Erbrankheiten

Hallo,

Spiegel-TV berichtete vorhin, dass in Belgien, wenn die Gefahr der Übertragung von Erbkrankheiten besteht, PID gemacht werden darf und auch gemacht wird.

Wenn man dann also eien Embryo einpflanzt, das den Erbkrankheitskeim nicht in sich trägt: Ist das Problem dieser Krankheit für die zukünftigen Nachkommen dieses Kindes nicht mehr existent, oder müssen auch nachfolgende Generationen immer wieder embryonal untersucht werden, wenn man das Problem ausschließen will?

Grüße
Carsten

Hallo

Es handelt sich zumeist nicht um einen „Keim“, der Erbkrankheiten verursacht.
Es gibt die einzige Ausnahmen bei virusbedingten Krankheiten, die normal nicht bemerkt werden können, sich aber in den Genen „einnisten“, bei Stress aber aus den Genen heraus wieder aktiv werden.
Wenn eindeutig genetisch bedingte Krankheiten durch Auswahl von z.B. genetisch gesunden Embryos verhindert werden, sind sie aber generell bleibend vernichtet.
Es gibt verschiedene Kritikpunkte zu diesem Thema, wie zum Beispiel ethisch religiöser Art, oder solcher Art, als das man noch nicht genau genügende Kenntnisse hat, was eine Auswahl als Seiteneffekt bewirken kann.

Außerdem gibt es Gendefekte, die nicht durch den Inhalt der Gene, sondern zum Beispiel durch hohes Alter der Frau, Zufall, Infektion oder radioaktiver Bestrahlung ergeben. Hier müßte man immer wieder neu forschen.

MfG
Matthias

Hallo,

vorab eine Nebenbemerkung: Es war nicht „Spiegel-Online“, sondern der „Weltspiegel“, dem ich die Inforamtuion entnahm.

Das Wort „Keim“ mag fachlich nicht richtig sein, aber das Problem ist doch bekannt: In der Famiie einer Person ist in der Vergangenheit eine schlimme Erbkrankheit immer wieder aufgetreten, ein Paar wählte deshalb künstliche Insemination. Die PID ergab, dass von sechzehn Embryos drei den Kein, oder das Gen, oder wie immer das korrekt heißen mag, dieser Erbkrankheit nicht enthielt.

Ist das Poblem damit auch für die Nachkommen dieses Menschen, wenn es einer wird, beseitigt?

Wenn ja, meine ich, ist das ein weiteres Argument, das für die PID spricht: Dann könnten im Laufe der Zeit alle Erbkrankheiten „abgeschafft“ werden.

Grüße
Carsten

Hallo nochmal.

Die PID ergab, dass von sechzehn Embryos drei den Kein, oder
das Gen, oder wie immer das korrekt heißen mag, dieser
Erbkrankheit nicht enthielt.

Ist das Problem damit auch für die Nachkommen dieses Menschen,
wenn es einer wird, beseitigt?

Wenn ja, meine ich, ist das ein weiteres Argument, das für die
PID spricht: Dann könnten im Laufe der Zeit alle
Erbkrankheiten „abgeschafft“ werden.

Normal ist die Krankheit dann abgeschafft, aber es kann auch etwas komplizierter sein.
Ich meine auch, das das ein Argument für die PID ist.

MfG

Hallo Carsten,

Die PID ergab, dass von sechzehn Embryos drei den Kein, oder
das Gen, oder wie immer das korrekt heißen mag, dieser
Erbkrankheit nicht enthielt.

Diese Information finde ich ein bisschen schwammig. Hier kannst du was über Erbkrankheiten nachlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Erbkrankheit
Dabei wirst du feststellen, dass es Krankheiten gibt, bei denen zwar eines der beiden Chromosomen im Chromosomenpaar die Erbinformation zu der Krankheit enthält, diese aber erst ausbricht, wenn auch das zweite Chromosom „krank“ ist. Und das kann jederzeit wieder passieren, wenn die Nachkommen dann jemanden kennenlernen, dessen Chromosomen ähnlich geartet sind.

Und ich war mir nicht so ganz sicher, was du mit „nicht enthielt“ meinst.

Ist das Poblem damit auch für die Nachkommen dieses Menschen,
wenn es einer wird, beseitigt?

Wenn das kranke Gen ganz weg ist, dann ist dieses Problem beseitigt.

Wenn ja, meine ich, ist das ein weiteres Argument, das für die
PID spricht: Dann könnten im Laufe der Zeit alle
Erbkrankheiten „abgeschafft“ werden.

Das ist richtig. Und wenn es die Nazis damals beim Forschen belassen hätten und nicht gleich mit Gaswagen aufgefahren wären, um „Ballastexistenzen“ zu vernichten, dann müsste man heutzutage auch nicht ins Ausland gehen um so eine PID machen zu lassen. Damals ging man ins eine Extrem (alles was krank ist, „ausmerzen“, inklusive bereits existierender Menschen), heute ins andere (nur nicht gegen die Natur vorgehen). Mit einem Mittelweg scheint man Probleme zu haben …

Schöne Grüße

Petra

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