Erbsünde

Dietrich Bonhoeffer hat das sehr gut gesagt: „Für den Menschen gibt es kein absolut Gutes.“
seit Beginn der Geschichte bemüht sich der Mensch mit bestem Willen Methoden zu entwickeln, wie er ein „neuer Mensch“ werden könnte, aber immer geht es schief. Immer zeigt sich früher oder später ein Pferdefuß, und der anfänglich so gute Plan misslingt oder artet sogar zum Terrorsystem aus. Das gilt übrigens genauso für getaufte, wiedergeborene, geisterfüllte Christen. Dieses merkwürdige Verhängnis ist es, das die alten Weisen Erbsünde nannten, weil es jeden in sich hineinzieht, sobald er/sie geboren ist, bevor er/sie noch überhaupt fähig ist zu handeln.

Thorwald Detlefsen bringt den interesanten Gedanken, dass alles Gute, das wir tun, gleichzeitig auch seinen eigenen „Schatten“ produziert, d.h. auch das Böse in uns stärkt. Je mehr Böses wir von uns wegschaufeln, indem wir uns bemühen Gutes zu tun, desto größer und schwärzer wird der Schatten.
mfg,
bb

Hallole Barbara,

Thorwald Detlefsen bringt den interesanten Gedanken, dass
alles Gute, das wir tun, gleichzeitig auch seinen eigenen
„Schatten“ produziert, d.h. auch das Böse in uns stärkt. Je
mehr Böses wir von uns wegschaufeln, indem wir uns bemühen
Gutes zu tun, desto größer und schwärzer wird der Schatten.

Frage: Spinnt Thorwald Detlefsen den Gedanken weiter, welche Auswirkung dieser schwarze Schatten auf den Menschen haben kann?
Was ist mit dem Gegenteil, mit Menschen, die Böses tun, bekommen die einen „weißen“ Schatten?

Grüße Wolfgang

Hallo Wolfgang,

Detlefsens Gedankengang sieht so aus: wir leben in einer Polarität, müssen uns also unablässig entscheiden, ob wie zu einer bestimmten Sache Ja oder Nein sagen.Also: Wenn ich den roten Pullover anziehe, habe ich gleichzeitig den blauen „verworfen“. dieses Verworfene verschwindet aber nicht, sondern bleibt im Schatten bestehen. Der Schatten ist daher alles das, was wir nicht haben wollten und doch haben.
dieses Verworfene ist aber nicht nur böse. Wenn du z.B. viele Kinder haben willst, verwirfst du gleichzeitig das Leben eines Einsiedlers; willst du freischaffender Musiker werden, verwirfst du die Sicherheit eines Beamten. Der Schatten kann also schwarz, indifferent oder auch weiß sein. Ein Beispiel wäre der „Vogelmann von Alcatraz“, ein lenbenslänglich inhaftierter Schwerverbrecher, der eines Tages einen kranken spatzen in seiner Zelle fand, ihn gesund pflegte und in der Folge ein Ornithologe von Rang wurde.
Der Schatten macht sich mehr oder weniger deutlich immer bemerkbar und kann uns, wenn wir uns seiner nicht bewusst sind, unvermittelt aufs heftigste überfallen. Wieder ein Beispiel: Der Fernsehprediger Jimmy swaggert verteufelte stets alle „Unzucht“, Sex nur in der Ehe, nur zum Kinderzeugen usw. Seinen Schatten lebte er mit der übelsten Form von Sex, indem er drogensüchtige Prostituierte abfummelte und sich dabei einen runterholte. Das denkbar schärfste Gegenteil zu seinem „weißen“ Gehabe!
Christen haben oft ein großes Problem sich mit dem Schatten auseinanderzusetzen, weil sie glauben, an dunkle oder böse Dinge nicht einmal denken zu dürfen. swaggart hat sicher jeden gedanken an eine so schmutzige Sexualität entrüstet beiseite geschoben: Ich doch nicht! Hätte er sich bewusst gemacht, dass er solche Gelüste hat, hätte er damit umgehen können. Das erfordert aber viel Ehrlichkeit und Selbstüberwindung.
Wenn dich das Thema weiter interessiert, kann ich dir gute Bücher dazu nennen!
gruß,
bb

Frage: Spinnt Thorwald Detlefsen den Gedanken weiter, welche
Auswirkung dieser schwarze Schatten auf den Menschen haben
kann?
Was ist mit dem Gegenteil, mit Menschen, die Böses tun,
bekommen die einen „weißen“ Schatten?

Grüße Wolfgang