Erbsünde

Hallo,wer kann mir diesen Begriff richtig deuten,habe Ihn mal in der
Bibel gelessen.Hatte es mit Adam und Eva zutun ? Und ist diese Erbsünde
immer noch an uns Menschen zu sehen ?
Könnte mir vorstellen das es jetzt,in der Gegenwart noch schlimmer
ausgeprägt ist,wenn man uns Menschen so betrachtet !
Gruß Mark

Hallo Mark,

die Erbsünde ist nicht an irgendjemandem zu sehen.

Sie gilt nach rk-Auffassung als durch Eva in die Welt gebracht (1. Mose 3), seither dem Menschengeschlecht eigen und erblich und durch Maria respektive den Kreuzestod ihres jungfräulich empfangenen Sohnes aufgehoben.

Der Haken an der Sache ist, dass im Teruz 1. Mose 3, 2-7 vom Essen der Früchte eines Baumes, von denen man klug wird, die Rede ist - also nicht grad von dem, was man gemeinhin so als zentrale Sünde Evas anschaut.

Ist doch die Kasche:

Besteht die Sünde jetzt im Klugsein? Und ist vielleicht dieses durch den Kreuzestod des jungfräulich empfangenen Sohnes Mariä aufgehoben?

Schöne Grüße

MM

ich glaube das muss man eher so sehen:
irgendjemand hat mal gesündigt und ist zu lebzeiten nicht dafür bestraft worden. die sünde (bzw die strafe für die sünde) wird dann an seine nachkommen weitervererbt. einer seiner nachkommen muss dann für die sünde, die sein vorfahr begangen hat, büßen.

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Hallo Martin,

Besteht die Sünde jetzt im Klugsein?

die Sünde bestand im Ungehorsam.

Man könnte sagen, es war ein Lernen am Misserfolg.
Die Erkenntnis, einen Fehler begangen zu haben, ist meist schmerzlich.
Und zeige mir einen Menschen, der noch nie einen Fehler gemacht hat.

Und ist vielleicht dieses
durch den Kreuzestod des jungfräulich empfangenen Sohnes Mariä
aufgehoben?

Die Sünde ist ja nicht aufgehoben. Sonst könnten wir ja nicht mehr sündigen.

Aber Jesus hat durch seinen Kreuzestod die Schuld an unserer Stelle bezahlt. Somit ist die Trennung von Gott - als Folge von Evas Sünde - durch Jesus aufgehoben.
Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“ (Joh.14,6)

Gruss Harald

Erbsünde ist für mich der besch*****enste Begriff der in der Bibel überhaupt vorkommt.
Irgendwo steht da, dass Gott die Sünden der Väter bis ins dritte und vierte Glied verfolgen wird.
Wieso sollte jemand für eine Tat büssen, die sein Vater/Grossvater/Urgrossvater begangen hat? Insbsondere, als diese Menschen zum Zeitpunkt der „Sündigung“ noch nicht einmal gezeugt, geschweige denn geboren waren.

Meiner Meiung nach ist die „Erbsünde“ ein Konstrukt von Menschen, die Machtansprüche durchsetzen wollen.

Gruss
Volker

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Hallo Volker,

Erbsünde ist für mich der besch*****enste Begriff der in der
Bibel überhaupt vorkommt.

das Häklein daran ist, dass dieser Begriff zwar quer durch alle Konfessionen genuin christlich ist, aber in der Bibel eben nicht vorkommt.

Er wurde in dieser Form vom Kirchenvater Augustin im 4. Jahrhundert geprägt und in die christliche Glaubenslehre eingeführt, der Herkunft nach ist er wohl aus dem Persischen übernommen.

Soo ganz arg beschissen ist er denn aus christlicher Sicht doch auch nicht. Wenn man sich etwa die Rechtfertigungslehre Luthers anschaut: Dieser kommt zu der Auffassung, dass die Erlösung aus der Erbsünde gänzlich gratis ist (vgl. Artikel 2 der Confessio Augustana).

Der christlichen Kirche schlicht die „Schuld“ am Grund-Lebensgefühl der Unvollkommenheit, der Wertlosigkeit und am Bedürfnis nach Erlösung hieraus zu geben, halte ich für viel zu kurz gegriffen. Ob die christliche Lehre, dass das Bekenntnis zu Christus gleichzeitig gratis und der einzige Weg da raus ist, das Nonplusultra ist, um diesem Grundgefühl der Unvollkommenheit und Fehlerhaftigkeit zu begegnen, sei dahingestellt.

Schöne Grüße

MM

Ähm, kurze Zwischenfrage: Was, bittschön, ist denn Sünde? Grúß

Hallo e.b.,

einer
seiner nachkommen muss dann für die sünde, die sein vorfahr
begangen hat, büßen.

aus christlicher Sicht ist das bereits erledigt.

Das Häklein an der Chose ist vielmehr das Postulat, dass mit dem paradiesischen Sündenfall diese Kiste in einer Weise in die Welt gekommen ist, die es dem Einzelnen unmöglich macht, kraft eigenen Tuns und Trachtens einen Weg da heraus zu finden.

Merkwürdig daran, wie unterschiedlich Inhalt und Gegenstand der Erbsünde von verschiedenen christlichen Fraktionen beschrieben werden: Man kann aus dem Sündenfall Adam/Eva eine Geschichte rein sexueller Natur destillieren, man kann die Erbsünde als Gottferne, menschlichen Eigensinn und dergleichen beschreiben (und damit die Erkenntnis als Folge des Verzehrs der bekannten Frucht als Quelle der Gottferne schlechthin auffassen), man kann - so wie es Harald tut - diese Gottferne ganz einfach und unmittelbar Ungehorsam nennen - die beiden ursprünglichen Missetäter sind dafür zweifellos bereits selber bestraft worden (1. Mose 3, 16ff). Das hat aber nach christlicher Auffassung nicht ausgereicht. Daher die Folge über Generationen weg.

Frohe Ostern wünscht

MM

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ich glaube das muss man eher so sehen:
irgendjemand hat mal gesündigt und ist zu lebzeiten nicht
dafür bestraft worden. die sünde (bzw die strafe für die
sünde) wird dann an seine nachkommen weitervererbt. einer
seiner nachkommen muss dann für die sünde, die sein vorfahr
begangen hat, büßen.

Hallo,

Zwei Fragen dazu:

  1. Warum sollte der Nachkomme die Schuld tragen und dafür büssen?
  2. Wo bleibt dabei das Prinzip des Lebens nach dem Tod? Müsste nicht derjenige, der die Sünde begangen hat, dafür im Nachleben büssen?

Gruss, Omar Abo-Namous

das kann ich dir leider nicht beantworten, da ich da selber keinen sinn drin sehe. ich hab nur wiedergegeben was meiner meinung nach von vielen unter erbsünde verstanden wird. ob das irgendeine grundlage (verse in der bibel) hat, kann ich auch nicht sagen.
übrigens glaube ich weder an eine erbsünde noch an ein leben nach dem tod.

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Hallo Martin,

Erbsünde ist für mich der besch*****enste Begriff der in der
Bibel überhaupt vorkommt.

das Häklein daran ist, dass dieser Begriff zwar quer durch
alle Konfessionen genuin christlich ist, aber in der Bibel
eben nicht vorkommt.

Er wurde in dieser Form vom Kirchenvater Augustin im 4.
Jahrhundert geprägt und in die christliche Glaubenslehre
eingeführt, der Herkunft nach ist er wohl aus dem Persischen
übernommen.

Na gut, ersetze „Bibel“ duch „Kirchenlehre“
Das bestätigt aber nur meine Beobachtung, dass „die Bibel“ reines Menschenwerk ist und mit „dem Willen Gottes“ bestenfalls peripher etwas zu tun hat.
Selbst wenn ich die Bibel wörtlich nehme, gibt es jede Menge Leute, die mir sagen wollen, wie ich sie zu verstehen habe. Es gibt „Auslegungen“ und „Ergänzungen“, Anweisungen wie dieses oder jenes zu „interpretieren“ wäre. Ich lese in einer „katholischen“, „evangelischen“, „baptistischen“, „mormonischen“, „ZJ-Bibel“ usw. usw.
Bibel und sehe Unterschiede.
Wenn ich die Anhänger der jeweiligen Glaubensrichtung nach dem Sinn einer bestimmten Aussage frage, bekomme ich jeweils eine andere Deutung.
Dazu mal die Frage zu dem (göttlichen) Gebot „Du sollst nicht töten“ :
Sind Pflanzen keine Lebewesen? Tötet nicht auch der Veganer?
Töte ich nicht Lebewesen, wenn ich eine Wiese betrete? (das Gras, die Ameise, die Schnecke, die Spinne auf die ich unbemerkt trete?)
Wenn ich das entsprechend auslege, bleibt mir nur, auf der Stelle stehen zu bleiben und zu verhungern. Damit habe ich mich aber selbst getötet; Und was ist das jetzt?
Die Bibel wurde, egal ob altes oder neues Testament, von Menschen geschrieben und von Menschen ausgelegt.

Ein Satz in der Bibel erscheint mir jedoch als wahr (er wird Jesus zugeschrieben):
Viele werden kommen und sagen, sie sprächen in meinem Namen - glaubet ihnen nicht!

Soo ganz arg beschissen ist er denn aus christlicher Sicht
doch auch nicht. Wenn man sich etwa die Rechtfertigungslehre
Luthers anschaut: Dieser kommt zu der Auffassung, dass die
Erlösung aus der Erbsünde gänzlich gratis ist (vgl. Artikel 2
der Confessio Augustana).

Sind der Papst und Zwingli und und und … auch dieser Meinung?

Der christlichen Kirche schlicht die „Schuld“ am
Grund-Lebensgefühl der Unvollkommenheit, der Wertlosigkeit und
am Bedürfnis nach Erlösung hieraus zu geben, halte ich für
viel zu kurz gegriffen.

Schuld? Siehe oben.

Ob die christliche Lehre, dass das
Bekenntnis zu Christus gleichzeitig gratis und der einzige Weg
da raus ist, das Nonplusultra ist, um diesem Grundgefühl der
Unvollkommenheit und Fehlerhaftigkeit zu begegnen, sei
dahingestellt.

sic

Schöne Grüße

ebenso

MM

Volker

Hallo Volker,

Erbsünde ist für mich der besch*****enste Begriff der in der
Bibel überhaupt vorkommt.

Mit Erbsuende ist ein mir seltsames christliches Konzept gemeint in der Interpretation des „Suendenfallss“ durch Adam und Eva im Paradies und nicht von Vater zu Sohn oder aehnlich gemeint.

Irgendwo steht da, dass Gott die Sünden der Väter bis ins
dritte und vierte Glied verfolgen wird.
Wieso sollte jemand für eine Tat büssen, die sein
Vater/Grossvater/Urgrossvater begangen hat? Insbsondere, als
diese Menschen zum Zeitpunkt der „Sündigung“ noch nicht
einmal gezeugt, geschweige denn geboren waren.

Und so etwas gibt es IHMO auch nicht, ausser als Auslegung in der Form, als dass wenn die Eltern ihren Kindern nur Suff oder Verbrechen vorleben, diese mit einer hoeheren Wahrscheinlichkeit als im Mittel derBevoelkerung ebenso zu Alkoholikern oder Dieben werden und so indirekt bestraft werden durch ihre Eltern. Oder man nehme Eltern, die sich nicht oder nur straeflich wenig um die Erziehung und Bildung und um soziale Bindungen ihrer Kinder kuemmern. Sie schaden damit ihren Kindern und das kann sich ins naechste Glied, naemlich zu den Enkeln, fortsetzen. Es gibt also nicht das religioese Konzept, dass gar Gott Kinder fuer die Taten der Eltern bestraft, sondern siehe oben, die Realitaet in der Erziehung und was die Eltern ihren Kindern vorleben.

viele gruesse, peter

Hallo El Borbah,

ich glaube das muss man eher so sehen:
irgendjemand hat mal gesündigt und ist zu lebzeiten nicht
dafür bestraft worden. die sünde (bzw die strafe für die
sünde) wird dann an seine nachkommen weitervererbt. einer
seiner nachkommen muss dann für die sünde, die sein vorfahr
begangen hat, büßen.

um mich nicht zu wiederholen nur ein link fuer dich,

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

viele gruesse, peter

Hallo Peter,

Du hast mit deiner Aussage vollkommen Recht.
Bei Alkoholismus z.B. sind erbliche Schäden vorprogrammiert. Aber wir sind hier im Reli-Brett.
Und wenn „Gott“ soetwas zulässt,dann kann ich nur sagen:
„credo in un deo crudel“

Freundliche Grüße

Volker

Wenn man sonst schon nichts erbt…
…dann wenigstens n Haufen fettes Karma oder ne Messerspitze Erbsünde.
Nein, im Ernst, die „Erbsünde“ ist eines der "Folter"instrumente, die sich Religion und Kirche noch so warm gehalten haben für die letzten kleinen Landprovinzen ums schöne Passauer Land oder sonstwo.
Gruß, Branden