Wie muss ich Schenkungen oder Vermoegens-Uebertragungen an Ehefrau und Kinder zu Lebzeiten schriftlich formulieren, dass sie vom Finanzamt spaeter anerkannt werden? Moeglichst ohne Notar!
Hallo Heinz ,
es kommt drauf an ob es sich bei der Schenkung um Grundbesitz (Immobilien)handelt,dann geht es sowieso nur mit Notar.
Bei sonstigem Vermögen wie Bargeld oder Wertpapieren etc.würde ich immer einen Steuerberater hinzuziehen um die Sache steuerlich „wasserdicht“ unter Ausnutzung sämtlicher Möglichkeiten und Freibeträge zu gestalten,sowie einen Anwalt um auch juristisch einwandfrei im Zweifelsfall eine Rückübertragung ,wenn möglich ,zu gewährleisten.
Auch die Möglichkeiten eines Erbvertrages sollte man prüfen,da in diesem Falle auch ein erbschaftssteuerpflichtiger Vorgang übersprungen werden kann ,aber die gewünschte Versorgung sichergestellt werden kann.
(z.B.vererben direkt auf die Kinder mit Auflagen und Vermächtnissen wie einem lebenslangem Nießbrauch für den längstlebenden Ehepartner)
-genaueres unter Berücksichtigung der jeweiligen speziellen eigenen Situation kann und sollte nur ein Steuerberater oder Anwalt ausarbeiten -!!
Bei vorzeitigen Schenkungen an die Kinder oder Ehefrau würde ich persönlich mir z.B.jederzeitigen Widerruf oder unter Umständen lebenslangen Nießbrauch vorbehalten.
Je nachdem wie alt die Kinder heute sind (5,10,15,20,25,35,45 ???) ,kann noch die eine oder andere Überraschung auftauchen.Ich habe schon Fälle erlebt wo hinterher der größte Teil der Schenkungen in „“„Heroin“"" umgewandelt wurde,oder die Eltern, die ihr Haus auf die Kinder übertragen haben ,wurden auf die Strasse gesetzt ,vom neuen Schwiegersohn (Schwiegertochter?),oder Teile des Vermögens waren nach einer überraschenden ,unvermuteten Scheidung der „beschenkten“ Kinder ,oder von der „beschenkten“ Ehefrau auf einmal weg.
Wenn man selbst unverschuldet in Not gerät ,kann eine frühzeitige Schenkung auch schon mal auf direktem Wege zum Sozialamt führen !
Ich habe hier bewußt äußerst negative und drastische Beispiele aufgeführt.
Alle diese Leute waren jedoch immer der Meinung ,daß passiert nur bei anderen,bei uns aber nicht !
Ich bin ,wie man merkt ,auch ein Befürworter eines vernünftigen Ehevertrages,der für mich die gleiche Funktion erfüllt ,wie eine Feuerversicherung.Man schließt beides ab in der Hoffung es niemals wirklich zu brauchen,halt nur dann ,wenn es wirklich mal „brennt“.
Grundsätzlich ist „vererben mit warmer Hand“ sicherlich sinnvoller als nach dem Tode ,aber nur dann, wenn es mit Sinn und Verstand geschieht.Nur Steuern zu sparen allein sollte nicht der einzig ausschlaggebende Beweggrund sein,sonst könnte es unter Umständen „sehr teuer“ werden.
Gruß
Heiner
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