Martinus Sorethanus Mariae Animalis S.P.D.
‚talis‘ im nächsten satz?
ist ein vielgesichtiges Wesen, das hannes vom hiesigen Forum viel besser ausleuchten könnte. Eigentlich ein Adjektiv „solch“, aber auch als Indefinitum und adverbartig sich herumtreibend, z.B. in dem Pärchen „talis - qualis“ zu finden, und dichterisch und rhetorisch auch wie „sic“ verwendet.
Hier - „ibique cum pueris ludebat talis“ - würde ich es im Zweifelsfall im deutschen Satz lieber gar nicht wiedergeben, als so eine lateinerdeutsche Schwerfälligkeit wie „… und spielte dort also mit den Buben“ hineinzuladen. Nungut, auxilio veniat Ioannes…!
und wie übersetzt man das ‚perditi‘ im darauffolgenden satz?
Erstmal ist perditus das PPP zu perdere, also „ein Verlorener“. Wird aber auch quasi substantivisch verwendet, als ein moralisch Verlorener, Verkommener. Hier die Form Nominativ Plural, gleich klingend mit dem nur im Maskulinum Singular überhaupt noch erkennbaren Vokativ. Mein geliebter Lateinlehrer Rudi Weiß, zu seiner Zeit noch im „Kasten“ zu Mergentheim zurechtgedengelt, hätte wahrscheinlich nichts dagegen gehabt, sondern im Gegenteil laut hinausgelacht, wenn ich ihm das „perditi“ an dieser Stelle mit „Ihr Gammler!“ oder „Ihr Waidäg!“ oder „Ihr Schlore!“ übersetzt hätte.
Praestat hat hier bloß ein einfaches Akkusativobjekt, in Gestalt des Gerundiums „hoc agere“: „Ist es nicht besser, sowas („dieses“) zu machen, als (…)“ - das „quam“ ist auch ein bissel irreführend, weil mans mit dem Relativpronomen verwechseln kann, und weil es auch sonst so viele Bedeutungen hat.
Und dann kommt als zweites Akkusativobjekt, wieder Gerundium, „rem publicam administrare“: …„als mit Euch zusammen das Staatswesen zu verwalten.“
Vale usque ad proximum occursum - sub conditione Iacobaea…
Martinus Sorethanus