unsere Hündin hatte letzten Freitag ihren ersten epileptieschen Anfall.Sie hat erst am ganzen Körper gezittert und als wir beim Tierarzt waren hat sie wie wild um sich gebissen und hatte keine Kontrolle mehr über sich selbst. Der Tierarzt sagte sie hatten einen „Status Epileptiekus“ an dem sie hätte sterben können. Seit Samstag bekommt sie Luminaltabletten. Allerdings ist sie seitdem ganz schön schlapp. Außerdem steht auf der Packungsbeilage das Leber-und Nierenschäden gerne als Nebenwirkungen von diesen Tabletten sind.
Wie hoch ist das Risiko das solche Nebenwirkungen auftreten?
Wie verläuft ein „normaler“ Anfall? Beißt der Hund immer umsich?
zu den Nebenwirkungen kann ich leider nichts sagen, da ich keinen Hund so genau kenne der Epilepsie hat.
Einen „normalen“ Anfall kann ich dir leider nicht beschreiben, denn den gibt es nicht. Es gibt viele verschiedene Arten von epileptischen Anfällen. Beim Menschen gibt es da schon viele und ich denke beim Hund ist es nicht anders.
Ich habe bisher nur zwei Anfälle beim Hund erlebt, das eine war so würde ich es übertragen, ein Grand Mal, der Hund hat erst vor sich hingeschaut und nicht mehr reagiert, hat gezittert und hat dann fürchterlich zu krampfen angefangen. Der Anfall war aber innerhalb weniger Minuten vorbei.
Der zweite Anfall war eher wie eine Absence, also ein vor sich hinstarren und verharren. Das dauerte nur ein paar wenige Sekunden.
Bei meinem Hund gab es auch mal einen Verdacht auf Epilepsie, weil ich eine Art Absence und so ein Zittern seines Kopfes mehrere Male beobachtet habe. Hat sich aber dann nicht bestätigt.
Ein Status epilepticus ist im übrigen sehr gefährlich und deshalb ist es auch so wichtig, dass die Medikamente gut eingestellt sind. Erst letzte Woche ist im Krankenhaus ein Patient daran gestorben, weil alle Gegenmaßnahmen nichts mehr geholfen haben.
Ich hoffe ich konnte dir mit meinem vielen Geschriebenen ein wenig weiter helfen. Und nun drücke ich die Daumen, dass dein Hund keine Anfälle mehr bekommt und die Nebenwirkungen bei dir nicht zutreffen.
Der Unterschied zwischen einem normalen Anfall und einem status epilepticus ist im wesentlichen der, daß ein normaler Anfall nach sehr kurzer Zeit (Sekunden bis Minute) aufhört und bis zum nächsten Anfall längere Zeit vergeht.
Unter status epilepticus versteht man dagegen Krämpfe, die nicht aufhören oder innerhalb kurzer Zeit wiederkehren. Und eben dieser Dauerkrämpf ist lebensgefährlich, ist immer ein hochakuter Notfall, aus dem eine Narkosespritze (erschlafft die Muskulatur) des TA heraushelfen kann.
Wie verläuft ein „normaler“ Anfall? Beißt der Hund immer
umsich?
Das kann von einem leichten Zittern, über winseln und im Kreis laufen bis zu Beißen und Bewußtlosigkeit alles beinhalten. Es ist nicht vorherzusagen. Allerdings treten die Anfälle bei dem selben Tier normalerweise mit den selben Symptomen auf.
Epilepsie kann „einfach so“ auftreten, kann aber auch durch Unfall (Kopfprellung) oder Entzündung im Hirn verursacht werden.
Die Möglichkeit einer Prellung (z.B. Autounfall) kannst du beurteilen.
Eine entzündliche Ursache kann in der Klinik untersucht werden. Dazu wird etwas Liquor (Gehirnflüssigkeit) entnommen und untersucht. Wird eine Entzündung festgestellt, kann diese behandelt werden.
Wie hoch ist das Risiko das solche Nebenwirkungen auftreten?
Das kann man nicht allgemein sagen, weil es von der Organgesundheit und von der Organanfälligkeit abhängt und auch vom Medikament zu Medikament verschieden ist.
Dein TA und die Packungsbeilage sollten Aufschluß darüber geben können, ob das Medikament viel oder wenig Nebenwirkungen hat, was aber nicht individuell auf deinen Hund auch zutreffen muß.
Zum Schluß möchte ich noch bemerken, daß Epilepsie häufig sehr gut auf klassische Homöopathie anspricht. Wenn keine Entzündung festgestellt wird, würde es sich lohnen darüber nachzudenken.
ich habe bei meinem Hund mehrere Anfälle miterleben müssen, die immer nach dem gleichen Schema abliefen.
Plötzliches Umfallen, totales Verkrampfen, Zittern, Blasenentleerung. Das ganze hat nur eins oder zwei Minuten, es kam mir zwar wie eine Ewigkeit vor, gedauert. Danach war mein Knuffel immer total fertig und ich konnte die ersten 10 Minuten nicht zu ihm, weil es zu gefährlich war. Er war so verwirrt, dass er mich nicht erkannte und um sich gebissen hat. Da er ein großer Hund war bin ich mit meinem damaligen 2jährigen Sohnemann regelrecht geflüchtet, damit nichts passiert.
Das ganze ist jetzt 9 Jahre her und damals erklärte mir der Tierarzt, dass Epilepsie beim Hund noch nicht erforscht sei und man nur auf die Erfahrungen an Menschen zurückgreifen könne. Er bekam Tabletten, die überhaupt nicht anschlugen. Statt ruhig zu werden wurde er richtig aufgekratzt. Zum Schluss wurden die Anfälle immer häufiger, bis er in einen Dauerepiletischen Anfall verfiel und nicht mehr rauskam. Er hatte danach irreparable Schäden am Hirn und musste eingeschläfert werden.
Ich denke aber, dass in den letzten Jahren die Forschung hier Fortschritte gemacht hat und ich wünsche Dir ganz fest, dass Deine Hündin geholfen werden kann.
Viele Grüße
Simone
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unser Hund hat ebenfalls Epilepsie und bekommt deswegen schon seit etwa sechs Jahren Luminal (zeitweise in Kombination mit einem Brompräparat).
In der Anfangszeit war er auch sehr schlapp; wenn es sich nach einer Gewöhnungsphase von etwa zwei, drei Wochen nicht bessert, solltest Du eventuell nach Rücksprache mit dem Tierarzt die Dosis etwas reduzieren. Hunde sprechen sehr unterschiedlich auf das Präparat an, und auch im weiteren Verlauf muss die Dosis mitunter noch öfter verändert werden.
Nebenwirkungen hat es bei unserem alten Herren bislang noch keine gegeben (er ist jetzt 11 und immer noch in Bestform); allerdings war er nie über einen wirklich langen Zeitraum völlig anfallsfrei. Die Anfälle, die er unter Medikamentengabe hat, sind aber deutlich harmloser als die zu Beginn der Erkrankung - er ist ganz offenkundig ansprechbar und läßt sich durch Streicheln und Körpernähe beruhigen.
unsere Hündin hatte letzten Freitag ihren ersten
epileptieschen Anfall.
Hallo Christine,
zur Ergänzung dessen was schon gesagt wurde: es ist sicher auch ein Anteil Psychosomatik im Spiel. Ein Bekannter hatte einige Jahre einen ehemaligen Problemhund aus dem Tierheim, der unter solchen Anfällen litt. Musste er mal verreisen und den Hund für 1 oder 2 Tage wieder ins Tierheim geben, wurden die Anfälle viel schlimmer, hatte er Urlaub und konnte sich den ganzen Tag um den Hund kümmern, verschwanden sie fast ganz.
Das gibt ja auch Hoffnung: vielleicht kann man dem Hund mit viel Zuwendung helfen. Das meine ich jetzt medizinisch, ansonsten gilt das ja sowieso immer und überall.
unser Hund hatte auch Epilepsi und ist leider auch mit 6 Jahren an den Folgen gestorben.
Welche Tabletten er damals bekommen hat, weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass Sie, wenn Menschen die Einnehmen tötlich sein können.
(Meiine Mutter war mal so schlau Morgens und hat die statt Asperin geschluckt!)
Die Erfahrung mit unserem Hund ist, dass er seit dem immer Hunger hatte und nach jedem Anfall viel Zuwendung gebraucht hat. Außerdem hat unser Tierarzt damals gesagt, wir sollen bei einem Anfall ein Kissen unter den Kopf schieben und wenn wir können, gucken, dass er sich nicht auf die Zunge beißt (eventuell stöckchen oder so in den Mund).
Außerdem hatten wir noch Spritzen, dass wenn der Anfall länger als 3 Minuten dauert, wir mit Valium das ganze beenden, damit keine schweren Schäden zurück bleiben.
Ich wünsche dir viel kraft, denn die wirst du brauchen…sein tier leiden zu sehen ist schwer!
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