Erbschaft Haus - nicht verheiratet

Guten Tag,

meine Frage:

A+B haben 2006 ein Haus gebaut. Beide sind nicht verheiratet. 2008 kam ein gemeinsames Kind. A+B haben eine Restschuldversicherung - jeweils der andere mit Bezugsrecht.

A+B sind im Grundbuch zu 50/50 eingetragen.

Sollte nun A oder B sterben, erbt ja automatisch das gemeinsame Kind. Erbschaftssteuer fällt nicht an, da der Betrag i.H.v. 400.000 EUR nicht überschritten wird. Haus und Grundstück haben einen Wert von ca. 200.000 EUR.

Per Testament könnte man regeln, dass A oder B das Haus erbt. Dann sind jedoch ordentlich Erbschaftssteuern zu zahlen.

Ändert evtl. die Eintragung als eheähnlich Gemeinschaft etwas daran?

Welche Form eines Testamentes ist die Richtige? Was kostet das ungefähr bei einem Notar?

Vielen Dank.

Gruß

Sandra

Ändert evtl. die Eintragung als eheähnlich Gemeinschaft etwas
daran?

Eine Heirat würde entscheidende Veränderungen bringen!
Eine „Eintragung als eheähnliche Gemeinschaft“ interessiert das FA nicht, gibts sowas überhaupt?

Welche Form eines Testamentes ist die Richtige?

Berliner Testament (we)n A+B dann Ehegatten sind=

Was kostet das
ungefähr bei einem Notar?

Dazu brauchts keinen Notar.

Hallo,

ich hatte vergessen zu erwähnen, dass A+B zur Zeit keine Heirat planen. Die Absicherung steht jedoch im Vordergrund und natürlich die steuerliche Belastung im Todesfall (beim Erbe des Hauses, wenn im Testament festgelegt, dass der andere Partner erbt).

Was kostet so ein Testament beim Notar?

Allerding sieht es tatsächlich einfacher und günstiger aus, wenn A+B heiraten…

Gruß

sandra

Um mal etwas weg von der rechtlichen Seite (die ja jetzt wohl allen klar ist) vielleicht zur praktischen Seite zu kommen:

Wie wahrscheinlich ist es, dass A oder B in den nächsten Jahren versterben (liegen schwere Krankheiten vor) und wie schlimmm wäre es, wenn dann die Erbschaftssteuer zu zahlen wäre?
In meinen Augen macht es keinen Sinn, nur deswegen zu heiraten, um in einer Situation, die wahrscheinlich sowieso nicht eintreten wird, etwas Steuern zu sparen. Eine Heirat sollte (meiner Meinung nach) aus Überzeugung kommen.

Und wenn die Steuer (so wie ich das sehe, geht es hier etwa um 25.000 EUR) wirklich gespart werden soll, wieso wird dann nicht das Kind als Erbe eingesetzt? Das wäre ja vielleicht sowieso zweckmäßiger, da zum Kind auch langfristig eine engere Bindung besteht, als zum Partner (falls die Partnerschaft eines Tages nicht mehr so gut läuft). Und solange das Kind nicht 18 ist, kann es über das Erbe ohnehin nicht verfügen, d.h. der überlebende Partner könnte mit dem Kind in dem Haus wohnen bleiben.

PS: Notarielles Testament kostet so 500-1000 Euro, würde aber natürlch entfallen, wenn das Kind erben soll.

ich hatte vergessen zu erwähnen, dass A+B zur Zeit keine
Heirat planen.

Aber als „eheähliche Gemeinschaft“ eürden sie sich eintragen lassen? Wo ist der Unterschied?

Die Absicherung steht jedoch im Vordergrund und
natürlich die steuerliche Belastung im Todesfall (beim Erbe
des Hauses, wenn im Testament festgelegt, dass der andere
Partner erbt).

Da gäbs einige Möglichkeiten, die aber den Rahmen eines Forums sprengen.

Was kostet so ein Testament beim Notar?

Sollte man den Notar fragen. Der kann dann auch gleich zu den og Möglichkeiten beraten.

Allerding sieht es tatsächlich einfacher und günstiger aus,
wenn A+B heiraten…

Allerdings. Nicht nur schenkungsteuerlich.

In meinen Augen macht es keinen Sinn, nur deswegen zu

heiraten, um in einer Situation, die wahrscheinlich sowieso
nicht eintreten wird, etwas Steuern zu sparen. Eine Heirat
sollte (meiner Meinung nach) aus Überzeugung kommen.:

Hallo,

wenn es irgendwo steuerlich sinnvoll ist, dann wegen der Erbschaftsteuer.
Es gab schon genügend Pro-Forma-Witwen, die wegen des fehlenden Trauscheins und der Erbschaftsteuerbelastung praktisch vor dem Nichts standen.

Und wenn schon gemeinsam ein Haus gebaut wurde und ein Kind da ist, so sollte die Überzeugung, die auch meiner Meinung nach das Wichtigste dafür ist, zur Heirat wohl da sein.

Ich höre oft von Leuten, sie brauchen kein Papier um glücklich zu sein. Andersrum kann man dann immer einwerfen, dann störe euch dieses Paier aber auch nicht, wenn ihr es hättet.

Gruß
Lawrence

Hallo,

wenn ich solche Antworten lese, dann bekomme ich einfach einen ziemlich dicken Hals. Jeder vierte Todesfall tritt deutlich vor Erreichen der statistischen Lebenserwartung ein, und die ganzen Leute die aus blühendem Leben heraus am Brückenpfeiler landen sind natürlich immer nur die anderen. Nein, das bist auch Du, der Fragensteller, ich, und Nr. 4 könnte dann schon der LGA des Fragestellers sein.

Es ist einfach vollkommen unverantwortlich bei einer solch hohen Wahrscheinlichkeit - und wenn wir von zwei Lebenspartnern sprechen, dann liegt die schon nicht mehr bei jedem vierten Individuum, sondern bei jedem zweiten Paar (zzgl. Singles und Menschen die vor dem partnerschaftsfähigen Alter sterben). D.h. das ist eine ganz reale Gefahr für jede Partnerschaft, die sich täglich hundertfach in unserem Lande verwirklicht.

Und ich habe einfach schon zu viele Menschen in der Situation gesehen, die es dann eiskalt erwischt hat. Da ist es dann auch kein Trost, wenn Kinder erben, und man dann nur noch „Gast“ im eigenen Haus ist, das Jugendamt und das Familiengericht ständig mitreden, man Buch führen darf, …

Diese „für Haus und Kinder reicht es“ aber für einen Gang zum Standesamt nicht Geschichten kann ich einfach nicht mehr hören, und wenn man dann lieber zig Tausende bereit ist Vater Staat an Erbschaftsteuer in den Rachen zu werfen, bloß um ggf. um einen Ehevertrag und im Falle des Falles ggf. die paar Tausender einer hoffentlich gütlichen Scheidung (eine nicht gütliche Trennung nicht verheirateter Paare kommt ohnehin oft teuerer und zu drastischeren Konsequenzen einer Scheidung) zu sparen, ist einfach nur irre. Ganz abgesehen davon, dass man jede Menge andere finanzielle Wohltaten nicht nutzen kann.

Dieser kleine Trauschein bietet einem ein über 100 Jahre gewachsenes und ständig aktualisiertes Rundum-Paket für alle Lebenslagen, das man anders nicht ansatzweise erreichen kann.

Aber es kommt vielleicht nicht von ungefähr, dass viele Paare, die zunächst so große Probleme mit dem Gang zum Standesamt gehabt haben, da ganz schnell auftauchen, wenn sie mal um Haaresbreite in die Katastrophe geschlittert sind. Da hatte schon mancher Auto- oder Freizeitunfall etwas Gutes.

Gruß vom Wiz

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Vielen Dank für die Antworten und „Denkanstöße“.

VG

Sandra