Epileptischer Anfall durch Mg-Mangel?

Hallo,

gibt es Studien oder Hinweise darauf das ein chronischer
Magnesiummangel einen epileptischen Anfall verursachen oder
begünstigen kann? Weiß da jemand was zu ?

Danke und Gruß,

Oliver

Hallo Oliver

gibt es Studien oder Hinweise darauf das ein chronischer
Magnesiummangel einen epileptischen Anfall verursachen oder
begünstigen kann? Weiß da jemand was zu ?

Das kommt drauf an, was Du unter „epileptischer Anfall“ verstehst. Eine echte Epilepsie ist neurologisch, inwiefern das mit dem Magnesiumspiegel zu tun hat, weiss ich nicht, denke aber kaum, dass nur Mg-Mangel allein sowas auslösen kann.
Da allerdings Mg-Mangel Krämpfe auslösen kann, könnte dazwischen ein Zusammenhang bestehen, allerdings spricht man hier von einem Mg-Mangelsyndrom. Allerdings sind die Symptome nicht wirklich ähnlich einer Epilepsie.
Folgendes steht dazu im Roche Lexikon:
Magnesiummangelsyndrom, hypomagnesemia syndrome
Elektrolytmangelsyndrom infolge ungenügender Magnesiumzufuhr (z.B. bei einseitiger Ernährung, Infusionstherapie) oder -resorption (z.B. bei chronischen Durchfällen, Malabsorptionssyndrom) sowie bei Magnesiumverlusten mit dem Harn (z.B. bei Diuretikatherapie) (s.a. Hypomagnesiämie), ferner bei Neugeborenen-Tetanie. KLINIK: äußert sich v.a. in grobschlägigem Tremor, Krämpfen (evtl. Tetanie), athetoiden u. choreiformen Bewegungen, epileptiformen Anfällen, Verwirrtheit, Schwäche, Gereiztheit, Herzrhythmusstörungen, Durchblutungsstörungen (auch der Koronarien; mit Tachy- u. Stenokardie); führt zu Myokardfibrose, Nephrose, Magen-Darm-Geschwüren, Kardiospasmus. – Bei Feten Wachstumsverzögerung, evtl. Fehlgeburt.

Hoffe, das hilft Dir.
Gruss Pascal

Hi Oliver.

http://www.thieme-connect.com/ejournals/abstract/akt…

MfG
Toni

Hallo Toni,

auch wenn ich nicht der Fragesteller bin - danke für den interessanten Link!

Hieraus ergibt sich die Frage, ob man durch die Einnahme von in der Drogerie erhältlichen Magnesium-Nahrungsergänzungsmitteln epileptische Symptome bei einer bestehenden Erkrankung den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen kann. Ich habe schon mehrmals von Betroffenen gelesen, die auf Mg-Einnahme ergänzend zu ihren Medikamenten schwören und andererseits weiß ich, dass Ärzte häufig skeptisch darauf reagieren.
Ist es wissenschaftlich untersucht, ob die orale Mg-Einnahme auch ohne Vorliegen von Hypomagnesiämie antiepileptisch wirkt?

Viele Grüße,
Anja

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Hallo,

davon hab ich noch nie was gehört.
Es ist doch eher so, dass bei epileptischer Anfällen eine Störung im Kalziumstoffwechsel der Nervenzellen aus vielfältigen Ursachen vorliegt. Der Kontrollmechanismus der Zellen ist gestört und sie lassen unkontrolliert mehr Kalzium in die Nervenzellen hinein als benötigt wird. Also die Zellen werden regelrecht mit Kalzium überschwemmt. Das löst dann diesen Anfall aus.
Epileptiker werden dann mit Medikamenten behandelt, die auf den Kalziumstoffwechsel einwirken. Das hat dann wieder ungünstige Wirkungen auf das ganze Skelettsystem.

Bei Mangnesiummangel kann es zu Tetanie, Krämpfen, Tremor und Muskelzuckungen kommen.
Getestet kann das u.a. mit dem Chvostek-Zeichen, Beklopfen des Facialisstammes vor dem Ohr, werden.

Gruß Kerstin

Gruß Kerstin

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Hallo Kerstin!

Epileptiker werden dann mit Medikamenten behandelt, die auf
den Kalziumstoffwechsel einwirken. Das hat dann wieder
ungünstige Wirkungen auf das ganze Skelettsystem.

Das ist nun mir schon wieder neu. Es ist zwar so, dass manche (bei weitem nicht alle! andere Angriffspunkte sind Natriumionenkanäle, GABA-Rezeptoren und die glutamerge Signalübertragung) Antiepileptika im Bereich der Ca2+-Kanäle im Zentralnervensystem wirken, und alle Antiepileptika können zu mehr oder minder schweren Nebenwirkungen führen (meist auch im ZNS-Bereich), aber über Schädigungen des Skelettsystems habe ich in diesem Zusammenhang noch nie gehört. Das erscheint mir auch unlogisch, da ich nicht glaube, dass im Skelettsystem die gleichen Ionenkanäle vorliegen wie in Nervenzellen. Soviel ich weiß, greifen die Medikamente ja nicht direkt in den Ionenstoffwechsel ein, sondern blockieren die T-Typ-Calciumionenkanäle. Hast du für deine Aussage vielleicht eine Quelle?

Gruß,
Anja

Aha

Es ist doch eher so, dass bei epileptischer Anfällen eine
Störung im Kalziumstoffwechsel der Nervenzellen aus
vielfältigen Ursachen vorliegt. Der Kontrollmechanismus der
Zellen ist gestört und sie lassen unkontrolliert mehr Kalzium
in die Nervenzellen hinein als benötigt wird. Also die Zellen
werden regelrecht mit Kalzium überschwemmt. Das löst dann
diesen Anfall aus.

Das ist jetzt auch fuer mich sehr interessant. Darf ich fragen woher Du dieses Wissen nimmst?

Epileptiker werden dann mit Medikamenten behandelt, die auf
den Kalziumstoffwechsel einwirken. Das hat dann wieder
ungünstige Wirkungen auf das ganze Skelettsystem.

Stimmt! Ich hab mir bei meinem ersten Grand mal drei Wirbel gebrochen…