neuros eine Internetseite :wink:.

Viele Grüße

Hermann

Hi!

Gern geschehen, man tut, was man kann, um etwaige Unklarheiten
und Klisches aus der Welt zu räumen, wenngleich ich nochmals
betone, dass ich hier in meiner Eigenschaft als Epileptiker
schreibe und dabei KEIN Arzt bin und auch sonst keine
professionellen med. Kenntnisse habe. Hast du eigentlich
täglich mit einem Epilepsiekranken zu tun?

Nein, überhaupt nicht. Aber die Sendung im Fernsehen hat mich jetzt neugierig gemacht, mich fundiert zu informieren.

Doch zurück zu Alkohol und mangelndem Schlaf: Beide Faktoren
können Anfälle hervorrufen oder begünstigen. Meinen ersten
Anfall hatte ich nach durchzechter Nacht mit 19 (ich bin heute
44 und nehme seit 13 Jahren Medikamente gegen die Epilepsie).

Aha. Nochmal ganz konkret die Frage: Wenn die Medikamente passen, das EEG passt und der Alltag keine Auslöser enthält, sind Epileptiker dann völlig frei von Anfällen? Oder können Anfälle nie ganz vermieden werden?

Inwieweit ist dabei das Bewusstsein wirklich
intakt? Können die Leute sich nachher daran erinnern, was
wärend des Anfalls los war? Und kann man als Außenstehender
die Leute wieder „zurückholen“?

Also das Bewußtsein ist bei einem großen epileptischen Anfall
(grand mals) absolut weg.

Und wie ist es bei einem kleinen epileptischen Anfall, wenn die Leute also noch Reden und sich kontrolliert bewegen?

Also du selbst kannst eigentlich nix weiter tun für einen, der
gerade krampft. Du kommst gegen die Kräfte, die ein
Epilepsiekranker entwickelt, nicht an. Als Beispiel: Ich lag
mal bei einem Anfall im Bett und hatte mir- wie gesagt:
liegend!- ein paar Wirbelkörper und etliche Rippen gebrochen

(.

Das geht? Mit Muskelkraft die eigenen Knochen brechen?

Bye
Hansi

Hallo Hansi,

Gern geschehen, man tut, was man kann, um etwaige Unklarheiten
und Klisches aus der Welt zu räumen, wenngleich ich nochmals
betone, dass ich hier in meiner Eigenschaft als Epileptiker
schreibe und dabei KEIN Arzt bin und auch sonst keine
professionellen med. Kenntnisse habe. Hast du eigentlich
täglich mit einem Epilepsiekranken zu tun?

Nein, überhaupt nicht. Aber die Sendung im Fernsehen hat mich
jetzt neugierig gemacht, mich fundiert zu informieren.

Also ich habe letztens auch eine Sendung gesehen, da ging es aber um Tourette- Kranke, genauer gesagt um einen Jungen, der Tourette hatte. Der hatte unkontrollierte Bewegungen, war aber immer bei Bewusstsein dabei! Du bist aber sicher, dass du eine Sendung über Epilepsie gesehen hast? Ich frage so dämlich daher, weil ich in einem deiner letzten Postings schon den Eindruck hatte, dass du keine Sendung über Epilepsie gesehen hast, sondern über was anderes- weiß der Teufel, über was. Oder aber du hast da irgendwas grundlegendes verwechselt.

Doch zurück zu Alkohol und mangelndem Schlaf: Beide Faktoren
können Anfälle hervorrufen oder begünstigen. Meinen ersten
Anfall hatte ich nach durchzechter Nacht mit 19 (ich bin heute
44 und nehme seit 13 Jahren Medikamente gegen die Epilepsie).

Aha. Nochmal ganz konkret die Frage: Wenn die Medikamente
passen, das EEG passt und der Alltag keine Auslöser enthält,
sind Epileptiker dann völlig frei von Anfällen? Oder können
Anfälle nie ganz vermieden werden?

Wenn das alles passt, dann gibt’s meiner bescheidenen Meinung nach auch keine Anfälle; schließlich ist es sogar gesetzlich erlaubt, dass ich z.B. Auto fahre. Mit 100% iger Sicherheit kann ICH dazu aber nichts sagen, bin halt kein Neurologe. Wäre ja schön, wenn sich ein Neurologe hier mal einklinken würde, um diesen Punkt abzusichern oder zu widerlegen :smile:.
Ich tippe aber mal sehr, dass ein Neurologe nur aufgrund des EEGs schon sicher sagen kann, ob es eine Wahrscheinlichkeit gibt, dass ein Anfall auftritt oder nicht. Immer natürlich unter der Bedingung, dass der Kranke einen soliden Lebenswandel hat und (brav, brav :smile:) seine Medikamente nimmt. Setzt er einmal damit aus, riskiert er /sie einen Anfall. Mein letzter Anfall liegt 9 Jahre zurück und geschah, weil ich meine Medikamente vergessen habe einzunehmen :frowning:.

Inwieweit ist dabei das Bewusstsein wirklich
intakt? Können die Leute sich nachher daran erinnern, was
wärend des Anfalls los war? Und kann man als Außenstehender
die Leute wieder „zurückholen“?

Also das Bewußtsein ist bei einem großen epileptischen Anfall
(grand mals) absolut weg.

Und wie ist es bei einem kleinen epileptischen Anfall, wenn
die Leute also noch Reden und sich kontrolliert bewegen?

Also das ist meiner Ansicht nach kein Symptom bei Epilepsie, was du hier beschreibst, sondern eine andere neurologische Störung, keine Ahnung, welche. Bei einem normalen epileptischen Anfall redet man nix und es gibt auch keine kontrollierten Bewegungen, sondern eben- wie der Name schon sagt- nur krampfen (daher ja Krampfanfall).

Ich habe in einem Posting geschrieben, dass es diese Einschlafepilepsien bei jedem Menschen gibt, müsstest du also auch kennen. Diese Unterscheidung ist mir bekannt. Möglicherweise erzählen darüber die Neurologen immer dem Patienten was, um ihn nicht in eine allzu pathologische Ecke zu stellen (damit der Patient keine Mitleidstour beginnt :wink:). Nach dem Motto: „Sehen sie, sie haben zwar jetzt Epilepsie (o grausiges und grässliches Wort) aber in kleiner Ausprägung hat das jeder…“ Das Zeug, was man hinsichtlich Epilepsie gefragt wird, ist manchmal schon so, dass es an Beleidigung grenzt, aber im Laufe der Jahre lernt man schließlich damit zu leben; kommt auch nicht allzuhäufig vor.

Also du selbst kannst eigentlich nix weiter tun für einen, der
gerade krampft. Du kommst gegen die Kräfte, die ein
Epilepsiekranker entwickelt, nicht an. Als Beispiel: Ich lag
mal bei einem Anfall im Bett und hatte mir- wie gesagt:
liegend!- ein paar Wirbelkörper und etliche Rippen gebrochen

(.

Das geht? Mit Muskelkraft die eigenen Knochen brechen?

Kein Problem! Arnold ist ein Schwächling gegen einen Krampfenden :wink:. Und dieses Knochen brechen geschieht noch nicht mal dadurch, dass ich mir selbst unkontrolliert auf die Knochen schlage!
Die Rippen sind überdies nicht allzu dick, da ist es kein Problem; kenne ich vom Kampfsport, da muss der Schlag noch nicht mal besonders fest sein, um eine Rippe zu brechen (heilt auch rasch wieder zusammen). Aber ein Wirbelkörper ist eigentlich schon ein recht stabiles Teil; geht aber- wie gesagt- zu brechen während eines Anfalls.

Viele Grüße

Hermann

Hallo Hermann!

… Ich frage so dämlich
daher, weil ich in einem deiner letzten Postings schon den
Eindruck hatte, dass du keine Sendung über Epilepsie gesehen
hast, sondern über was anderes- weiß der Teufel, über was.
Oder aber du hast da irgendwas grundlegendes verwechselt.

Hehe, erwischt. :smile: Das war Welt der Wunder und sie hatten einen besonders spektakulär gestalteten Beitrag über eine Teufelsaustreibung (in den 1970er Jahren glaubi) gezeigt. Der Beitrag war einerseits wie gesagt sehr spektakulär (statt informativ) und andererseits sehr anschuldigend der katholischen Kirche gegenüber. Jedenfalls war dann (neben: „Kirche ist das böseste überhaupt“) auch noch die Quintessenz „die Kirche ist schuld dass eine Epilepsie ignoriert wurde und eine junge Frau gequält wurde, hängt sie!!“ Naja, der übliche „Psychologie“ hat natürlich sofort aus Tonbandaufnahmen eine Epilepsie diagnostiziert und nochmal angeschuldigt. Um hier aus dem Psychologen-Brett die Thematik Kirche rauszuhalten, hab ich halt nur von der Epilepsie gesprochen. Mal sehen, ob sich jetzt jemand findet, der sich genötigt fühlt, in die Kerbe von Welt der Wunder zu schlagen. :-p

Ich tippe aber mal sehr, dass ein Neurologe nur aufgrund des
EEGs schon sicher sagen kann, ob es eine Wahrscheinlichkeit
gibt, dass ein Anfall auftritt oder nicht. Immer natürlich
unter der Bedingung, dass der Kranke einen soliden
Lebenswandel hat und (brav, brav :smile:) seine Medikamente nimmt.
Setzt er einmal damit aus, riskiert er /sie einen Anfall. Mein
letzter Anfall liegt 9 Jahre zurück und geschah, weil ich
meine Medikamente vergessen habe einzunehmen :frowning:.

Aha, verstehe. Das ist eine gute Nachricht, dass die Anfälle völlig ausbleiben.

Und wie ist es bei einem kleinen epileptischen Anfall, wenn
die Leute also noch Reden und sich kontrolliert bewegen?

Also das ist meiner Ansicht nach kein Symptom bei Epilepsie,
was du hier beschreibst, sondern eine andere neurologische
Störung, keine Ahnung, welche. Bei einem normalen
epileptischen Anfall redet man nix und es gibt auch keine
kontrollierten Bewegungen, sondern eben- wie der Name schon
sagt- nur krampfen (daher ja Krampfanfall).

Anja und Idomeneo haben von generalisierten und fokalen Epilepsien gesprochen. Bei letzteren bleibt das Bewusst sein aber anscheinend schon erhalten. Ok, ich werd mich noch weiter informieren, wie die Leute das dann erleben.

Nochmal Danke für deine vielen interessanten Antworten!

Bye
Hansi

Hallo Hansi,

oops, jetzt wird der Faden hier schon dicht gemacht. Schade eigentlich.

… Ich frage so dämlich
daher, weil ich in einem deiner letzten Postings schon den
Eindruck hatte, dass du keine Sendung über Epilepsie gesehen
hast, sondern über was anderes- weiß der Teufel, über was.
Oder aber du hast da irgendwas grundlegendes verwechselt.

Hehe, erwischt. :smile: Das war Welt der Wunder

Hm, die haben eigentlich ja einen ganz seriösen Anstrich, seh ich auch ab und an. Letztens lief was über Kampfsport und Shaolin Mönche.

und sie hatten
einen besonders spektakulär gestalteten Beitrag über eine
Teufelsaustreibung (in den 1970er Jahren glaubi) gezeigt.

Da könnte natürlich auch ein Zusammenhang mit Epilepsie hergestellt worden sein. Die Leute waren ja in entsprechenden Zeiten einfach nur „besessen“; in den 70ern gab’s allerdings schon Mittel gegen Epilepsie, auch das Carbamazepin.

Der
Beitrag war einerseits wie gesagt sehr spektakulär (statt
informativ) und andererseits sehr anschuldigend der
katholischen Kirche gegenüber.

Was meiner Meinung nach kein großer Schaden ist :wink:. Die kath. Kirche machte und macht immer noch genügend Mist.

Jedenfalls war dann (neben:
„Kirche ist das böseste überhaupt“) auch noch die Quintessenz
„die Kirche ist schuld dass eine Epilepsie ignoriert wurde und
eine junge Frau gequält wurde, hängt sie!!“

Na ja, bei allem Respekt vor sozialer Tätigkeit, die die Kirche auch ausübt, aber der Kirche - und gerade der kath. Kirche- traue ich dererlei durchaus zu. Es kommt auch drauf an, ob es eine geschichtliche Betrachtung war, wie ich mal annehme, oder sich heute abspielte.
Definitiv steht aber fest, dass es Epileptiker eigentlich erst seit ein paar Jahrzehnten einigermaßen gut haben. Sie haben zwar die Erkrankung, aber seit 1961 gibt es z.B. das Cabamazepin, was wohl recht viele bekommen. Auch die Hirnchirurgie ist besser als vor 100 Jahren. Na ja, und was zu Hitlers Zeiten mit Epileptikern gemacht wurde, muss wohl nicht extra ausgeführt werden, denke ich.

Naja, der übliche
„Psychologie“ hat natürlich sofort aus Tonbandaufnahmen eine
Epilepsie diagnostiziert und nochmal angeschuldigt. Um hier
aus dem Psychologen-Brett die Thematik Kirche rauszuhalten,
hab ich halt nur von der Epilepsie gesprochen.

Ich habe auch schon dran gedacht, ob man es nicht besser im med. Brett gepostet hätte. Da verirrt sich dann auch mal ein Neurologe hin.

Mal sehen, ob
sich jetzt jemand findet, der sich genötigt fühlt, in die
Kerbe von Welt der Wunder zu schlagen. :-p

Na ja, der Faden scheint dichtgemacht zu werden.

Ich tippe aber mal sehr, dass ein Neurologe nur aufgrund des
EEGs schon sicher sagen kann, ob es eine Wahrscheinlichkeit
gibt, dass ein Anfall auftritt oder nicht. Immer natürlich
unter der Bedingung, dass der Kranke einen soliden
Lebenswandel hat und (brav, brav :smile:) seine Medikamente nimmt.
Setzt er einmal damit aus, riskiert er /sie einen Anfall. Mein
letzter Anfall liegt 9 Jahre zurück und geschah, weil ich
meine Medikamente vergessen habe einzunehmen :frowning:.

Aha, verstehe. Das ist eine gute Nachricht, dass die Anfälle
völlig ausbleiben.

Vor 50 Jahren noch wäre das schätzungsweise nicht drin gewesen. Es war auch mal „Mode“, Epileptiker zu lobotomieren (= einen Teil des Gehirns zu entfernen), in der HOffnung, dass die Anfälle ausbleiben. Geschah auch manchmal, allerdings waren die Leute hinterher nicht mehr sie selbst :frowning:. Außerdem steht heute fest, dass durch Entfernung von Tumoren ebenfalls Epilepsie entstehen kann. Der Bruder meiner Freundin muss auch Mittel gegen Anfälle nehmen, und da ist die Ursache die Narbenbildung einer Hirnoperation, die allerdings notwendig war, da eben ein Tumor entfernt wurde.

Und wie ist es bei einem kleinen epileptischen Anfall, wenn
die Leute also noch Reden und sich kontrolliert bewegen?

Also das ist meiner Ansicht nach kein Symptom bei Epilepsie,
was du hier beschreibst, sondern eine andere neurologische
Störung, keine Ahnung, welche. Bei einem normalen
epileptischen Anfall redet man nix und es gibt auch keine
kontrollierten Bewegungen, sondern eben- wie der Name schon
sagt- nur krampfen (daher ja Krampfanfall).

Anja und Idomeneo haben von generalisierten und fokalen
Epilepsien gesprochen. Bei letzteren bleibt das Bewusst sein
aber anscheinend schon erhalten. Ok, ich werd mich noch weiter
informieren, wie die Leute das dann erleben.

Die Unterscheidung ist mir neu.

Nochmal Danke für deine vielen interessanten Antworten!

Nix zu danken. Ich hoffe, du denkst noch genauso nach dieser letzten Email. Unsere Auffassung der kath. Kirche gegenüber scheint ja recht unterschiedlich zu sein, oder ich habe was gänzlich falsch verstanden.

Viele Grüße

Hermann

PS:
Wenn du willst, kannst du mir auch mailen. Hat schließlich wenig Sinn, hier ins Brett nochmal zu posten, wenn der Faden dichtgemacht wird.

Kurze Anmerkung oT
Hiho,

oops, jetzt wird der Faden hier schon dicht gemacht. Schade
eigentlich.

Neinein, der Thread wird nicht „dichtgemacht“. Er verschwindet nur so langsam im Archiv, weil das erste Posting schon alt ist. Das geschieht nach und nach: Sobalb ein neues Posting gepostet wird, wird dafür das älteste im Brett ins Archiv „geschoben“.

Da Deinletztes Posting des Threads aber ganz frisch ist, könnt Ihr gerne nach Herzenslust weiter diskutieren, das verschwindet erst ganz spät. :smile:

Liebe Grüße,
Nike (Mod, die hier nix dichtgemacht hat *g*)

Hi!

Vor 50 Jahren noch wäre das schätzungsweise nicht drin
gewesen. Es war auch mal „Mode“, Epileptiker zu lobotomieren
(= einen Teil des Gehirns zu entfernen), in der HOffnung, dass
die Anfälle ausbleiben. Geschah auch manchmal, allerdings
waren die Leute hinterher nicht mehr sie selbst :frowning:. Außerdem
steht heute fest, dass durch Entfernung von Tumoren ebenfalls
Epilepsie entstehen kann. Der Bruder meiner Freundin muss auch
Mittel gegen Anfälle nehmen, und da ist die Ursache die
Narbenbildung einer Hirnoperation, die allerdings notwendig
war, da eben ein Tumor entfernt wurde.

Mhm, über Lobotomie hab ich auch schon was gehört, allerdings im Zusammenhang mit starken Angststörungen. Tumoroperationen: wundert mich nicht sehr, weils ja auch organische „Schäden“ am Gehirn sind. Vielleicht können Tumore vor der Entfernung auch Epilepsie auslösen.

Die Unterscheidung ist mir neu.

Aha, ich werd mal im Medizin-Brett nachfragen. Danke für den Hinweis.

Bye
Hansi

Hallo Nike,

oops, jetzt wird der Faden hier schon dicht gemacht. Schade
eigentlich.

Neinein, der Thread wird nicht „dichtgemacht“.

Oops, ja, ich habe mich etwas falsch ausgedrückt, ich weiß, dass er im Archiv verschwindet. Ist nur somit unpraktisch, weil ich die Diskussionen, an denen ich beteiligt bin, als Artikelbaum normalerweise herunterladen kann. Wenn ein Teil davon im Archiv ist, geht das eben nicht mehr :frowning:.

Er verschwindet
nur so langsam im Archiv, weil das erste Posting schon alt
ist. Das geschieht nach und nach: Sobalb ein neues Posting
gepostet wird, wird dafür das älteste im Brett ins Archiv
„geschoben“.

Da Deinletztes Posting des Threads aber ganz frisch ist, könnt
Ihr gerne nach Herzenslust weiter diskutieren, das
verschwindet erst ganz spät. :smile:

Danke, das ist auch schon was!

Liebe Grüße,
Nike (Mod, die hier nix dichtgemacht hat *g*)

Auch von mir liebe Grüße

Hermann :smile:

Hi,

Vor 50 Jahren noch wäre das schätzungsweise nicht drin
gewesen. Es war auch mal „Mode“, Epileptiker zu lobotomieren
(= einen Teil des Gehirns zu entfernen), in der HOffnung, dass
die Anfälle ausbleiben. Geschah auch manchmal, allerdings
waren die Leute hinterher nicht mehr sie selbst :frowning:. Außerdem
steht heute fest, dass durch Entfernung von Tumoren ebenfalls
Epilepsie entstehen kann. Der Bruder meiner Freundin muss auch
Mittel gegen Anfälle nehmen, und da ist die Ursache die
Narbenbildung einer Hirnoperation, die allerdings notwendig
war, da eben ein Tumor entfernt wurde.

Mhm, über Lobotomie hab ich auch schon was gehört, allerdings
im Zusammenhang mit starken Angststörungen.

Ja, in den finsteren Jahren der Hirnchirurgie wurde so gut wie alles versucht auf diesem Wege zu behandeln. Zum Glück ist man davon abgekommen und behandelt Angststörungen etc. heutzutage meist zumindest auch mit Psychotherapie.

Tumoroperationen:
wundert mich nicht sehr, weils ja auch organische „Schäden“ am
Gehirn sind. Vielleicht können Tumore vor der Entfernung auch
Epilepsie auslösen.

Ja, letzteres mag durchaus sein, vor allem, wenn der Tumor schon recht groß ist.

Viele Grüße

Hermann